"Irrelevant, selbst wenn Real Madrid interessiert wäre"

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Rene Swete sorgte zuletzt für Schlagzeilen.

Dabei waren allerdings weniger die starken Leistungen des FAC-Tormanns im Blickpunkt. Vielmehr waren es zwei Ausraster, die ihn in ein schlechtes Licht rückten.

Zuerst schoss Swete bei der Niederlage gegen Austria Lustenau deren Trainer Lassaad Chabbi aus kurzer Distanz ab. Wenige Tage darauf fingen Kameras ein, wie er nach einer Ecke gegen Liefering-Spieler Luan nachtrat.

„Ich kann schon einmal lauter werden, aber normalerweise habe ich mich relativ gut im Griff“, will der Schlussmann im LAOLA1-Interview ein Heißsporn-Image im Keim ersticken.

Mit seinem Verein Floridsdorfer AC steckt er in seiner ersten Profi-Saison mitten im verrücktesten Abstiegskampf Österreichs, Trainer Hans Kleer musste mittlerweile für Kult-Coach Peter Pacult Platz machen.

Schuld an der schwierigen Situation der Wiener trifft Swete keine, lieferte er schließlich mehrfach eindrucksvolle Leistungen ab.

LAOLA1: Zuletzt setzte es eine 0:1-Niederlage gegen den FC Liefering – ist diese Mannschaft momentan zu gut für die Liga?

Rene Swete: Sie sind nicht zu gut, aber sie haben eine Topmannschaft. Im Moment sind sie sicher das beste Team. Wir hatten trotzdem zwei, drei gute Chancen. Das letzte Quäntchen an Entschlossenheit hat gefehlt. Von den Spielanteilen war es ein gerechtes Ergebnis, so ehrlich muss man sein.

LAOLA1: Mit dem eigenen Spiel kannst du aber zufrieden sein. Zum Schluss hast du noch mit zwei Glanzparaden eine höhere Niederlage verhindert.

Swete: Das ist relativ schön für die Statistik, aber im Endeffekt bringt es uns nichts. Da spiele ich lieber schlecht und wir gewinnen 3:2, da haben wir alle mehr davon.

LAOLA1: Nach der Partie gab es den Trainerwechsel von Aufstiegscoach Hans Kleer auf Peter Pacult (HIER alle Infos). War die Mannschaft überrascht von der Entlassung?

Swete: Ich bin nicht in der Lage, diese Entscheidung zu kommentieren, das steht mir nicht zu. Ich muss mich auf Freitag fokussieren, da steht ein unglaublich wichtiges Spiel gegen Horn an. Wir sind Hans Kleer für die Erfolge sehr dankbar.

LAOLA1: Wie war die erste Trainingseinheit unter Peter Pacult?

Swete: Es war nicht sehr aufregend, da es nur ein Regenerationstraining war. Er hat eine gute Ansprache gehalten, in der er aufforderte, dass wir für den Klassenerhalt kämpfen und jeder an einem Strang zieht. Danach hat er noch mit zwei, drei Spielern ein Gespräch geführt.

LAOLA1: Das ist deine erste Saison im Profi-Fußball als Stammkeeper. Wie ist die Erfahrung bisher?

Swete: Es ist komischerweise etwas leichter als im Amateurbereich. Durch die vielen Zuseher bin ich persönlich viel fokussierter. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich in der Regionalliga nicht fokussiert war, aber man geht mit einer ganz anderen Einstellung in ein Spiel hinein.

LAOLA1: Was war bislang dein Highlight in dieser Saison?

Swete: Da gibt es mehrere. Vom ersten Spiel, über den ersten Sieg oder auswärts gegen den LASK, als wir vor 3.500 Zusehern gespielt haben. Da gibt es viele Dinge, die man mitnimmt.

Swete im Gespräch mit Neo-Trainer Pacult

LAOLA1: Der Abstiegskampf beginnt beim Vierten und endet beim Zehnten. Hast du jemals so eine verrückte Tabellensituation erlebt?

Swete: Da sieht man wieder, dass eine Zehnerliga mit zwei Absteigern zum Scheitern verurteilt ist. Es gibt keine andere Liga auf der Welt, wo ein Fünftel der Mannschaften absteigt. Mehr braucht man dazu nicht sagen.

LAOLA1: Wird der mögliche Abstieg innerhalb der Mannschaft thematisiert?

Swete: Uns war seit der ersten Runde bewusst, dass diese Saison ein Kampf um den Klassenerhalt wird. Das ist keine akute Situation. Man sieht, wo wir momentan stehen, und da müssen wir rauskommen.

LAOLA1: Der FAC ist als krasser Außenseiter in die Saison gegangen. Kann man dadurch etwas befreiter spielen? Hat man vermeintlich weniger zu verlieren als manch andere Teams im Abstiegskampf?

Swete: Im Endeffekt geht es für jeden ums Gleiche, nämlich den Klassenerhalt. Wenn du einmal oben bist, willst du natürlich auch dort bleiben. Deswegen glaube ich nicht, dass es da irgendeinen Vorteil gibt.

LAOLA1: Im Spiel gegen Austria Lustenau gab es den Eklat, als du Lassaad Chabbi aus kurzer Distanz abgeschossen hast. Wie ist deine Sicht der Dinge?

Swete: Es steht 0:1 in der 85. Minute, du bist selbst unzufrieden, dass du im Rückstand bist. Es war eine etwas unüberlegte Aktion, aber nach dem Spiel war das schnell wieder geklärt. Der Trainer ist zu mir gekommen, ich habe mich entschuldigt. Es war unnötig und ich wollte den Trainer nicht verletzen. Am Ende schaut es blöder aus, als es tatsächlich war.

LAOLA1: Bist du ein Heißsporn?

Swete: Ich kann schon einmal lauter werden, aber normalerweise habe ich mich relativ gut im Griff.

LAOLA1: In der Jugend hast du unter anderem für Rapid gespielt. Ist es ein Ziel von dir, eines Tages zurückzukehren?

Swete: Man sollte immer Ziele haben, egal ob es jetzt Rapid wird oder ein anderer Klub. Wenn es soweit kommen würde, ist das natürlich nichts, was man nicht annehmen sollte. Ich bin überzeugt, wenn ich hart weiterarbeite, dann ist einiges möglich. Im Grunde liegt alles in meiner Hand. Was dabei rauskommt, muss ich mir selbst zuschreiben.

LAOLA1: Es wird von einem Grödig-Interesse an deiner Person spekuliert.

Swete: Das ist für mich komplett irrelevant, selbst wenn Real Madrid interessiert wäre. Für mich zählen nur die letzten sieben Spiele, von einem Interesse weiß ich selbst nichts.

LAOLA1: Wer ist dein Vorbild?

Swete: Iker Casillas. Der ist zwar momentan nicht in seiner besten Verfassung, aber ich bleibe ihm treu.

 

Das Gespräch führte Julian Saxer

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