GAK ist heiß auf die Revanche

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Die Rückkehr eines Traditionsklubs?

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Steirer-Derbys haben Tradition. War es früher das Bundesliga-Duell zwischen den Grazer Klubs SK Sturm und GAK, mussten die Fans in den vergangenen Jahren mit Sturm gegen Kapfenberg vorlieb nehmen.

Während die Erste Liga in der Vergangenheit eine steirische Hochburg war (2006/07 und 2007/08 waren je vier steirische Klubs in der zweithöchsten Spielklasse), fand sich in der abgelaufenen Saison mit dem abgeschlagenen Schlusslicht Hartberg nur noch ein Vertreter aus der „Grünen Mark“.

Mit dem Abstieg Kapfenbergs aus der Bundesliga steht der SK Sturm künftig als einziger Vertreter der Steiermark in der höchsten Spielklasse, Derbys wird es also keine geben.

Kapfenberg wartet auf Derby-Gegner

Anders die Situation in der zweiten Liga. Der KSV trifft in der kommenden Saison auf einen zweiten steirischen Vertreter. Welcher Verein dies sein wird, entscheidet sich in zwei Relegations-Derbys zwischen Regionalliga-Mitte-Meister GAK und dem TSV Hartberg.

Für beide Mannschaften sind diese Aufeinandertreffen eine große Chance. Der GAK kann nach der Insolvenz und dem damit verbundenen Lizenz-Entzug der Bundesliga nach fünf Jahren Absenz wieder in den Profi-Fußball aufsteigen. Damit würde eine sensationelle Saison in der Regionalliga (Meister mit 20 Punkten Vorsprung) gekrönt werden.

Der TSV Hartberg präsentierte sich in der abgelaufenen Spielzeit lediglich im Cup stark und zog ins Halbfinale ein, in der Liga belegten die Oststeirer mit zehn Punkten Rückstand den letzten Platz. Sportlich abgestiegen, bekamen die Blau-Weißen jedoch unverhofft doch noch die Möglichkeit den Abstieg abzuwenden, da dem LASK keine Lizenz erteilt wurde.

Streitthema „Saisonfinale 2009“

Zuletzt trafen GAK und TSV am 5. Juni 2009 in der Regionalliga aufeinander. Damals, in der vorletzten Runde, empfing der Zweitplatzierte aus Graz den Tabellenführer aus Hartberg. Getrennt waren die beiden Teams durch drei Punkte. Der GAK gewann mit 2:0 und übernahm aufgrund des um vier Tore besseren Torverhältnisses die Tabellenführung.

Punktegleich gingen die Teams damit ins Fernduell in der letzten Runde. Die „Roten Teufel“ gastierten bei Blau-Weiß Linz, der TSV empfing zu Hause den SAK aus Klagenfurt. Während die Oststeirer bereits nach 24 Minuten mit 3:0 vorne lagen, fielen in Linz in Hälfte eins keine Tore. Zur Halbzeit lag Hartberg also auf Titelkurs.

Vor genau drei Jahren jubelte der GAK

Daniel Schütz erlöste den GAK vorerst und stellte in Minute 58 auf 1:0 für die Grazer. In Hartberg war das fröhliche Toreschießen aber auch noch nicht beendet: Mit einem Doppelschlag in nur einer Minute erhöhten die Oststeirer auf 5:0.

Damit hatten beide auch die gleiche Tordifferenz, der GAK jedoch mehr erzielte Tore. Der Double-Gewinner von 2004 stand vor dem Aufstieg in die Erste Liga.

Linz leistet Schützenhilfe

Als der eingewechselte Kollmann in Linz auf 2:0 stellte, schien alles klar. Doch der Krimi ging weiter: Gamperl legte in Hartberg noch einmal nach und erzielte in der 89. Minute das 6:0 für den TSV.

Der Held des Abends war aus Sicht der Blau-Weißen aus der Steiermark aber ein Blau-Weißer aus Linz. Svetozar Nikolov jubelte in der Nachspielzeit über den Anschlusstreffer zum 1:2 in Linz. Da in Hartberg nichts mehr passierte, feierte der TSV den knappen Aufstieg mit einem Tor Differenz.

Noch heute bestehen Spannungen zwischen den Fanlagern der steirischen Relegations-Gegner. Beim GAK brennen sowohl die Spieler, als auch der Anhang auf eine Revanche für das „fragwürdige“ Aufsteigen des TSV.

Bleibt Hartberg in der Ersten Liga?

In Hartberg kann man den Vorwurf, sich den Aufstieg erkauft zu haben, nicht mehr hören. Man verweist lieber auf die überraschenden Sensationen des GAK im Frühjahr 2009 (25. Runde: 8:1 gegen Bad Aussee, 28. Runde: 5:1 bei St. Veit).

Wiedersehen nach drei Jahren

Genau drei Jahre nach der letzten Begegnung, am 5. Juni 2012, treffen die Konkurrenten erneut aufeinander. Das Interesse ist groß, heute Früh waren für das Hinspiel in der UPC-Arena in Graz bereits 13.300 Karten weg. Die Entscheidung fällt drei Tage später im restlos ausverkauften Stadion Hartberg (3.600 Besucher).

Der Sieger wird kommende Saison in der zweithöchsten Spielklasse antreten, der Verlierer spielt in der Regionalliga. Gelingt dem GAK die Revanche, oder nützt der TSV die zweite Chance? Die Steiermark darf sich auf zwei spannende Derbys freuen…

Rainer Liebich

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