Insgesamt hat der Salzburger in 29 Partien, in denen er drei Mal traf, vier Gelbe Karten gesehen. Nur in einem Match spielte Ilsanker nicht, in Runde drei gegen Wacker, in dem Schmidt Spieler für das CL-Quali-Rückspiel in Istanbul schonte. Alleine das sagt schon viel über seinen Status aus.

„Du brauchst auch solche Typen, die gut stehen. Bei unserer individuellen Klasse schießen wir jedes Spiel ein Tor und wenn wir zu Null spielen, gewinnen wir die Partie“, weiß Ilsanker wovon er spricht. Schließlich hat Salzburg seit 5. Dezember 2012 – also seit über einem Jahr – in jedem Spiel getroffen.

„Das wäre ein Statement“

Das soll auch am Donnerstag gegen Esbjerg nicht anders sein. Salzburg will Geschichte schreiben und als erster Klub zum zweiten Mal die Europa-League-Gruppenphase ohne Punktverlust überstehen.

Beim ersten Mal, in der Saison 2009/10, war Ilsanker noch kein Mitglied der Kampfmannschaft.

„Für mich ist das jetzt sehr wichtig, denn ich war beim ersten Mal nicht dabei. Und wenn du mit der Qualifikation acht Spiele gewinnst, dann ist das ein Statement. Zumal die Leistungen überzeugend waren. Das ist unser großes Ziel“, so der 1,89m-Mann, dessen Vertrag im Sommer ausläuft.

Und wir wären nicht in Österreich, wenn wir hierzulande nicht schon ein wenig zu träumen beginnen würden.

Grödigs Lukas Schubert meinte bereits nach dem CL-Quali-Aus in Istanbul: „Ich traue ihnen den Gewinn der Europa League zu.“ TV-Experte Helge Payer fragte zuletzt: „Warum sollte Salzburg nicht die Europa League gewinnen?“

Ilsanker hält lachend fest: „Gewinnen wäre einfach unglaublich.“

„Euphorie entfachen“

Und schon kommen die Bilder wieder hoch. Jene aus dem 94er-Jahr, als es Austria Salzburg mit Ersatzgoalie Herbert Ilsanker bis ins UEFA-Cup-Finale schaffte und dort erst Inter Mailand unterlag.

„Ich habe noch die Bilder vor mir, wie sie sich Runde für Runde weitergekämpft haben. Sie haben eine Euphorie losgetreten. Wenn wir das in unserer Mannschaft, in Salzburg und ganz Österreich schaffen würden, dann ist viel möglich“, glaubt Ilsanker an den Traum.

Überhaupt ist es für ihn schon jetzt ein Traum, hat er sich doch seinen großen Wunsch, in Salzburgs Kampfmannschaft zu spielen erfüllt. Und es soll eine ähnlich erfolgreiche Ära wie damals werden.

„Mein Vater war seit Kindheitstagen ein Vorbild für mich und auch seine Teamkollegen wie Pfeifenberger oder Hasenhüttl. Das war eine unglaublich geschlossene Einheit. Ich habe immer zu ihnen aufgeschaut. So war mein Wunsch, selbst Profi-Kicker zu werden. Dass das auch noch in Salzburg so gut geklappt hat, ist einfach unglaublich schön und darüber freue ich mich jeden Tag.“

Doch noch ist nichts erreicht, kein Titel eingefahren, keine Trophäe gewonnen. Aber Salzburg ist als Team auf einem guten Weg. Deswegen sieht sich Ilsanker nicht alleine als Gewinner des Jahres 2013.

„Wir alle dürfen uns als Gewinner sehen, hinsichtlich dessen, was wir vorangebracht haben. Wir haben uns tolle Voraussetzungen geschaffen und wir werden sehen, was wir 2014 einfahren können.“

 

Bernhard Kastler

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