Sichert sich Kroatien schon das Viertelfinal-Ticket?

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Nach dem gefeierten Punktgewinn gegen den regierenden Europameister steht Italien im zweiten EM-Spiel vor einer weitaus unangenehmeren Aufgabe.

Anders als gegen Spanien geht die Squadra gegen Kroatien trotz einer schlechten Bilanz im direkten Vergleich als Favorit ins Spiel. Gewinnen die Kroaten am Donnerstag (18.00 Uhr) in Posen auch ihre zweite Partie in Gruppe C, würde die Elf von Slaven Bilic den Aufstieg ins Viertelfinale vorzeitig absichern.

Wer stürmt bei Italien?

Die Italien beschäftigende Frage vor dem Spiel ist jene nach der idealen Mischung im Angriff. Ob die vor Exzentrik strotzende Sturmlinie mit Antonio Cassano und Mario Balotelli auch am Donnerstag zum Einsatz kommt, ist unsicher.

Der beim 1:1 gegen Spanien für Balotelli eingewechselte und sogleich erfolgreiche Antonio di Natale hat seine Visitenkarte bei Teamchef Cesare Prandelli bereits abgegeben.

Dass Prandelli mit dem ineffektiven Balotelli nicht unbedingt zufrieden war, lag auf der Hand. Offene Kritik vermied er vor dem "entscheidenden Gruppenspiel" aber.

"Er ist ein 22-jähriger Bursche auf dem Weg, reif zu werden. Ich verlange von ihm nur, einfach zu spielen. Er darf nicht immer glauben, dass er jedes Spiel allein entscheiden muss", sagte Prandelli über den Stürmer von Manchester City.

Fitness entscheidender Faktor

Anstelle von Balotelli könnte aber auch sein im Alter etwas gereifter Nebenmann Cassano (29) pausieren. Der Milan-Angreifer hat nach seiner Herz-Operation im vergangenen Herbst Trainingsrückstand und ging gegen Spanien nach einer Stunde vom Spielfeld.

"Wenn es die Fitness zulässt, dann setze ich auf Kontinuität. Aber ich muss auch sehen, wer müde ist", erklärte Prandelli, der weiter auf den an der Wade verletzten Innenverteidiger Andrea Barzagli verzichten muss.

Gegen die im Vergleich mit Spanien im Luftkampf weitaus gefährlicheren Kroaten würde ein Verzicht auf Cassano (1,75 m) wohl mehr Sinn machen als auf Balotelli (1,89).

Kroatien mit Weißer Weste gegen Italien

Ohnedies sollten die Italiener gewarnt sein: Seit der Unabhängigkeit 1991 ist Kroatien gegen Italien in fünf Vergleichen bei drei Siegen und zwei Remis ungeschlagen. Noch dazu baut Kroatien auf eine weitere auch gegen die Azzurri bereits bewährte Statistik.

"Das zweite Spiel bei einem großen Turnier ist traditionell unser bestes", meinte Torhüter Stipe Pletikosa zu wissen. Bei der WM 2002 besiegten die Kroaten im zweiten Gruppenspiel Italien (2:1), bei der EM 2008 ebenfalls im zweiten Auftritt den späten Vize-Europameister Deutschland.

In Posen vertraut Bilic wohl jener Elf, die Irland dank Treffern von Doppeltorschütze Mario Mandzukic und Ex-Rapid-Stürmer Nikica Jelavic 3:1 besiegt hat. Teamchef Bilic sah sein Team dabei nahe der Perfektion.

Weniger Druck für Kroaten

Gegen Italien könnten Regisseur Luka Modric und Co. nun etwas entspannter an die Sache herangehen. Zu verlieren habe man gegen den Ex-Weltmeister nichts.

"Nach dem Auftaktsieg sind wir nicht mehr so unter Druck. Italien ist stark, Prandelli respektiert uns. Für mich sind sie nicht schlechter als Spanien", urteilte Bilic.

 

Mögliche Aufstellungen:

Italien - Kroatien

18.00 Uhr, Posen, Stadion Miejski, SR Howard Webb/ENG

Italien:

1 Buffon - 19 Bonucci, 16 De Rossi, 3 Chiellini - 2 Maggio,
5 Motta, 21 Pirlo, 8 Marchisio, 13 Giaccherini - 10 Cassano/11 Di
Natale, 9 Balotelli

Ersatz: 12 Sirigu, 14 De Sanctis - 4 Ogbonna, 7 Abate, 22 Diamanti,
6 Balzaretti, 18 Montolivo, 23 Nocerino, 17 Borini, 20 Giovinco
 Es fehlt: 15 Barzagli (Wadenverletzung)

Kroatien:

1 Pletikosa - 11 Srna, 5 Corluka, 13 Schildenfeld, 2
Strinic - 7 Rakitic, 8 Vukojevic, 10 Modric, 20 Perisic - 17
Mandzukic, 9 Jelavic

Ersatz: 12 Kelava, 23 Subasic - 3 Simunic, 4 Buljat, 6 Pranjic, 21
Vida, 16 Dujmovic, 14 Badelj, 19 Kranjcar, 15 Vrsaljko, 18 Kalinic,
22 Eduardo



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