"Die erste EM in Osteuropa wird ein Meilenstein"

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UEFA-Präsident Michel Platini erwartet einen "Meilenstein" in der Geschichte des europäischen Fußballs. Wenn am Freitag um 18.00 Uhr im neuen Nationalstadion von Warschau der erste Pfiff der Fußball-Europameisterschaft 2012 ertönt, sollen all die kleinen Probleme und großen Zweifel der Vergangenheit vergessen sein.

Die besten 16 Mannschaften des Kontinents vereint dann nur noch ein Ziel: das EM-Finale am 1. Juli im Olympiastadion von Kiew.

Wenig überraschend, dass die meisten Buchmacher, Wettanbieter und Experten auf einen EM-Sieg von Welt- und Europameister Spanien oder Deutschland tippen.

"Spanien und Deutschland sind die Favoriten"

"Ich glaube, es gibt zwei klare Favoriten: Deutschland und Spanien oder eher Spanien und Deutschland. Wenn sie ihre Leistung zu hundert Prozent abrufen, werden Spanien oder Deutschland Europameister. Aber wenn sie nur 80 oder 90 Prozent bringen, werden sie es schwer haben", sagte Platini.

Rein sportlich erwartet er in den kommenden drei Wochen ein spektakuläres und spannungsgeladenes Fußball-Festival in den acht Städten in Polen und der Ukraine. Für die erste EM im ehemaligen Ostblock zählt der Europameister von 1984 aber auch ganz im Sinne der Verbands-Diplomatie gleich mehrere potenzielle Kontrahenten für das Favoriten-Duo auf.

"England, Frankreich, Italien, Dänemark, Portugal, Holland zählen zu den Teams, die schwer zu schlagen sein werden. Auch Kroatien oder Irland darf man nicht unterschätzen", meinte Platini.

"EM wird ein Meilenstein"

Am liebsten wäre es dem 56-jährigen Franzosen auch, wenn in den kommenden Tagen nur noch Schlagzeilen über unerwartete Ergebnisse, Außenseiter-Coups, treffsichere Torjäger, überfüllte Fanmeilen und stolze Gastgeber-Nationen das Tagesgeschäft bestimmen würden.

"Wie lange haben wir ihr entgegengefiebert, wie oft über sie gesprochen. Diese erste EM-Endrunde in Osteuropa wird ein Meilenstein in der Geschichte der UEFA-Wettbewerbe sein", schrieb Platini pathetisch im Vorwort der aktuellen Ausgabe der Verbandspublikation "UEFA direct".

Kurz vor der Turnier-Ouvertüre seien die meisten Schwierigkeiten "aus dem Weg geräumt", schrieb Platini. Verzögerungen beim Stadionbau, fehlende Straßen, Probleme beim Flughafenausbau, explodierende Hotelpreise, Debatte um Menschenrechte in der Ukraine - die Negativ-Schlagzeilen nahmen kein Ende.

20-Minütige Eröffnungsfeier

Die UEFA musste sogar ganz undiplomatisch mit dem EM-Entzug drohen. "Die beiden Länder sind die einzigen, die jemals zwei Gelbe Karten bekommen haben und nicht gleich die Rote Karte", so Platini.

Alles vergessen und verziehen, wenn die Fans am Freitag mit einer 20-minütigen Eröffnungsfeier vor der ersten EM-Partie zwischen Polen und Griechenland auf die Festspiele eingestimmt werden.

Der ungarische Pianist Adam György, der einst sogar der ungarischen Fußball-Nationalmannschaft angehörte, wird dabei natürlich auch eine Etüde des polnischen Komponisten Frederic Chopin vortragen.

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