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Salzburger nicht vollauf zufrieden

Beim 4:1-Aufaktsieg in Lettland gegen Metalurgs Liepajas hat Salzburg am Donnerstag einen ersten Vorgeschmack auf die kommende Saison gegeben.

In dieser möchten die "Bullen" nicht nur die Gruppenphase der Europa League erreichen, sondern auch den Titel in der Bundesliga zurückerobern.

Der von Trainer Ricardo Moniz geförderte Offensivgeist bescherte den Gästen vier Treffer, von denen allein drei auf das Konto von Alan gingen.

Der 22-jährige Brasilianer sorgte somit auch dafür, dass dem Liga-Start gegen Austria Wien am Sonntag (16.00 Uhr) mit einiger Gelassenheit entgegenblicken werden darf.

"Es sollte nichts passieren"

"Die Austria wird viel schwieriger. Das kann man überhaupt nicht vergleichen", sagte etwa der in der Schlussphase für Alan eingewechselte Stürmer Roman Wallner und brachte das Kräfte-Verhältnis an diesem Abend auf den Punkt.

Die Letten erwiesen sich zwar als "kein Jausen-Gegner", wie Salzburgs Sportdirektor Heinz Hochhauser betonte, aber doch als limitiertes Team, das sein Heil vor allem im körperlichen Spiel suchte. "Mit der Zeit hat sich aber das Spielerische durchgesetzt", war Offensivmann Jakob Jantscher zufrieden.

Für Moniz ist das Rückspiel am kommenden Donnerstag vor eigenem Publikum nur noch Formsache. "Es sollte nichts passieren, wir können schon für die nächste Runde planen", sagte Moniz.

Insgesamt bereitete die Mannschaft ihm aber viel Freude. "Wir waren sehr frisch, sehr schnell, haben gut nach vor gespielt", sagte der Oberösterreicher, der sich in den kommenden Monaten offenbar einiges erhofft.

"Die Mannschaft ist noch nicht am Limit, ich bin sicher, dass sie noch besser spielen kann. Es wird noch ein bisschen brauchen, die Vorbereitung war ja relativ kurz. Und das stimmt mich auch zuversichtlich für die Meisterschaft."

"Das Gegentor stört uns sehr"

Auch Simon Cziommer, der mit einem schönen Weitschuss in der 89. Minute für den Endstand gesorgt hatte, zeigte sich zufrieden. "Das war unser erstes Pflichtspiel. Das hat man gemerkt. Aber es war ein guter Schritt. Wir können darauf aufbauen, vor allem auf der ersten Hälfte", analysierte der Deutsche Mittelfeldakteur.

Den Rückfall zu Beginn der zweiten 45 Minuten sah er pragmatisch. "Wir haben dann sicher mit dem Gedanken an Austria Wien am Wochenende gespielt. Es ist nicht so, dass man Gas zurücknimmt, sondern dass man einfach vorsichtiger ist", begründete Cziommer, wollte aber auch Kritisches anmerken.

"Die Abstimmung Mittelfeld-Abwehr hätte besser sein müssen. Das Gegentor stört uns sehr. Wir hätten noch ein zweites kassieren können, wenn Eddie (Tormann Gustafsson, Anm.) nicht dagewesen wäre. Das sind Dinge, die wir wirklich abstellen müssen, vor allem wenn es gegen bessere Gegner geht."

Überraschender Beginn

Der Niederländer lobte den Gegner ("Er hatte ein großes Herz, gekämpft und nicht aufgegeben"), ließ das aber nicht als Erklärung für kleinere Schwächen seiner Elf gelten: "Wir haben zu viele Schüsse von Metalurgs zugelassen."

Während die Letten mitten in ihrer Ganzjahresmeisterschaft stehen, war es für Salzburg freilich die erste Bewährungsprobe. "Fürs erste Match war es von den Toren und vom Kombinieren her ganz gut", war Jantscher überzeugt. "Es hat heute schon sehr gut funktioniert."

Gemeinsam mit Gonzalo Zarate und dem zentralen Alan bildete er in Moniz' 4-3-3-System an diesem Abend das Prachtstück der Mannschaft, musste aber auch Selbstkritik üben: "Wir waren zu Beginn etwas von der Aggressivität und dem Pressing des Gegners überrascht. Die Letten haben sehr organisiert gegen uns gearbeitet", befand der Steirer.

"Und in der zweiten Hälfte hätten wir das eine oder andere Tor mehr machen können, dann wäre es vielleicht etwas ruhiger gewesen. Da haben wir nicht mehr die gleiche Organisation wie Ende der ersten Hälfte gehabt."

Hochhauser hatte seine Freude

Für Sportdirektor Heinz Hochhauser kam das nicht ganz überraschend. "Wenn du 3:0 führst, wirst du immer etwas nachlässig. Man weiß nicht, soll man sich schonen, soll man noch Vollgas spielen, und dann wird das Ganze ein bisschen unsicher."

"Ich war dann aber froh über das vierte Tor, damit war klar, dass nichts mehr anbrennt, obwohl es dazwischen - mit dem Lattenschuss - noch einmal knapp werden hätte können."

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