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Portugals Starensemble muss im EM-Playoff zittern

Kroatien, Irland und Tschechien haben den Grundstein für die Teilnahme an der Fußball-EM 2012 gelegt.

Portugal befindet sich auf dem Weg nach Polen und in die Ukraine zumindest in einer passablen Position.

Die Türkei dagegen muss ihren EM-Traum wohl begraben. Nach einer blamablen 0:3-Heimpleite am Freitag im Play-off-Hinspiel gegen Kroatien steht auch Teamchef Guus Hiddink vor dem Aus.

"Ich bin verantwortlich für die Ergebnisse", erkannte der Niederländer.

Hiddinks Mission "fast unmöglich"

Die Türkei hatte sich als Zweiter der Österreich-Gruppe hinter Deutschland für die Barrage qualifiziert. Dort verstummten die Gesänge der 50.000 im neuen Galatasaray-Stadion bereits nach zwei Minuten, als Ivica Olic die Kroaten in Führung schoss.

Die Türken wirkten daraufhin geschockt, präsentierten sich nur als Schatten jener Mannschaft, die 2008 auf Kosten Kroatiens im Elfmeterschießen ins EM-Halbfinale eingezogen war.

"Jetzt wird es sehr schwierig, fast unmöglich", meinte Hiddink, der die Türken seit dem Vorjahr betreut. "Ist Hiddink mit diesen Worten zurückgetreten?", fragte die Zeitung "Milliyet" am Samstag. Es wäre das erste große Scheitern des 65-jährigen Startrainers mit einem Nationalteam.

Zuletzt hatte der Niederländer Russland 2008 ins EM-Halbfinale geführt. Der Gegenwind wird allerdings immer größer. Schon beim Debakel gegen die Kroaten waren die Forderungen nach Hiddinks Rauswurf im Stadion nicht zu überhören.

Kroatien-Teamchef Bilic wieder fest im Sattel

Sein Gegenüber Slaven Bilic dagegen sitzt wieder fest im Sattel. Dabei hatte es nach Platz zwei in der Quali-Gruppe hinter Griechenland ebenfalls nicht gut ausgesehen.

"Die Niederlage gegen Griechenland hat uns aufgeweckt", erklärte Spielmacher Luka Modric. Überragend waren die Außenverteidiger Vedran Corluka mit einem Tor und einem Assist sowie Kapitän Darijo Srna mit zwei Vorlagen.

"Wir hätten sogar einen noch höheren Sieg verdient gehabt", meinte Bilic. "Es war einfach fantastisch."

"Die Katze ist im Sack, aber der Sack ist noch nicht zu"

Auch Irland darf nach einem 4:0-Sieg in Estland für sein erstes Großereignis seit der WM 2002 planen. Bei einer EM waren die Iren seit 1988 nicht mehr.

"Mit einem Bein und beiden Füßen", schrieb die "Irish Times". Teamchef Giovanni Trapattoni sprach von einem "emotionalen Moment", darf er doch mit 73 Jahren noch einmal zu einem großen Turnier fahren.

"Die Katze ist im Sack, aber der Sack ist noch nicht zu", warnte der ehemalige Salzburg-Trainer.

Tschechien zuversichtlich, Portugal zittert

Tschechien befindet sich nach einem 2:0 gegen Montenegro ebenfalls auf Kurs.

"Ein ideales Ergebnis", frohlockte Torhüter Petr Cech. Spielmacher Tomas Rosicky leistete zu beiden Treffern die Vorarbeit.

Zittern muss von den Favoriten lediglich Portugal. Die Portugiesen haben mit einem Heimspiel gegen Bosnien zwar ebenfalls die Trümpfe in der Hand. Mit dem 0:0 in Zenica war man aber nicht zufrieden.

"Wir sind besser als Bosnien, und wir werden es beweisen", versicherte Superstar Cristiano Ronaldo, der sich über die schlechten Platzverhältnisse echauffierte.

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