Niederlande drücken, Dänemark trifft und gewinnt

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Die erste große EM-Sensation ist perfekt.

Vize-Weltmeister Niederlande kassierte am Samstag im Auftaktspiel der "Horror-Gruppe" B gegen Außenseiter Dänemark eine unverdiente 0:1-(0:1-)-Niederlage und damit einen großen Rückschlag im Kampf um den Aufstieg.

Michael Krohn-Dehli (24.) machte vor 35.923 Zuschauern im Metalist-Stadion von Charkiw die Überraschung perfekt.

Die Niederländer waren über 90 Minuten tonangebend, ließen aber die nötige Effizienz bei mehreren Großchancen vor und nach der Pause vermissen.

Nach der Niederlage steht die Truppe von Teamchef Bert van Marwijk damit schon am 13. Juni im Duell mit Deutschland stark unter Druck.

Die Dänen können hingegen am selben Tag deutlich gelassener ins Aufeinandertreffen mit Portugal gehen.

Van Marwijk entschied sich in der Defensive für die "junge" Variante.

Feyenoord-Kapitän Ron Vlaar (27) erhielt in der Innenverteidigung den Vorzug gegenüber Wilfred Bouma (33), auf der linken Abwehrseite verteidigte Jetro Willems.

Willems ist damit der jüngste jemals bei einer EM eingesetzte Spieler - mit 18 Jahren und 71 Tagen. Der PSV-Eindhoven-Spieler löste damit den bisherigen belgischen Rekordhalter Enzo Scifo ab, der bei seinem Endrunden-Debüt 1984 in Frankreich 44 Tage älter war.

Angriff von der ersten Minute

Und von einer Nervosität war beim Youngster von Beginn an nichts zu sehen, er gab auch nach drei Minuten gleich den ersten Warnschuss der Niederländer ab.

Der EM-Mitfavorit übernahm erwartungsgemäß von Beginn an das Kommando, die Dänen beschränkten sich auf die Defensivarbeit und konnten sich vorerst auch kaum befreien.

Van Persie schoss nach Robben-Vorarbeit knapp vorbei (7.), Afellay verfehlte das Kreuzeck (10.), Dänemark-Goalie Andersen hielt einen Robben-Linksschuss (16.) und der Bayern-Offensivspieler spielte aus guter Position ab, anstelle abzuschließen, worauf Agger in der Mitte vor Sneijder rettete (18.).

Führung aus dem Nichts

Die Dänen stellten den Spielverlauf aber völlig überraschend auf den Kopf und das gleich mit der ersten nennenswerten Aktion.

Der glücklich an den Ball gekommene Krohn-Dehli ließ mit einem Haken Van Bommel und Heitinga alt aussehen und vollendete zwischen die Beine von Stekelenburg zur Führung (24.).

Der mit Bröndby in der Europa-League-Quali an Ried gescheiterte Torschütze beschenkte sich damit drei Tage nach seinem 29. Geburtstag selbst.

Robben trifft nur Metall

Der Vorsprung spielte der Truppe von Morten Olsen natürlich in die Karten, sie konnte sich weiter zurückziehen und auf Konter lauern.

Auf der anderen Seite fehlte den "Oranjes" nicht nur die Effizienz, sondern auch das Glück. Nach einem katastrophalen Abschlag von Andersen scheiterte Robben vom Sechzehner an der Stange (36.).

Ein Schuss von Afellay ging drüber (39.), zudem scheiterte Van Persie nach schlechter Ballannahme an Andersen (43.). Unmittelbar davor hatte sich Stekelenburg bei einem Krohn-Dehli-Schuss (42.) strecken müssen.

Wende bleibt aus

Nach dem Seitenwechsel drückte die Van-Marwijk-Mannschaft vorerst weiter vehement auf den Ausgleich. Van Persie ließ zwei Möglichkeiten ungenützt (49., 50.), zudem wehrte Andersen einen Van-Bommel-Kracher zur Ecke ab (51.).

Ein Abschluss von Afellay ging hauchdünn an der Stange vorbei (52.), und Robben brachte einen Kopfball aus aussichtsreicher Position nicht aufs Tor (63.).

In der Schlussphase versuchte Van Marwijk mit der Einwechslung von Van der Vaart, Huntelaar und auch noch Kuyt neue Impulse zu bringen.

An der Niederlage konnte aber auch das Trio nichts mehr ändern, vor allem auch da Huntelaar in Andersen seinen Meister fand (74.) und im Finish ein umstrittenes Jacobsen-Handspiel im Strafraum ungeahndet blieb.

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