Ein gut vorbereitetes "Schlitzohr"

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Auch die Salzburger waren bemüht, darauf hinzuweisen, dass sie noch lange nicht durch seien. Gebetsmühlenartig wurde wiederholt, dass noch schwere 90 Minuten warten würden. Die deutlichsten Worte fand Schwegler: „Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann müssen wir weiterkommen, da gibt es gar kein Pardon.“

Der Stil bleibt gleich

Dass die Salzburger im Heimstadion keineswegs defensiv auftreten werden, ist auch klar. Hinteregger: „Verwalten? Das geht gar nicht! Wir werden uns sicher nicht zurückziehen. Immerhin wollen wir den Fans daheim ja auch etwas bieten. Wir spielen klar auf Sieg, was sollen wir sonst auch tun?“

De Boer sah es genauso: „Ich erwarte im Rückspiel keine andere Spielweise von den Salzburgern.“ Roger Schmidt wollte zu diesem Thema gar nicht zu viel sagen, sondern nur: „Wir wollen es nächste Woche zu Ende bringen.“

Lieber in der Außenseiterrolle

Inzwischen werden die Salzburger von so manchem Journalisten schon mit der Behauptung, sie könnten den Bewerb überhaupt gewinnen, konfrontiert. Das gefällt ihnen so gar nicht. „Wir wir denken immer nur an den nächsten Schritt. Und der ist das Rückspiel gegen Ajax“, hielt Soriano entschlossen fest.

Auch Schmidt wollte sich auf derartige Spekulationen erst gar nicht einlassen: „Wir sind in der Europa League weiter Außenseiter, fühlen uns in dieser Rolle aber sehr wohl.“
 

Harald Prantl

Jonatan Soriano gab sich bescheiden: „Ich versuche immer, so zu spielen. Manchmal klappt es eben besser, manchmal nicht so gut.“

Wie zuletzt aber meistens klappte es beim 3:0-Sieg seiner Salzburger in Amsterdam. Ein Doppelpack gegen Ajax, der Katalane stellte seine Top-Form abermals unter Beweis (VIDEO: Die Higlights des Salzburger Sieges).

Es waren die Tore sieben und acht in einem Europacup-Spiel in dieser Saison. Mit sechs Treffern aus Gruppenphase und erstem K.o.-Spiel führt der RBS-Kapitän die Torjägerliste der Europa League an.

"Mein schönstes Tor"

Vor allem sein zweiter Treffer, jener zum 3:0, war ein ganz besonderer. Soriano zog unmittelbar nach der Mittellinie ab und hob den Ball über Ajax-Goalie Jasper Cillessen hinweg ins Tor.

„Es war mein schönstes Tor“, war er sich danach sicher. Und es war kein Zufallsprodukt: „Ich wusste, dass dieser Tormann immer recht weit vorne steht. Ich habe gesehen, dass es wieder der Fall war und es einfach versucht.“

"Vorbild" Hinteregger

„Er ist einfach ein Schlitzohr. Wenn es einer kann, dann kann es er. Okay, Martin Hinteregger auch“, lachte Christian Schwegler. Er spielte damit auf einen ähnlichen Treffer des Verteidigers im Testspiel gegen Schalke 04 im Sommer an.

„In so einem Spiel ist es natürlich ein bisschen besser als in einem Freundschaftsspiel“, grinste Hinteregger. Ihm war aufgefallen: „Er hat es jetzt drei Mal probiert, diesmal ist es aufgegangen. Da muss im Schuss schon jede Einzelheit passen.“

Für Andreas Ulmer war es einfach nur „ein überragendes Tor“. Cillessen meinte nicht nur zu diesem speziellen Gegentor, sondern ganz allgemein: „Ich begreife es nicht. Es ist beschissen.“

"...dann müssen wir weiterkommen"

Nicht sonderlich überraschend ist, dass die Ajax-Kicker die Chancen auf ein Weiterkommen nach dem 0:3 daheim als nicht sonderlich gut einschätzten. Coach Frank de Boer meinte: „Wir werden alles, was uns möglich ist, versuchen, aber es wird sehr schwer werden.“

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