St. Pölten mischt wieder mit im Titelkampf

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Aus dem nach den ersten zwölf Runden zu erwartenden Alleingang der Lustenauer Austria in der Ersten Liga ist zwei Wochen später ein spannender Dreikampf geworden.

Nach der 0:1-Niederlage in Grödig mussten sich die Vorarlberger am Freitag auch dem zweiten Titel-Rivalen St. Pölten mit 1:2 geschlagen geben.

"Sonst wäre es ja langweilig geworden", übte sich Coach Helgi Kolvidsson nach der zweiten Niederlage in Folge im Gespräch mit LAOLA1 in Galgenhumor.

Kolvidsson ist sauer

Sauer war der Isländer aber trotzdem. Und zwar auf seine Mannschaft.

"In den ersten zwölf Spielen hat einfach das Kollektiv gepasst. Da ist jeder für den anderen gelaufen. Zuletzt hatte ich das Gefühl, dass manche einfach zu locker und nicht konsequent genug waren. So etwas ärgert mich", stellte der 41-Jährige klar.

Einige seiner Akteure scheinen nämlich schon vor dem angepeilten Aufstieg in die Bundesliga Star-Allüren zu entwickeln.

"Viel naiver geht es nicht mehr"

"In der guten Phase hat sich keiner über die Aufstellung beschwert - da gab es keine Diskussionen. Momentan äußern einige ihre Wunsch-Positionen. Vorher waren sie ein Team, gegen St. Pölten wirkte das nicht so."

Vor allem die zwei Gegentore gegen die Niederösterreicher wären laut Kolvidsson leicht zu verhindern gewesen.

"Du führst 1:0 und dann wirst du ausgekontert. Viel naiver geht es eigentlich nicht mehr. Beim ersten Tor lässt Felix (Roth) seinen Gegenspieler laufen. Beim zweiten Tor hätte Sascha (Boller) eingreifen müssen", nennt der Coach die Problemfälle beim Namen.

Scherb ist auf seine Spieler "stolz"

"Deutliche Worte" will der Isländer nach der Partie mit seinen Schützlingen sprechen.

"Wenn ich nicht bereit bin, die nötigen Meter zu machen, dann werde ich eben bestaft."

 Sein Gegenüber Martin Scherb war mit der Leistung seiner Truppe hingegen mehr als zufrieden.

"Einsatz, Aggressivität und Leidenschaft waren eines Spitzenspiels würdig", lobte der Trainer seine Spieler. "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft."

"Ein riesiger Entwicklungsschritt"

Besonders erfreulich für Scherb war, dass seine Truppe nach dem 3:2-Erfolg gegen Altach zum zweiten Mal in Folge in einem Heimspiel einen Rückstand in einen Sieg verwandeln konnte.

"Dank ihren körperlichen Fähigkeiten und ihrer mentalen Stärke ist es den Jungs gelungen, diese Partien noch zu drehen. Das ist ein riesiger Entwicklungsschritt für meine Mannschaft."

St. Pölten ist wieder dran

Durch den Sieg im Spitzenspiel lebt weiterhin der Traum vom Aufstieg. Die Niederösterreicher haben nun nur mehr vier Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Austria Lustenau.

Grödig liegt nach der 0:3-Pleite in Hartberg gar nur mehr einen Zähler vor den "Wölfen" aus der Landeshauptstadt.

Gerade diese Konstellation führt allerdings Kolvidsson als großen Vorteil an, um bald wieder auf die Erfolgsspur zurück zu finden: "Wir sind immer noch Tabellenführer. Deshalb brauche ich auch keine acht Mentaltrainer, um das Team wieder aufzubauen."

Dass der Weg freilich noch ein langer ist, ist auch dem Isländer bewusst: "Es hat keiner gedacht, dass die Meisterschaft nach 15 Spielen entschieden ist."

Sonst wäre es ja auch langweilig.

Christian Frühwald

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