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Nur noch drei

Wayne Rooney ist auf dem besten Weg zur Nummer eins in Englands ewiger Schützenliste.

Nach seinen Länderspieltoren 45 und 46 beim 3:1-Testspielsieg am Dienstag in Glasgow gegen Schottland fehlen dem Stürmer von Manchester United nur noch drei Treffer auf den Rekord von Bobby Charlton (49).

"Er war unglaublich stark", lobte Englands Teamchef Roy Hodgson seinen Kapitän und Matchwinner.

Der "Captain fantastic"

Die Medien waren genauso voll des Lobes für den 29-Jährigen. Die "Daily Mail" schrieb vom "Captain fantastic".

Und der "Telegraph" schwärmte: "Rooney ist der Anführer, das Gehirn, der Herzschlag und das gewisse Etwas."

Der Stürmer ist nun mit 46 Treffern alleiniger Dritter in Englands Torjägerliste, er hat neben Charlton auch noch Gary Lineker (48) vor sich.

"Rekorde sind wichtig. Es muss sehr schön sein für ihn sein, zu wissen, dass sein Name auf der Liste ganz oben stehen wird, wenn er so weitermacht", sagte Hodgson.

"Ich habe einen Lauf"

Rooney gab sich trotz Gala-Vorstellung vor fast 60.000 Zuschauern im Celtic Park bescheiden, aber seine Jubeleinlage, ein Rad-Überschlag, beim zweiten Tor, verriet Genugtuung.

Nach Englands Pleite bei der WM war er für viele der Sündenbock, seine Beförderung zum Kapitän als Nachfolger von Steven Gerrard wurde kritisch hinterfragt.

Rooney gab in seinem 101. Länderspiel die Antwort auf seine Art. "Ich habe einen Lauf zur Zeit und ich hoffe, das geht so weiter", sagte der Angreifer, der auch noch Englands ewigen Einsatzrekord von Goalie Peter Shilton (125) knacken könnte.

Sechster Sieg en suite

Alex Oxlade-Chamberlain (32.) brachte die Engländer im Prestigeduell voran, Rooney machte mit einem Doppelpack (47., 85.) alles klar.

Die Schotten schafften durch Andrew Robertson (83.) nur Ergebniskosmetik.

Damit durften sich die "Three Lions" über den sechsten Sieg in Folge freuen, gegen die Schotten war es schon der siebente Sieg in den jüngsten neun Spielen.

"Wir wissen, dass wir in Frankreich zu jeder Zeit so gut sein müssen, wie jetzt, wenn nicht noch besser", meinte Englands Teamcoach. Der 67-Jährige ist diesbezüglich guter Dinge.

Schottland von England begeistert

"2016 werden unsere vielen jungen Spieler schon viel mehr Matches in den Beinen haben", sagte Hodgson.

Sein Gegenüber Gordon Strachan war von der Leistung des Rivalen begeistert.

"Wir haben wahrscheinlich seit sehr langer Zeit nicht mehr gegen eine so starke Mannschaft gespielt. Mit welcher Intensität und wie England gespielt hat, aber auch die Bewegung ohne Ball, waren fantastisch", lobte Schottlands Teamchef. Sie seien eben ein Team voller Champions-League-Spieler. "Das haben sie auf dem Platz gezeigt", fügte der 57-Jährige hinzu.

Mit der Niederlage konnte er leben.

"Unsere Priorität war am Freitag gegen Irland drei Punkte zu holen", erinnerte Strachan.

Die Schotten (7) liegen in der EM-Quali-Gruppe D hinter Polen (10) und Deutschland (7) sowie vor Irland (7) auf Rang drei. England ist in der Gruppe E nach vier Siegen unangefochtener Tabellenführer.

Friedliches Match

Während der Partie blieb es auf den Rängen übrigens friedlich, nur einige England-Fans fielen mit Anti-IRA-Gesängen in der ersten Hälfte negativ auf.

"Das Match ist friedlich verlaufen und auch in der Stadt hat es keine großen Zwischenfälle gegeben", resümierte ein schottischer Polizeisprecher. Verhaftungen habe es nur "sehr wenige" gegeben.

Es war das erste Duell der beiden Teams, nachdem sich die schottische Bevölkerung gegen eine Unabhängigkeit und damit für einen Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen hatte.

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