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Die "LAOLA1-Elf der Runde": Viertelfinale

Das Viertelfinale der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine ist Geschichte.

Einige Spieler haben den Partien ihren Stempel aufgedrückt, aber wer waren die herausragenden Protagonisten?

LAOLA1 präsentiert die „Elf des Viertelfinales“, wohl wissend, dass es noch weitere Kandidaten gegeben hätte, die eine Nominierung in diese Auswahl verdient hätten.

Aus diesem Grund haben wir zusätzlich zum „Team der Runde“ die Kategorie „Im Blickfeld“ ins Leben gerufen, um auch jenen Spielern einen Platz einzuräumen, die nur knapp an der "Top-Elf" vorbeischrammten.

Tor

Gianluigi Buffon – Der italienische Keeper zeigte erneut, wie wichtig er für sein Team ist. In der fünften Minute rettete er mit einem starken Reflex gegen Außenverteidiger Glen Johnson. Ansonsten strahlte er in den 120 Minuten die gewohnte Ruhe aus, um im Elfmeterschießen schlussendlich zum Held zu werden. Vor dem Krimi verzog er sich für circa zwei Minuten in die Katakomben des Stadions, um in sich zu gehen, was offensichtlich auch fruchtete. Selbst wenn er gegen die Engländer nur wenig geprüft wurde, wäre er durch seine Präsenz und Erfahrung eine Bereicherung für jedes Team bei dieser EM.

Verteidigung

Glen Johnson – Es war das erste gute Spiel des Rechts-Verteidigers und gleichzeitig sein letztes bei dieser EM. Hatte in Minute fünf die Führung auf dem Fuß, scheitere aber an Buffon. Ansonsten war der Mann vom FC Liverpool in der Offensive um vieles präsenter als sein Kollege auf der anderen Seite Ashley Cole und hatte bei den wenigen guten Aktionen der Engländer meist seine Beine im Spiel. Defensiv in der Viererkette machte er einen guten Job und rettete in höchster Not gegen den eingewechselten Nocerino (89.).

John Terry – Der Abwehr-Hüne des FC Chelsea zeigte erneut, dass er zu den besten Verteidigern gehört. Ganz klar der Tonangeber in der Defensive, hielt er seinen Abwehrriegel über weite Strecken gut zusammen. In brenzligen Situationen, z.B. als Joleon Lescott am kurzen Pfosten ausrutschte, klärte er umsichtig und machte nur in Notfällen vom Mittel des Befreiungsschlags Gebrauch. In der 25. Minute rettete er mit einer phantastischen Grätsche höchster Not gegen Balotelli.

Sergio Ramos – Reals Innenverteidiger hat sich seinen Platz in der „Elf des Spieltages“ redlich verdient. Gemeinsam mit Gerard Pique montierte er seinen Klubkollegen Karim Benzema ab und ließ dem Franzosen keinen Raum, um sich zu entfalten. Hatte mit Fortdauer des Spiels sogar die Luft mit nach vorne zu arbeiten und tauchte ein ums andere Mal statt Alvaro Arbeloa auf der Außenverteidiger-Position auf. In der Luft stark, am Boden kompromisslos.

Jordi Alba – Valencias Linksverteidiger spielte routiniert wie ein Veteran und gleichzeitig frech, wie man es von einem 23-Jährigen erwartet. Dass Alba gerade mal neun Länderspiele in seiner Vita zu Buche stehen hat, hätte man bei seinem ersten Auftritt in einem EM-Viertelfinale nicht für möglich gehalten. Leistete mit einer wunderschönen Flanke die Vorarbeit zum 1:0 und spulte auch sonst massig Kilometer auf seiner Seite ab, ohne defensiv jemals in Bedrängnis zu kommen.

Mittelfeld

Andrea Pirlo – Mit seinem Elfmeter hat sich der Spielmacher von Juventus Turin nicht nur in Italien unsterblich gemacht. Locker schupfte er die Kugel ohne mit der Wimper zu zucken in die Mitte des Tores, als wäre Druck für ihn ein Fremdwort. Doch es war nicht nur dieser Geniestreich, der dem 1,77-Meter großen Mittelfeldspieler einen Platz in der „Elf des Spieltags“ bescherte. Jeder Angriff der Italiener wurde von ihm eigeleitet, wurde es gefährlich, hatte er seine Beine im Spiel. Er ist der einzige Akteur der „Squadra Azzurra“ der den tödlichen Pass in unmöglichen Situationen spielen kann, nur durch ein Foul vom Ball zu trennen ist und selbst unter hohem Pressing des Gegners den Mitspieler nicht aus den Augen verliert. Bereits jetzt einer der besten Spielmacher dieses Turniers.

