Wo gut nicht gut genug ist

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Wo die Luft dünn wird

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Nach der Europameisterschaft ist vor dem Liga-Alltag.

Für Österreichs U19-Teamkicker ging es nach dem erfolgreichen Abschneiden bei der Endrunde in Ungarn sozusagen "volley" zurück in die jeweiligen Vereine. 

Nur wenige Akteure hatten, wie Manchester-City-Legionär Sinan Bytyqi von seinem Coach Patrick Viera, eine paar freie Tage verordnet bekommen. Den allermeisten von ihnen könnten an diesem Freitag bereits die ersten Liga-Einsätze bevorstehen.

Das gilt auch für Innenverteidiger Lukas Gugganig und Mittelfeld-Mann Konrad Laimer, zwei der insgesamt fünf U19-Kicker aus dem Bullen-Stall.

Beide werden in dieser Saison beim FC Liefering zum Einsatz kommen. "Um Spielpraxis zu sammeln", erklären die Youngsters gegenüber LAOLA1. Beide haben jedoch Ambitionen, in (naher) Zukunft dem Bundesliga-Kader Salzburgs anzugehören. Die Voraussetzungen sind jedoch unterschiedlich.

Ziel: Profi-Kader

Für den 19-jährigen Gugganig sind Einsätze in der Ersten Liga bereits Routine, absolvierte er in der Vorsaison doch bereits 24 Spiele für die Lierferinger und erzielte dabei zwei Tore. Aufgrund seiner Sperre beim EM-Auftakt, stand er auch in dieser Saison bereits einmal für die Jung-Bullen auf dem Rasen. Beim 3:0-Sieg in Hartberg trug Gugganig sogar die Kapitänsschleife.

Während der 1,91m-Hüne seinen Stammplatz, wie er selbst sagt, "sicher" zu haben scheint, kann der 17-jährige Laimer das wohl noch nicht von sich behaupten. Zwar kam er am Ende der Vorsaison erstmals zum Einsatz, geht jedoch nun in seine erste "volle" Erste-Liga-Saison.

Die beiden eint wie gesagt ein großes Ziel. "Wir wollen es in den Profi-Kader von Red Bull Salzburg schaffen und in der Bundesliga auflaufen." Beide eint, dass sie dafür an den zahlreichen großen Namen vorbeimüssen, die sich im fast 70 Millionen Euro schweren Kader tummeln. Namentlich Hinteregger, Ramalho, Schiemer, Rodnei und eventuell Vorsah bzw. Ilsanker, Berisha, Leitgeb - um nur einige zu nennen.

Wie schon im Winter schwitzte Laimer in der Vorbereitung bei der "Ersten"

Alternativen

Diesbezügliche Forderungen zu stellen, wagen weder Laimer, noch Gugganig, dessen Vertrag bis 2016 läuft. "Ich will mich weiterhin bei Liefering etablieren und im Sommer sehen wir weiter." Auch wenn beide verneinen, die Ausbildung im Bullen-Stall nur als "Sprungbrett" zu sehen: Sollten beide ihr langfristiges Ziel, für die Salzburg in der Bundesliga aufzulaufen, nicht erreichen, stehen ihnen bei anderen Vereinen wohl Tür und Tor offen.

Daran verschwenden die ÖFB-Teamspieler jedoch keinen Gedanken. "Ich will mir den Stammplatz irgendwie erkämpfen", sagt Laimer mit vollster Überzeugung, "und dann irgendwann ins Ausland wechseln." Deutschland, England, Spanien seien der Traum aller jungen Spieler.

Dementsprechende Angebote, beispielsweise von Dortmund, habe es sogar bereits gegeben. Laimer entschied sich für einen Verbleib bei den Bullen, bei denen er, wie Gugganig, die Akademie durchlief. "Weil ich in den Profi-Kader schnuppern durfte und gesehen habe, dass ich das Vertrauen und die Wertschätzung bekomme", begründet der 17-Jährige.

Gut ist nicht gut genug

Beide, sowohl Abwehr-Hüne Gugganig, als auch Mittelfeld-Mann Laimer, werden früher oder später bzw. weiterhin ihre Chancen bekommen. "So wie jeder, der in der Bullen-Akademie aufzeigt", betont Laimer.

Aber: "Die Luft wird wirklich dünn. Es ist richtig schwer, es nach oben zu schaffen. Du musst rausstechen und schon etwas drauf haben."

 

Kevin Bell

Durchbeißen

"Spieler auf europäischem Top-Niveau", weiß Gugganig um die harte Konkurrenz. Doch der Innenverteidiger wittert seine Chance. "Ich werde in Liefering weiter Gas geben und dann kommt irgendwann die Gelegenheit." Die Erste Liga sei vorerst aber die optimale Plattform zur Weiterentwicklung.

Für den rund zwei Jahre jüngeren Laimer, der die gesamte Vorbereitung "oben" mitmachte und bereits mit einem Profi-Vertrag (bis 2017) ausgestattet wurde, kam diese bereits. Wenn auch nur in Testspielen. "Wenn ich die nächsten Jahre hart arbeite und dranbleibe, kann es klappen", weiß Laimer. "Ich bin aber schon noch einen Schritt davon entfernt", fügt er hinzu.

Vom Training bei den "Großen" schwärmt der "Achter", dessen Stärken in der Balleroberung und im Spiel in die Tiefe liegen. "Man wird in jedem Training voll gefordert. Es sind Trainingsinhalte dabei, wo man sich immer wieder weiterentwickeln kann." Zwar spüre er das Vertrauen des Klubs, "der Verein setzt auf mich", weiß aber auch, dass es gerade bei Red Bull Salzburg schwer ist, den Durchbruch zu schaffen und ein "Stammleiberl" zu erkämpfen.

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