Der Linzer Königstransfer

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„Man kann sich auf einen spielfreudigen LASK freuen"

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Manuel Kerhe, Ione Cabrera, Christian Ramsebner oder Thomas Fröschl.

Der LASK hat im Sommer kaum etwas ausgelassen, um seine Kaderstärke auf Bundesliga-Niveau zu heben. Dem nicht genug, legten die Linzer noch mit einem ÖFB-Legionär nach: Rene Gartler.

Der 29-Jährige ist der Königstransfer der Oberösterreicher in diesem Jahr. Aus der zweiten deutschen Liga von Sandhausen kommend, soll der Stürmer den LASK zurück ins Oberhaus schießen.

Erster Vorgeschmack im Cup

Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits in der ersten ÖFB-Cup-Runde beim 7:2-Sieg in Parndorf, wo der Wiener gleich vier Mal traf. Und somit drei Mal öfter als in der gesamten vergangenen Saison.

Für Gartler ist es eine Rückkehr nach Oberösterreich, war der Angreifer doch vor seinem Engagement in Deutschland zwei Saisonen in Ried tätig und erzielte dort satte 30 Bundesliga-Tore.

Der Neuzugang ist bei weitem nicht der einzige mit Vergangenheit beim Lokalrivalen. Der für Aufsehen erregende Wechsel von Trainer Oliver Glasner ist ohnehin noch in bester Erinnerung.

„Es gibt im Trainer- und Spieler-Bereich eine Rieder Vergangenheit. Aber das ist die Vergangenheit. Wir konzentrieren uns nun auf das hier und sind auf einem guten Weg“, schildert Gartler, der Ried „viel zu verdanken hat“.

Die Wikinger waren auch interessiert, doch der LASK machte das Rennen.

„Ich wollte ein Teil davon sein“

Beim Gespräch mit LAOLA1 bringt es der Neue klar auf den Punkt, warum seine Würfel auf die Landeshauptstadt fielen.

„Die Philosophie des Trainers mit dem modernen System des Gegenpressings samt der Visionen des Vereins – das hat mich einfach sehr angesprochen. Damit habe ich mich extrem identifizieren können und richtig Lust und Bock darauf bekommen. Es war ganz klar eine Entscheidung für den LASK.“

Natürlich hat auch das Gesamtpaket gepasst. Ein Dreijahres-Vertrag mit guten Konditionen liegt dieser Tage für einen Fußballer nicht einfach so auf der Straße herum. Gartler betont aber den sportlichen Aspekt.

„Es ist kein Neuland für mich, ich habe es schon gesehen. Aber nun wollte ich auch ein Teil davon sein. Und es bestätigt mich seit Beginn: Es macht sehr viel Spaß. Und es macht auch keiner allein. Alle gehören dazu, alle machen mit und man merkt einfach: Es zahlt sich aus.“

Glasner implementiert, wie schon in Ried, was er aus der Salzburger Schule mitgenommen hat. Gemeinsames Agieren mit und gegen den Ball, Gegenpressing nahe dem gegnerischen Tor.

„Hier kann ich meine Stärken ausspielen“

Mit Spielern wie Nikola Dovedan, der sich als Ex-Lieferinger wohl am meisten über die Bestellung dieses Trainers gefreut hat, Christopher Drazan (vier Assists im Cup) oder Manuel Kerhe verfügen die Linzer über riesige Offensiv-Qualität in der zweithöchsten Spielklasse.

Davon soll Gartler ganz vorne profitieren.

„Meine Stärken liegen im und rund um den Sechzehner. Man versucht nach Ballgewinn schnell nach vorne zu spielen und da kann ich dann den Ball ablegen oder selbst abschließen“, sagt der ehemalige Rapidler, dessen Vater Harry aktuell dem Neubau in Wien-Hütteldorf vorsteht.

Idealerweise spielt Gartler schon kommende Saison in „Papas Stadion“, sollte der LASK seiner Favoritenrolle gerecht werden. „Ich würde es unterschreiben, aber wir wissen, es ist ein langer und steiniger Weg und kein Spaziergang“, klopft Sohnemann Rene keine großen Sprüche.

Nicht völlig am Sand in Sandhausen

Das Jahr in Sandhausen war indes nicht für den Harry, dafür für den Hugo. Wenn auch nicht ganz.

„Sportlich war es natürlich negativ, aber aus den negativen Erfahrungen nimmt man immer am meisten mit“, so der Familienvater.

„Es ist von Beginn an nicht das eingetroffen, was vorher besprochen wurde, nämlich was die Philosophie betrifft. Es wurde mehr das Spiel zerstört, wir sind tief gestanden und im Spiel ohne Ball kann ich meine Stärken nicht einbringen. Deswegen wollte ich schon im Winter weg, das hat leider nicht funktioniert. Jetzt habe ich ein halbes Jahr verloren, aber das kann im Fußball vorkommen.“

Der Sportchef soll mehr hinter der Verpflichtung gestanden haben als der Trainer. Keine gute Voraussetzung. Gut, dass beim LASK beide Positionen von einer Person bekleidet werden.

„Hier kann das nicht passieren“, grinst Gartler, der von sich behaupten kann, sein einziges Tor in der zweiten deutschen Liga an einer Kultstätte erzielt zu haben. Am Millerntor in St. Pauli.

Der grinsende Gartler

„Wenigstens habe ich in dem Stadion getroffen, wo es am geilsten zu spielen ist. Das kann mir keiner nehmen“, grinst Gartler schon wieder. Auch kein Wunder, denn die Leidenszeit ist vorbei.

Eine Anzahl an Toren verspricht der Erste-Liga-Torschützenkönig von 2008 (21 Tore für den FC Lustenau) nicht, nur: „Vom Spielstil her hat sich bei mir nicht viel geändert.“ Und wieder grinst er.

Am Freitag geht die Mission gegen den FAC los. „Man kann sich auf einen spielfreudigen LASK freuen, der agiert und versucht, attraktiven und leidenschaftlichen Fußball zu spielen“, verspricht Gartler.

Und der Königstransfer soll es ganz vorne richten.

 

Bernhard Kastler

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