Gereift für die Bundesliga

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"Ich beschäftige mich nur mit dem Aufstieg"

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Es war ein ungewohntes Gefühl für Pavao Pervan am vergangenen Freitag.

Der Tormann des LASK musste in einem Heimspiel zwei Mal hinter sich greifen. Das war beim 3:2-Sieg gegen Austria Lustenau in dieser Erste-Liga-Saison überhaupt das erste Mal der Fall.

„Das war wirklich ungewohnt, müssen wir uns aber selbst zuschreiben“, erklärt der 27-Jährige im Gespräch mit LAOLA1 und spricht dabei von einer Umstellung gegenüber des Herbstes.

„Wir wollen weiter vorne stehen, deswegen ergeben sich diese Räume. Lustenau hat das zwei Mal super gemacht und gut reingespielt. Da geht es um den Zugriff, der sehr wichtig ist. Wir werden natürlich versuchen, das zu verbessern, müssen aber deswegen unseren Spielstil nicht ändern.“

Höher stehen wie im Herbst

Der LASK steht höher, will a la Red Bull Salzburg den Gegner vor allem in der gegnerischen Hälfte beschäftigen. Beim 2:0 gelang das in Form eines Tores, als Nikola Dovedan – zu Saisonstart noch beim RB-Farmteam Liefering – Wal Fall den Ball abnahm und Thomas Hinum letztlich verwertete.

Auf der anderen Seite wurde die Linzer Abwehr mit zwei guten Pässen ausgehebelt.

„Das zweite Tor geht auf meine Kappe, da komme ich zu spät raus. Das ist das Risiko der offensiven Spielweise, wir stehen aber taktisch nicht so schlecht. In Mattersburg soll uns das freilich nicht passieren“, hofft Pervan auf ein neuerliches Zu-Null gegen den Titelrivalen.

Die Null soll unter den Pappeln stehen

Zwei Mal gelang das schon in dieser Saison, sowohl zu Hause als auch auswärts konnten die Linzer den aktuellen Tabellenführer 1:0 schlagen. Im Pappelstadion hielt Pervan sogar einen Elfmeter.

Gemeinsam mit seiner Abwehr bildet der 27-Jährige das Bollwerk der Liga, zusammen ließ man nur 16 Gegentreffer zu. Die zweitwenigsten weist der SV Mattersburg mit bereits 23 Toren auf.

„Wir versuchen so weit wie möglich vorne anzugreifen. Defensiv haben wir eine gut eingespielte Mannschaft, mit schnellen und aggressiven Spielern. Das macht es den Gegnern nicht einfach“, weiß Pervan, der freilich seinen fairen Anteil an dieser Geschichte trägt.

Pavao Pervan ist „Mr. Ehrgeiz“

In der LASK-Abstiegssaison 2010/11 stand Pervan bereits zwei Mal in einem Oberhaus-Spiel im Kasten, doch nach etwas mehr als eineinhalb Saisonen in der Ersten Liga sowie zwei in der Regionalliga scheint der frühere FC-Lustenau-Goalie nun auch wirklich gereift für die Bundesliga.

„Ich bin sehr selbstkritisch und schaue immer, was ich besser machen kann. Ich denke, das hat mich auch dort hingebracht, wo ich jetzt bin. Ich hatte früher einen anderen Spielstil und habe mich über die Jahre weiterentwickelt. Das Spiel mit dem Fuß ist als Tormann sehr wichtig geworden.“

„Es geht auch um die Kommunikation und man muss sich dann etwas trauen. Das kommt mit der Zeit. Das war bei meinem ersten Spiel beim LASK auch nicht so“, schildert er den Reifeprozess.

Ausgeprägter Ehrgeiz ist indes sein Markenzeichen geworden. Kaum war im Juni die Rückkehr ins Profigeschäft fix, dachte Pervan schon an die nächste Saison. Groß zu feiern war nicht angesagt.

Beim LASK gab es Höhen und Tiefen, doch sein Wechsel via Pasching zum LASK war der goldrichtige. „Diese Entscheidung habe ich nie bereut, ich identifiziere mich absolut mit dem Verein und merke jeden tag die Unterstützung der Leute. Mit diesem professionellen Umfeld macht es jetzt besonders Spaß“, weiß er, wovon er spricht.

Keinen Plan B

Schließlich hätte es kurz vor dem Ende der Ära Reichel auch ganz anders kommen können. Die Zukunft war ungewiss und die Spielergehälter standen aus.

„Ich wollte natürlich hier bleiben, aber man macht sich auch seine Gedanken über Plan B. Was ist, wenn die Übernahme nicht klappt. Glücklicherweise sind wir alle zusammengeblieben und der Verein wurde übernommen“, wurden Pervan und der Rest für ihre Treue belohnt.

So denkt Pervan, der einen gültigen Vertrag bis 2016 besitzt, auch nicht an einen Plan B hinsichtlich seiner Chance auf die Rückkehr ins Oberhaus, sollte es diese Saison nicht klappen.

„Im Moment gibt es nur diesen Plan A, nämlich der Aufstieg mit dem LASK. Ich bin auch überzeugt, dass wir das schaffen. Ich beschäftige mich nicht mit etwas anderem.“

 

Bernhard Kastler

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