Zehn Dinge über... Milan Baros

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Milan Baros ist kein Kind von Traurigkeit.

Seine sportliche Karriere gleicht zwar einer Berg- und Talfahrt, abseits des Feldes sorgt er aber trotzdem regelmäßig für Schlagzeilen.

LAOLA1 weiß zehn Dinge über den tschechischen Stürmerstar:

  • Baros ließ sich schon einige disziplinarische Verfehlungen zu Schulden kommen. Im April 2009 war er einer von sechs tschechichschen Teamspielern, die sich nach einer 1:2-Niederlage in der WM-Qualifikation gegen Slowenien mit einigen Frauen zu einem Saufgelage versammelten. Daraufhin wurde der Stürmer mitsamt seinen Kumpanen auf unbestimmte Zeit aus dem Team verbannt. Nur fünf Monate später stand er unter dem neuen Teamchef Ivan Hasek aber schon wieder im Kader.
  • Im November 2007 meinte es Baros etwas zu gut mit einem Freund. Er raste in seinem Ferrari F430 mit 271 km/h über die Autobahn zwischen Genf und Lyon und ging dabei den französischen Polizisten ins Netz. Seine Ausrede: Er wollte seinen Mitfahrer „das Geräusch des Motors hören lassen“. Damit konnte er die Gesetzeshüter aber nicht beeindrucken: Führerschein und Ferrari weg!
  • Der Stürmer ist nicht der einzig namhafte Abkömmling seiner Heimatstadt Valasske Mezirici. Die 27.000-Einwohner-Stadt ist auch Geburtsort des Tennisspielers Tomas Berdych. Auch eine Oscar-Gewinnerin hat ihre Wurzeln in der größten Stadt der mährischen Walachei: Marketa Irglova bekam den Academy Award 2008 für den Song „Falling Slowly“.
  • Im Mai 2007 wurde der 30-Jährige beschuldigt, seinen farbigen Gegenspieler Stephane M'Bia rassistisch beleidigt zu haben. Er hatte sich gegenüber dem Stade-Rennes-Akteur die Nase zugehalten und mit der Hand vor seinem Gesicht hin und her gewedelt, als würde er einen Gestank vertreiben wollen. Das wurde in Frankreich als rassistisch motiviert ausgelegt. Baros behauptete später, er hätte damit nur ausdrücken wollen, M'Bia möge ihm "Luft zum Atmen" lassen. Der französische Verband ließ sich überzeugen - er bekam "nur" drei Spiele Sperre für eine normale Beleidigung.
  • Bei der EURO 2008 wurde Baros eine besondere „Ehre“ zuteil. Er sah im letzten Gruppenspiel gegen die Türkei die Gelbe Karte – auf der Bank sitzend. Nur die Teilnahme am zweiten Spiel gegen Portugal bewahrte ihn davor, mit einer Statistik von null Spielen und einer Gelben Karte nach Hause zu fahren.
  • 2006 betätigte die Skandalnudel sich auch politisch. Im Wahlkampf setzte er sich aktiv für die Partei ODS ein – mit Erfolg. Mirek Topolanek, der Spitzenkandidat der Konservativen, wurde Ministerpräsident. Baros erhoffte sich davon ein Fußballprojekt in seinem Wohnort Vigantice.
  • Schon am Beginn seiner Karriere wurde Baros Großes vorausgesagt. Bei seinem Stammklub Banik Ostrava, wo er fünf Jahre in der Jugend spielte und die ersten drei Saisonen seines Profilebens absolvierte, wurde er „Ostravas Maradona“ genannt. Bei dem Klub spielte übrigens auch der Ex-GAK- und -Austria-Spieler Libor Sionko.
  • Als der 30-Jährige 2002 zum FC Liverpool kam, war er etwas außer Form. Sein dortiger Trainer Gerard Houllier erzählte später: „Als er ankam, dachten manche im Trainerstab wohl, dass er krank war, als ich ihn verpflichtete. Ich glaube, die ersten drei, vier Monate danach dachten sie, dass es ein Fehler war, ihn zu kaufen.“
  • Die wohl erfolgreichste Zeit im Fußballer-Leben des 1,84m großen Stürmers war die EURO 2004. Er schoss Tschechien mit seinen Toren ins Halbfinale, wo unser Nachbarstaat erst am späteren Europameister Griechenland scheiterte. Mit fünf Toren war er überdies Torschützenkönig der EURO.
  • Nach der WM 2006 wurde Baros in einem Nachtklub mit nacktem Oberkörper fotografiert. Das an sich wäre vor allem in seinem Fall ja nichts Außergewöhnliches. Sein Kopfschmuck war aber etwas extravagant: Er hatte sich ein Kondom in die Haare geknotet.

 

Martin Schauhuber

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