 

Sami Khedira – Plötzlich zappelte die Kugel im Netz. Der Real-Profi hämmerte den Ball in der 61. Minute per Scherenschlag volley unter die Latte und brachte somit seine Mannschaft gegen Griechenland zurück auf die Siegerstraße. Aufgrund der durchwachsenen Leistungen Schweinsteigers rutschte Khedira immer mehr in die Chefrolle im Mittelfeld und füllte diese gegen Griechenland perfekt aus. Offensiv präsent und in der Defensive mit guten Stellungsspiel und starken Zweikampfwerten zeigte der 25-Jährige in allen Spielen, dass er in Madrid einen weiteren Schritt in seiner Karriere gemacht hat.

 

Xabi Alonso – Khediras Kompagnon aus Madrid traf gegen die Franzosen gleich doppelt und avancierte so zum Matchwinner für die Iberer. Doch nicht nur aufgrund seiner zwei Treffer ist der „Königliche“ eine Bank in der „Elf des Spieltags“. Aufgrund seiner Defensivarbeit können die Kollegen im offensiven Mittelfeld schalten und walten wie sie wollen. Gemeinsam mit Sergio Busquets fällt Alonso die unliebsame Arbeit zu, den „Dreck“ der Künstler wegzumachen, was er gegen Frankreich eindrucksvoll getan hat. "Xabi ist ein kompletter Sechser", lobte Teamchef Vicente del Bosque. "Er weiß immer genau, wo er hinspielen muss, hat einen großen Teamgeist und auch offensive Qualitäten, wie die zwei Tore unterstreichen." Mit einem defensiven Mittelfeldspieler in dieser Form kann sich Trainer del Bosque durchaus überlegen nur auf einen Sechser zu setzen, wie dies einige spanische Medien seit Turnierbeginn fordern.

 

Cristiano Ronaldo – Seit seiner vergebenen Großchance gegen Dänemark spielt der Ausnahmekönner wie von einem anderen Stern. Stümperhaft hatte er im Eins-gegen-Eins verzogen, daraufhin prasselte heftigste Kritik auf den Kapitän ein. Doch als hätte er das gebraucht, zeigte er im letzten Gruppenspiel gegen die Niederlande (zwei Tore) und nun auch im Viertelfinale gegen Tschechien, dass sich sein Team auf ihn verlassen kann. War von der überforderten Defensive der Tschechen kaum zu halten und erarbeitete sich zahlreiche Möglichkeiten. Mit seinem Kopftor schoss der Real-Kicker seine Mannschaft schlussendlich ins Halbfinale.

 

Franck Ribery – Der Flügelflitzer konnte einem Leid tun. Ein ums andere Mal narrte er die spanische Defensive, mit Vorliebe Arbeloa, doch seine Kameraden fielen zu seinem Bedauern um Längen ab. Immer wieder schuf sich der Bayern-Spieler Räume auf der linken Seite, um am Ende an der mangelnden Unterstützung seiner Teamkollegen zu scheiten. Machte ein sehr starkes Spiel auf links, resignierte aber verständlicher Weise  mit Fortdauer der Partie. An der Leistung Riberys lag es mit Sicherheit nicht, dass die „Equipe Tricolore“ gegen die Iberer chancenlos war.

Sturm

Miroslav Klose – Zum ersten Mal bei dieser EM durfte der gebürtige Pole von Anfang an ran und zahlte das Vertrauen des Trainers prompt mit einem Tor zurück. Rieb sich gegen die kantigen griechischen Innenverteidiger bis zur seiner Auswechslung auf und versuchte immer wieder Löcher für die nachrückenden Mittelfeldspieler zu schaffen. Ist der einzige reine Stürmer, der in einem Viertelfinale getroffen hat, was ihm schlussendlich den Platz im Angriff der „Elf des Spieltags“ sicherte.

Im Blickfeld

Petr Cech – Wohl der einzige Tscheche, der im Spiel gegen die Portugiesen einem Viertelfinale würdig war. Parierte einen Freistoß von Ronaldo bravourös und machte auch sonst einige Chancen der Gegner zunichte. Beim Gegentor aus kurzer Distanz war er machtlos.

Marco Reus – Zur Überraschung vieler rutschte er für Thomas Müller ins DFB-Aufgebot und machte zunächst auf rechts sowie später auf links eine gute Partie. Krönte seine Leistung im ersten EM-Spiel mit einem sehenswerten Treffer.

Alessandro Diamanti – Der italienische Offensiv-Mann kam zwar erst in der 78. Minute, drückte dem Spiel aber in der restlichen Zeit seinen Stempel auf. Durch gute Flanken sorgte er für Gefahr und traf einmal sogar mit einer solchen die Stange. Im Elfmeterschießen behielt er als letzter Schütze der Italiener die Nerven und schoss sein Team ins Halbfinale.

Mario Balotelli – Immer wieder ist von den großartigen Anlagen des Stürmers die Rede, nur zeigte er sie bei dieser EM noch zu selten. Schoss öfter aufs gegnerische Tor als die gesamte englische Mannschaft, richtig gefährlich wurde es aber nur selten. Wirkte sehr bemüht und stellte sich in den Dienst der Mannschaft. In der 25. Minute hätte er die Führung erzielen können, zeigte aber erneut zu wenig Zug zum Tor.

Sebastian Rauch

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