Protest gegen EM-Verbot von religiösen Gegenständen

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Konservative polnische Politiker protestieren gegen die Stadionregeln der UEFA, die vom polnischen Fußballverband (PZPN) für die Spiele der heurigen Fußball-Europameisterschaft übernommen wurden.

Es sei eine "Diskriminierung von Gläubigen", dass neben ausländerfeindlichen und politischen auch keine religiösen Gegenstände in die Stadien mitgenommen werden dürfen", erklärte die Abgeordnete Anna Sobecka dem Fernsehsender TVN24.

Regeln schon 2008 in Kraft

Der PZPN übernahm für die EM die Regeln des europäischen Fußballverbandes, die schon bei EURO 2008 in Österreich und der Schweiz gegolten hatten.

Dennoch bezeichnete der ehemalige Nationaltorhüter Jan Tomaszewski, der wie Sobecka der rechtskonservativen Oppositionspartei PiS angehört, dies als "Idiotie". Er fürchte, die Fans müssten zum Beispiel mitgebrachte Rosenkränze beim Wachpersonal abgeben, ergänzte einer seiner Parteikollegen.

Protest kommt auch von Fußballfans. "Das ist eine komplett absurde Situation", empörte sich Wojciech Wisniewski vom Dachverband der Fußballanhänger (Ogolnopolski Zwiazek Stowarzyszen Kibicow) gegenüber der Zeitung "Gazeta Polska codziennie".

"Krankes zivilisatorisches Klima"

Der ehemalige Kaplan der polnischen Nationalmannschaft, Adam Zelga, sagte der Zeitung, die Regeln seien Ausdruck eines "kranken zivilisatorischen Klimas", das gegen die Kirche gerichtet sei.

Der PZPN-Vorsitzende Grzegorz Lato versicherte gegenüber Journalisten, die Stadionbesucher würden trotz der Vorschrift nicht auf religiöse Gegenstände überprüft. Es gehe nur darum, "dass es in den Stadien nicht zu religiösen Spannungen" komme.

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