"Das hilft, Verantwortung zu übernehmen"

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Sami Khedira hat sich in der deutschen Nationalmannschaft zu einer echten Führungspersönlichkeit entwickelt. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid stellt während der EM in Polen und der Ukraine seinen Partner auf der "Doppel Sechs", Bastian Schweinsteiger, bisher deutlich in den Schatten.

Als Krönung seiner bisher starken Leistung gab es für den 25-Jährigen beim 4:2-Viertelfinal-Erfolg gegen Griechenland auch den ersten Turnier-Torerfolg. Nun soll am Donnerstag in Warschau für Khedira der erste Finaleinzug bei einem großen Turnier folgen.

Über Südafrika nach Madrid

Der große Aufstieg von Khedira begann bei der WM 2010. Zu Beginn als "Notnagel" tituliert, machte der damalige Stuttgart-Kicker das Fehlen von Michael Ballack vergessen und bildete in allen sieben Turnierspielen gemeinsam mit Schweinsteiger ein starkes Duo im Mittelfeld-Zentrum.

Der Lauf der Deutschen wurde erst im Halbfinale vom späteren Weltmeister Spanien (0:1) gestoppt. Im Spiel um Platz drei gab es als versöhnlichen Abschluss auch noch einen 3:2-Erfolg gegen Uruguay, den ausgerechnet Khedira mit seinem ersten WM-Treffer in der Schlussphase sicherstellte.

Als Belohnung folgte der Wechsel zum spanischen Rekordmeister Real Madrid, bei dem der Deutsche seinen Stellenwert stetig erhöhte. Bei den "Königlichen" hat der Mittelfeldspieler allerdings eine etwas defensivere Rolle als im DFB-Team, wo er auch seine Offensivqualitäten voll und ganz einbringen darf.

Führungsspieler Khedira

Bei der EM präsentiert sich Khedira bisher in Topform, kurbelt das deutsche Spiel an, wirkt stets ruhig und konzentriert und leistet sich nur selten Fehler. Dass sein Partner Schweinsteiger angeschlagen und von seiner Bestform deutlich entfernt ist, überstrahlt der Freund von Topmodel Lena Gercke.

"Sami ist jetzt auch der Mittelfeldspieler, der permanent seine Position verlässt, nach vorne geht, Druck macht, im Sechzehner auftaucht. Es ist schwer, gegen ihn einen Zweikampf zu bestehen. Er hat einfach gute Führungsqualitäten, eine positive Ausstrahlung", lobte DFB-Teamchef Joachim Löw.

Khedira selbst spürt das Vertrauen des Trainerteams zu hundert Prozent. "Das hilft, Verantwortung zu übernehmen", betonte der Real-Spieler. Seine Verantwortung gehe auch immer mehr nach oben. "Es ist wichtig, in der zentralen Position vorneweg zu marschieren", ergänzte Khedira.

Gute Erinnerungen an die italienischen Kollegen

Nach einem bisher souveränen Turnier mit vier Siegen in Folge soll nun gegen Italien der vorletzte Schritt auf dem Weg zum ersten deutschen Titelgewinn auf großer Bühne seit 1996 (EM) folgen.

Wie man Titel gewinnt, weiß Khedira genau, hatte er doch schon 2009 als Kapitän der U21-Nationalmannschaft in Schweden mit einem 4:0-Finalsieg gegen England den EM-Titel gewonnen.

Damals waren vom jetzigen DFB-Kader übrigens auch Goalie Manuel Neuer, Mesut Özil, Mats Hummels, Jerome Boateng sowie die bisher im Turnierverlauf noch nicht eingesetzten Benedikt Höwedes und Marcel Schmelzer dabei.

Damals gab es ausgerechnet gegen den jetzigen Gegner Italien (mit den jetzigen A-Team-Akteuren Mario Balotelli, Ignazio Abate und Sebastian Giovinco) im Halbfinale einen 1:0-Erfolg. Ein gutes Omen für Khedira und Co.

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