"Kann die Leute verstehen"

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Schicker arbeitet am Comeback: "Will es probieren"

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Gut drei Monate ist es her, als Andreas Schicker bei einem Unfall mit einem Böller seine linke Hand verloren hat.

In einer zehnstündigen Operation wurde dem 28-Jährigen die Hand inklusive des unteren Drittels seines Arms amputiert, dazu wurde an der rechten Hand der Daumen wieder angenäht.

In der Sendung "Talk und Tore" auf "Sky Sport Austria" spricht der Verteidiger des SV Horn ausführlich über den Unfall, die Reaktionen darauf und seine Comeback-Pläne.

Wann er seinem Beruf wieder nachgehen kann, ist noch offen.

Sein Verein lässt ihn jedenfalls nicht fallen: "Er ist ein Vorzeige-Athlet. Bei uns ist er immer willkommen", sagt Thomas Kronsteiner, Präsident des SV Horn.

Stefan Reiter, Manager seines Ex-Klubs Ried, ist "hundertprozentig überzeugt, dass er wieder Fußball spielen wird."

ANDREAS SCHICKER...

...ÜBER DEN ABEND DES UNFALLS:

Es war ein normaler Abend mit Freunden in Bruck. Ich habe da schon wieder mit der Mannschaft trainiert und war am Wochenende zuhause. Kurz bevor wir heimgegangen sind, habe ich den Böller in die Hände bekommen. Beim Anzünden ist er sofort explodiert, es war eine Riesen-Stichflamme. Als ich über die Straße gegangen bin und bei der Polizei anläuten wollte, habe ich gesehen, dass die linke Hand weg war. Ich habe zunächst überhaupt keine Schmerzen verspürt. Dann ist mein Cousin gekommen und hat mich beruhigt. Aber ich habe sofort gewusst, was los ist. Das Wichtigste war, dass keinem anderen etwas passiert ist. So habe ich für meinen Blödsinn die Höchststrafe bezahlt. Aber ich kann damit besser leben, als wenn jemand anderem etwas passiert wäre.

...ÜBER DEN BÖLLER-KAUF:

Dass ich ihn gar nicht hätte zünden dürfen, weil er illegal ist, habe ich erst von der Polizei erfahren. Dort haben sie auch gesagt, dass es eigentlich ein Wunder ist, dass nicht mehr passiert ist. Der Kauf war eine blöde Geschichte. Eigentlich wollte ich nur Raketen kaufen. Für das Restgeld wurden mir dann noch diese Böller angeboten, von denen dann einer eben ein Jahr lang übrig geblieben ist. Dadurch dürfte er zum Glück auch an Stärke verloren haben.

...ÜBER SEINEN GESUNDHEITSZUSTAND:

Mir geht es sehr gut. Seit der Unfall passiert ist, ist alles sehr positiv verlaufen. Es war lange nicht klar, wie es mit meiner rechten Hand weitergeht. Ich muss mich sehr beim Chirurgen bedanken, der eine großartige Arbeit gemacht hat. Bei der rechten Hand bin ich schmerzfrei, bei der linken Hand habe ich zum Glück keine Phantomschmerzen. Die Prothesenansteuerung funktioniert sehr gut.

...ÜBER KRITISCHE WORTMELDUNGEN NACH DEM UNFALL:

Ich kann die Leute verstehen, die sagen: Was macht ein Fußballprofi, der eigentlich ein Vorbild sein soll, um vier Uhr früh mit einem Böller in der Hand? Es war ein Blödsinn.

...ÜBER DINGE, DIE ER NEU LERNEN MUSSTE:

Da ist man wieder wie ein kleines Kind. Ich musste sechs Wochen gefüttert werden. Aber dank meiner Freundin und meiner Familie ist es mir auch gut gegangen. Die Unterstützung von meinen Freunden und Kollegen gibt mir auch viel Kraft. Jetzt kann ich zum Beispiel auch schon wieder Auto fahren. Nach der Reha mache ich auch Training mit dem Ball und gehe laufen.

...ÜBER DIE ARBEIT AM COMEBACK:

Meine Planung sieht so aus, dass ich das gesamte Jahr 2015 primär der rechten Hand widmen will. Nebenbei will ich mich fußballfit machen. Ob es noch reicht, weiß ich nicht. Das wird man dann sehen, ob es Sinn macht oder nicht. Man wird es in den Trainings relativ schnell sehen. Ich will mir jedenfalls mit 35 nicht vorwerfen, es nicht probiert zu haben. Wann es soweit sein wird, ist schwer zu sagen. Ich denke schon, dass ich noch eine Zeit brauche. Solange die Ärzte sagen, dass ein Risiko vorhanden ist, werde ich es nicht machen.

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