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Spanien mit Geduld zum "verdienten" Sieg

Spanien startet mit einem Erfolgserlebnis in die letzte Testspielphase vor der EURO.

EM-Zuschauer Serbien zieht in der AFG Arena zu St. Gallen in der Schweiz mit 0:2 den Kürzeren.

„Ein hart erkämpfter, aber verdienter Sieg“, meint Jesus Navas nach der Partie im Gespräch mit LAOLA1.

Dem Sevilla-Spieler ist die Erleichterung anzumerken. Einerseits, weil „La Roja“ auch ohne die Stammkräfte von Barca, Bilbao und Chelsea den Sieg einfahren konnte, andererseits, weil er einen nicht unerheblichen Anteil am Erfolg hatte.

Lahmes Zentrum – flotte Seiten

Das Spiel wies die für den Titelverteidiger typischen Charakteristiken mit viel Ballbesitz und langen Pass-Stafetten auf, zündende Ideen blieben aber Mangelware.

Ohne Xavi und Andres Iniesta und mit David Silva zunächst nur auf der Bank war der kreative Part alleine Santi Cazorla überlassen.

Der Malaga-Akteur war bemüht und überall zu finden, eine relativ statische Doppel-Neun mit Roberto Soldado und Alvaro Negredo ließ ihm allerdings wenig Optionen.

So verlagerte sich das Spiel nach vorne meist über die Seiten, wo links Jordi Alba und rechts eben Navas in Zusammenarbeit mit Juanfran für Dampf sorgten.

„Er ist ein hervorragender, schneller Spieler, der sehr viel Druck nach vorne macht. Er spielt eine sehr gute Saison und mich freut es riesig, dass er dabei ist“, streut Navas dem Team-Debütanten von Atletico Madrid Blumen.

Entscheidung im Konter

Trotz einem leichten Chancenplus ging es mit 0:0 in die Pause, auch weil die Serben „in der ersten Hälfte gut aufgestellt waren“.

Es sollte bis zur 64. Minute dauern, ehe der Abwehrriegel gebrochen werden konnte: Aleksandar Kolarov verlor den Ball, der eingewechselte Silva schickte Navas auf die Reise, und der bediente den ebenfalls zur Pause gekommenen Adrian mustergültig, sodass dieser nur noch einnicken musste.

„Wir haben die Ruhe behalten. Wir haben immer wieder nachgesetzt, bis uns das erste Tor gelungen ist. Und mit dem zweiten kurz danach (74., Cazorla Foulelfmeter, Anm.) war die Partie dann entschieden“, resümiert die Nummer 22 der Spanier trocken.

Emblematische Partie

Der Test gegen Serbien, mit der erstklassig besetzten Viererkette Ivanovic-Subotic-Tosic-Kolarov war eine gute Einstimmung darauf, was die „Seleccion“ in Polen und der Ukraine erwarten wird, wie auch der 26-jährige Sevillaner weiß:

„Die Gegner ziehen sich immer weiter zurück und machen es dir als angreifende Mannschaft nicht leicht. Da gilt es nicht nachzulassen und es weiter zu versuchen.“

Dass diese ständigen Versuche auch zu Lasten der Defensive gehen, war gegen die Serben anhand von kritischen Situationen ersichtlich.

„Natürlich heißt es da aufzupassen. Aber im Gegenzug müssen wir es sein, die Druck machen und die Hintermannschaft zu Fehlern zwingen“, bekennt sich Navas als Verfechter der Offensive.

Wer macht die Tore?

Der Angriff bleibt aber weiterhin die offenste Baustelle im Team des Welt- und Europameisters. Negredo deutete seine Gefährlichkeit nur an, Soldado blieb völlig farblos – als Ersatz für David Villa drängte sich keiner der Beiden auf.

Sevillas Flügelspieler, dessen internationale Karriere lange von chronischem Heimweh belastet war, will für keinen der Kandidaten, auch nicht für Teamkollege Negredo, Partei ergreifen:

„Alle, die hier dabei sind, machen einen guten Job. Von meiner Seite aus gibt es keine Vorlieben, mit wem ich lieber spielen würde.“

Auf Kaderspielchen jeglicher Art, auch seine eigene Person betreffend, will er sich gleich gar nicht erst einlassen.

„Ich fühle mich gut, bin voller Tatendrang und sehr froh, hier zu sein.“

Sagt es und verschwindet in den Mannschaftsbus.


Christian Eberle aus dem Trainingslager der spanischen Nationalmannschaft

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