Kroatien bleibt nach 1:1 Angsgegner von Italien

Aufmacherbild

Kroatien hat bei der EM in Polen und der Ukraine einen weiteren Schritt in Richtung Viertelfinale gemacht.

Die Truppe von Teamchef Slaven Bilic holte vor 39.000 Zuschauern in Posen (Poznan) ein 1:1-(0:1)-Remis gegen Italien und verteidigte damit vor dem Abendspiel Spanien gegen Irland die Führung in der Gruppe C erfolgreich.

Italien benötigt Sieg gegen Irland

Die Italiener müssen nach dem zweiten 1:1 in Folge deutlich mehr um den Aufstieg zittern.

Andrea Pirlo (39.) brachte die favorisierten Italiener mit einem Freistoßtreffer in Führung, Mario Mandzukic (72.) sicherte den Kroaten mit seinem bereits dritten Turniertreffer aber noch einen Punktgewinn.

Die im ersten Spiel gegen Irland mit 3:1 siegreich gebliebenen Kroaten sind damit weiterhin seit der Unabhängigkeit 1991 gegen Italien ungeschlagen, in sechs Partien gab es drei Siege und drei Remis.

Keine personellen Änderungen

Beide Teamchefs nahmen gegenüber den Auftaktspielen keine personellen Änderungen vor.

Bei den Italienern vertraute Cesare Prandelli damit neuerlich auf den beim 1:1 gegen Spanien blass gebliebenen Mario Balotelli, Torschütze Antonio Di Natale blieb wieder nur die "Joker"-Rolle.

Prandelli machte damit vorerst alles richtig. Seine Truppe übernahm von Beginn an das Kommando, war hellwach und vor allem viel gefährlicher.

Italien lässt Chancen liegen

Die Kroaten hatten genau jene Rolle wie die Italiener im Duell mit Spanien, sie versuchten hinten dicht zu machen und machten wenig für das Spiel nach vorne.

Das einzige was dem Ex-Weltmeister fehlte war die nötige Effizienz. Der diesmal deutlich agilere Balotelli (3., 16.), Claudio Marchisio (11., 37./Doppelchance) und Antonio Cassano (33., 43.) ließen mehrmals gute Möglichkeiten ungenützt oder fanden im starken Kroatien-Goalie Stipe Pletiksa ihren Meister.

Pirlo trifft per Freistoß

So war es Mittelfeld-Routinier Pirlo vorbehalten, aus einer Standardsituation für die Führung (39.) zu sorgen.

Der Italien-Regisseur hob einen Freistoß über die Mauer und genau ins Eck, Pletikosa konnte den leicht abgefälschten Ball nicht mehr entscheidend abwehren.

Der 33-jährige Juventus-Kicker präsentierte sich damit einmal mehr als Meister der ruhenden Bälle, alle seine fünf Teamtore seit Juli 2006 hat er aus Standardsituationen (3 Freistoß, 2 Elfmeter) erzielt.

Kroatien in Halbzeit zwei gefährlicher

Einzige gefährliche Aktion der Kroaten war ein Srna-Stanglpass, den der Ex-Rapidler Nikica Jelavic knapp verfehlte (20.).

Nach dem Seitenwechsel kamen die Kroaten mit deutlich mehr Elan aus der Kabine. Ein Abschluss von Luka Modric ging drüber (49.). Die Italiener gaben sich mit der Führung zufrieden, gingen nicht mehr das größte Risiko ein.

So entwickelte sich vor allem eine hartumkämpfte Partie, da es den Kroaten vorerst im Offensivspiel an den nötigen Ideen mangelte.

Stellungsfehler von Chiellini

Der Ausgleich fiel aber trotzdem. Nach einer Strinic-Flanke leistete sich Giorgio Chiellini einen Stellungsfehler und Mandzukic konnte sich den Ball herunternehmen und via Innenstange wuchtig einschießen (72.).

Der Stürmer führt nun gemeinsam mit Alan Dsagojew und Mario Gomez mit drei Treffern die Schützenliste an.

Was folgte war eine packende Schlussphase, in der beide Teams vergeblich auf den Siegestreffer drückten.

Die Italiener stehen nun im letzten Gruppenspiel gegen Irland am Montag unter Zugzwang, während es die Kroaten, die es verabsäumten mit einem Sieg den Aufstieg vorzeitig zu fixieren, zum Abschluss mit Weltmeister und Titelverteidiger Spanien zu tun bekommen.

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen