"Es war wichtig, dass wir zurückgekommen sind"

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Aller guten Dinge sind drei.

Im dritten Anlauf gelang dem FC Red Bull Salzburg mit dem 2:1-Sieg bei Astra Giurgiu der erste Erfolg in der Fremde in dieser Europacup-Saison.

Der dritte Sieg en suite hievte die Salzburger am zweiten Spieltag dorthin, wo sie sich wohlfühlen, nämlich auf einen Aufstiegsplatz in der Gruppe.

„Es war ein Arbeitssieg“, machte aber Trainer Adi Hütter keinen Hehl aus der überschaubar guten Leistung. „Es war wichtig, dass wir zurückgekommen sind“, führte Valentino Lazaro bei diesem mental wichtigen Erfolg an.

Es war dies nämlich auch der erste Salzburger Saison-Sieg nach Rückstand.

Mangelnde Kompaktheit als Problem

Eineinhalb Stunden benötigten die Fußballer mit dem Bus von der Innenstadt Bukarests 65 Kilometer ins triste Giurgiu. Eine halbe Stunde brauchten sie zusätzlich, um auch im Spiel anzukommen, das vor lediglich 3500 Zuschauern um kurz nach 22 Uhr Ortszeit angepfiffen wurde.

„Wir waren nicht kompakt. Die Stürmer sind vorne draufgelaufen, die Verteidiger haben sich fallengelassen und in der Mitte sind wir dann nur hinterhergelaufen. Wir haben uns selbst die Probleme bereitet“, erklärte Stefan Ilsanker eine ganz schwache Salzburger Anfangsphase, in der nach einer guten Astra-Chance (Kampl: „Die hat uns aus dem Konzept gebracht“) auch noch das 0:1 fiel.

„Wir wollten wie gegen Rapid kompakt stehen, haben uns aber zu passiv verhalten, ihnen viele Räume gegeben und uns zu weit auseinanderziehen lassen“, schlug Lazaro in dieselbe Kerbe.

„Die erste halbe Stunde hat mir nicht gefallen. Das ist ein Gegner, der schon Qualität hat. Er war kompakt und bissig, hat direkt gespielt. Das hat uns Probleme bereitet“, analysierte Hütter, der zunächst zusehen musste, wie „Astra uns über die Seiten aufgemacht hat“.

Kampl war „extrem sauer“

Erst in Minute 31 gab Kevin Kampl den ersten Torschuss ab. Mit der aufgestauten Wut im Bauch.

„Ich war extrem sauer, weil ich viel umsonst gelaufen bin. Wenn du dem Gegner Platz lässt, läufst du extrem viel und viel umsonst. Das nervt mich. Bei meiner Position läufst du so 70 Meter hin und her und sollst mit dem Ball dann auch noch etwas machen“, konnte der Ausgleichs-Torschütze („Ich freue mich, ist ja nicht mein Spezialgebiet“) nach der Partie aber wieder lachen.

Diese Spielweise, die vergangene Saison international in der Europa League Berühmtheit erlangte, muss von allen Spielern getragen werden, die Rückkehr dazu benötigt noch etwas Zeit, wie etwa Ilsanker erläutert:

„Das müssen wir uns wieder erarbeiten. Das hängt mit dem Selbstvertrauen zusammen, aber auch mit der Spritzigkeit, die wir im Sommer vermehrt hatten. Das wiederum hatte mit den letzten Wochen zu tun: Bei Siegen braucht man einfach weniger Regenerationszeit als bei Niederlagen.“

Zusatz: „Es ist viel auf uns draufgehaut worden, aber mit jedem Sieg werden wir wieder stärker.“

Noch ist es nicht das alte Salzburg der vergangenen Saison, aber man befindet sich auf dem Weg. Der Blick auf die Tabelle macht zudem stärker.

„Auswärts zu gewinnen, ist etwas besonderes. Wir wollten auch gegen Celtic gewinnen, diese zwei Punkte haben wir uns jetzt zurückgeholt. Jetzt kommt ein wichtiges Heimspiel gegen Dinamo“, will Hütter in drei Wochen Platz eins verteidigen.

„Wichtig war der Turnaround“

Den Salzburgern ist klar, dass das 2:1 von Giurgiu als dreckiger Sieg in die RBS-Annalen eingehen wird. Doch das war den Spielern weniger wichtig, als die Tatsache, auch auf diese Weise gewinnen zu können.

„Wir sind mit der ersten halben Stunde auch nicht zufrieden. Aber das Positive war, dass wir das 0:1 gedreht haben“, betont Ulmer, der über den positiven Schwung sehr froh ist. Nicht nur er.

Auch Ilsanker verspricht: „Es wird besser und besser und bald sind wir wieder sehr gut.“

 

Aus Giurgiu berichtet Bernhard Kastler

Denn ab diesem Zeitpunkt strahlte im Stadion von Astra nur noch der Stern der Gäste hell. Kapitän Jonatan Soriano sorgte mit dem schön herausgespielten 2:1 für die Führung. Zwei Chancen, zwei Tore in der ersten Hälfte. Salzburger Effizienz, die man eigentlich gar nicht gewohnt ist.

„Wir sind scheinbar eine Mannschaft, die immer mal anders drauf ist“, grinste Lazaro, der für den angeschlagenen Christian Schwegler einsprang und den Vorzug gegenüber den nominellen Rechtsverteidigern Peter Ankersen und Benno Schmitz bekam.

„Es gibt keine kleinen Gegner mehr“

Auf der linken Seite gab Ulmer sein Comeback nach kurzer Pause, wirkte aber noch nicht bei 100 Prozent. Für den Oberösterreicher zählte nur der Sieg: „Es war zuletzt eine schwierige Zeit für den Kopf, in der nicht so positiv mit uns umgegangen wurde. Man muss auch einmal mit so einem Sieg zufrieden sein. Man hat es ja etwa auch an Qarabag gesehen, es gibt keine kleinen Gegner mehr.“

Kampl ging diesbezüglich noch weiter: „Dieser Sieg kann Gold wert sein. Die anderen beiden Teams werden sich hier auch noch schwer tun. Das ist eine unangenehme Truppe, die sich voll reinhaut und vorne sehr gute individuelle Spieler hat. Da können sie auch Punkte holen.“

Wobei die Hausherren mit Fortlauf der Zeit merklich abbauten, wie auch Lazaro auffiel. „Ihnen sind in der zweiten Hälfte die Kräfte ausgegangen, da haben wir uns dann leichter getan.“

Mit dem Pressing dauert es noch

Salzburg verzichtete abermals, die Pressingmaschine anzuwerfen.

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