Tschechien gegen Griechenland mit Rücken zur Wand

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Tschechien steht am Dienstag (18.00 Uhr) in seinem zweiten Gruppenspiel der EURO in Polen und der Ukraine gegen Griechenland bereits mit dem Rücken zur Wand.

Eine weitere Niederlage kann sich der Europameister von 1976 nach dem 1:4-Auftaktdebakel gegen Russland nicht leisten, sonst muss er in Gruppe A wohl vorzeitig die Koffer packen.

Die Griechen haben zum Auftakt mit einem 1:1 gegen Gastgeber Polen überrascht, werden aber von Personalsorgen geplagt.

Tschechien mit Abwehrproblemen

Die Tschechen wollen in Breslau (Wroclaw), keine 100 km von der eigenen Staatsgrenze entfernt, vor allem ihre Abwehrschwächen in den Griff bekommen.

Gegen die Russen präsentierte sich die Hintermannschaft desolat, war mit vier Gegentoren sogar noch gut bedient. "Die Lektion, die wir gelernt haben, ist, dass wir weniger unnötige Fehler machen müssen", erklärte Startorhüter Petr Cech. "Wir müssen aggressiver spielen."

Die Mannschaft habe genug Erfahrung, um mit dem größer gewordenen Druck umgehen zu können, versicherte Michal Kadlec. "Wir sind niedergefallen und müssen jetzt wieder aufstehen", betonte der Linksverteidiger, der wie in der Vorbereitung in die Innenverteidigung rücken könnte.

Baros hat Torsperre

Im Sturm muss Milan Baros seine Torsperre überwinden. Der Schützenkönig der EURO 2004 in Portugal, gegen Russland ein Totalausfall, hat in den vergangenen zwei Jahren nur drei Länderspieltore erzielt.

Zumindest scheinen Baros und Spielmacher Tomas Rosicky ihre Verletzungssorgen hinter sich gelassen zu haben. "Es besteht überhaupt kein Grund, jetzt in Panik zu verfallen", beruhigte Rosicky. "Wir haben nur ein Spiel gegen den Gruppenfavoriten verloren."

Hinter den starken Russen könnte es nur noch um den zweiten Gruppenplatz gehen. Dafür haben derzeit allerdings Griechenland und Polen die besseren Karten.

Die Griechen hatten den Gastgeber im Eröffnungsspiel in einer starken zweiten Hälfte voll gefordert, vergaben durch Kapitän Georgios Karagounis sogar einen Elfmeter.

Santos greift zu ungewöhnlicher Maßnahme

Teamchef Fernando Santos reagierte mit einer etwas ungewöhnlichen Maßnahme. "Ich habe alle Fehler, die wir gemacht haben, auf eine große Tafel geschrieben. Die Überschrift lautete 'Was wir vermeiden sollten'", verriet der Portugiese. "Wir müssen gegen die Tschechen frischer sein."

Der Europameister von 2004 muss allerdings seine komplette, in der Quali so sichere Innenverteidigung vorgeben. Avraam Papadopoulos fällt für den Rest des Turniers mit einem Kreuzbandriss aus, Kollege Sokratis Papastathopoulos ist wegen einer harten Gelb-Roten Karte gegen Polen gesperrt.

Neben dem 20-jährigen Kyriakos Papadopoulos dürfte Santos Mittelfeld-Routinier Kostas Katsouranis zurückbeordern. Dessen Ersatzmann Georgios Fotakis ist wegen Oberschenkelproblemen allerdings auch mehr als fraglich.

"Dürfen nicht so viel Zeit verlieren"

"Wir dürfen nicht mehr so viel Zeit verlieren, bis wir ins Match finden", meinte Jungstar Sotiris Ninis, der um seinen Platz in der Startformation bangen muss.

In den vergangenen drei Duellen mit Tschechien fiel lediglich ein einziger Treffer - das "Silver Goal" von Traianos Dellas in der Verlängerung des EM-Halbfinales 2004.

Seit 30 Jahren haben die Griechen nicht mehr gegen die Tschechen verloren. Im März 1982 setzte es gegen die damals noch tschechoslowakische Auswahl in einem Freundschaftsspiel ein 1:2.

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