EM-Quali: Deutschland erneut nicht wie ein Weltmeister

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Der Auftakt zur nächsten Phase in der EM-Qualifikation hat am Samstag zwei Trainern den Job gekostet. Fast unvermeidlich war in Griechenland die Trennung vom Italiener Claudio Ranieri, nachdem er am Vortag daheim gegen die Färöer 0:1 verloren hatte.

Zudem trat Georgiens Coach Temur Ketsbaia nach einem Heim-0:4 gegen Polen zurück.

Aber auch Deutschlands Joachim Löw war nicht glücklich.

Schlechte Chancenauswertung

Mit dem 4:0 war nur der Teamchef des Verlierers Gibraltar zufrieden: "0:4 gegen den Weltmeister - mehr hätte ich mir nicht vorstellen können", sagte Allen Bula.

"Wir haben vielleicht Deutschland kein gutes Spiel geliefert, aber wir hatten eine solide Abwehr." Die Deutschen hatten viele Möglichkeiten auf mehr Tore, wie zuletzt ließ aber die Chancenauswertung zu wünschen übrig.

"Wir hatten unglaublich viele Flanken, es war aber immer ein Bein dazwischen", sagte Toni Kroos.

Gegen einen "Mannschaftsbus"

Der Real-Madrid-Akteur dachte nicht daran, nach dem 0:2 in Polen und dem Heim-1:1 gegen Irland einem Schützenfest nachzutrauern. "4:0 - mein Gott, das nehmen wir."

Einen bildlichen Vergleich hatte Manuel Neuer: "Es ist natürlich schwierig, wenn da hinten ein Mannschaftsbus drinsteht."

Im Testmatch am Dienstag in Vigo gegen Spanien ist der Goalie wegen Beschwerden im rechten Kniegelenk nicht dabei. So wird Roman Weidenfeller oder Ron-Robert Zieler spielen.

Nicht wie ein Weltmeister

Löw hielt sich mit Kritik am Team nicht zurück: "Die Mannschaft hat die Forderungen nicht in dem Maße erfüllt, wie ich mir das gewünscht habe. Wir wollten auftreten wie ein Weltmeister, da sind vier Tore viel zu wenig. Irgendwie standen die meist mit zehn Mann um den eigenen Strafraum. Da muss man auf engstem Raum richtig Tempo machen. Das ist uns nicht gelungen."

Er bemängelte fehlendes Tempo, schlechtes Passspiel und mangelnde Torgefahr. In der Gruppe D sind die Deutschen nur Dritte.

Griechenland am Boden

In Athen folgte die erwartete Trennung von Ranieri nach einem Meeting des 63-Jährigen mit Verbandspräsident Giorgos Sarris. So ein desaströses Resultat soll sich in nächster Zukunft nicht wiederholen.

Griechenlands Fußball ist auf dem Boden. Am Freitag vor dem Match waren alle nationalen Ligaspiele infolge eines Anschlags auf einen Referee vorläufig abgesagt worden.

Olympiakos-Präsident Vangelis Marinakis beschuldigte AEK-Athen-Chef Dimitris Melissandidis, hinter der Attacke zu stehen.

Pure Freude bei den Färöern

Auf den Färöer wurde der Pool-F-Erfolg gegen den Europameister 2004 überschwänglich gefeiert. Der nationale Verband zeigte auf seiner Facebook-Seite ein 19-Sekunden-Video mit der Überschrift "Fantastisch".

Die Färöer-Spieler sind zu sehen, wie sie in der Kabine hüpfen, grölen und ihre Trikots durch die Luft wirbeln. "Es gab Tränen in der Umkleidekabine, eine Menge Gefühle", sagte Torwart Gunnar Nielsen.

"Wir haben sehr, sehr lange auf so ein Ergebnis gewartet. Wir sind unglaublich froh und stolz."

Zwei Autobusse

Einen weiteren Trainer-Abgang könnte das Heim-1:3 Serbiens in Gruppe I vor leeren Rängen gegen Dänemark nach sich ziehen.

Serbiens niederländischer Coach Dick Advocaat gab nach der Partie an, seinen Rücktritt zu erwägen. Sein Team hält bei nur einem Punkt aus drei Partien.

"Ich werde meine Entscheidung bald bekanntgeben", sagte Advocaat. Portugals Cristiano Ronaldo wiederum nahm nach dem Heim-1:0 gegen Armenien Anleihe bei Neuer: "Sie hatten zwei Autobusse vor ihrem Tor."

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