"Jede Änderung wäre ein Wahnsinn"

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Die Vertreter der Bundesliga suchen am Donnerstag im Rahmen einer Sitzung in Wien nach einer gemeinsamen Linie in der Diskussion um das Format der Ersten Liga.

Der ÖFB und seine Landesverbände wünschen sich einen Direktaufstieg der drei Regionalliga-Meister in die zweithöchste Leistungsstufe und würden deshalb eine Aufstockung von 10 auf 12 oder 16 Clubs begrüßen.

Dies wird jedoch von den aktuellen Vereinen der Ersten Liga vehement abgelehnt.

"Jede Änderung wäre ein Wahnsinn"

Hubert Nagel, Präsident von Erste-Liga-Spitzenreiter Austria Lustenau und gleichzeitig Mitglied des Bundesliga-Aufsichtsrats, spricht sich sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus sportlichen Gründen klar gegen eine Erweiterung aus.

"Jede Änderung wäre ein Wahnsinn. Die Erste Liga ist zum Spielball zwischen Bundesliga und ÖFB geworden, obwohl sie sich gut entwickelt hat", erklärte der Vorarlberger und wies darauf hin, dass drei der vier aktuellen Bundesliga-Toptorschützen (Philipp Hosiner, Christian Falk, Rene Gartler) vor nicht allzu langer Zeit in der zweithöchsten Klasse gespielt haben.

"Gehe von Beibehaltung aus"

Für eine Adaption des Liga-Formats wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig. Da jeder Bundesligist über fünf und jeder Erste-Liga-Club über drei Stimmen verfügt, können die Repräsentanten der Ersten Liga nicht überstimmt werden, sofern sie geschlossen votieren - was in der jüngeren Vergangenheit immer der Fall war und wohl auch am Donnerstag passieren wird.

"Ich gehe davon aus, dass alle für die Beibehaltung der Zehnerliga stimmen", meinte Nagel. Da offenbar auch von den Oberhaus-Vereinen kein großer Widerstand gegen eine Fortsetzung der zweiten Klasse als Zehnerliga kommt, dürfte die Forderung des ÖFB nicht erfüllt werden.

"Über Variante mit zwei Regionalligen nachdenken"

Dies könnte wiederum bei der ÖFB-Präsidiumssitzung am Freitag für Unmut sorgen. "Aber ich gehe davon aus, dass wir einen Weg finden, der für den ÖFB akzeptabel ist", sagte Bundesliga-Präsident Hans Rinner.

Sollte die Zehnerliga bleiben, will Rinner über einen zweiten direkten Aufstiegsplatz diskutieren. "Dann muss eben der ÖFB über eine Variante mit zwei Regionalligen nachdenken", meinte der Steirer.

Einem Szenario mit zwei statt drei Regionalligen kann wiederum Nagel nichts abgewinnen. "Dann kann man gleich eine österreichweite 3. Liga machen, die Reisespesen sind fast schon gleich."

Dritte Liga unwahrscheinlich

Da die wirtschaftliche Lebensfähigkeit dieser Liga äußerst fraglich wäre, könnte sich Nagel im Falle ihrer Einführung Zuschüsse seitens des ÖFB und der Bundesliga vorstellen. "Von meiner Warte wäre es auch möglich, dass die Erste Liga einen Teil des TV-Gelds dafür hergibt."

Dennoch scheint die Installierung einer 3. Liga eher unwahrscheinlich - dafür könnte es ein Comeback von Amateur-Teams in der Ersten Liga geben. "Ich halte zwar nicht allzu viel davon, aber das ist ein Kompromiss, den ich notfalls eingehen würde", sagte Nagel.

Derzeit ist Amateur-Mannschaften von Profi-Vereinen die Teilnahme an der Ersten Liga untersagt. Dadurch haben etwa die Austria Amateure, Herbstmeister der Regionalliga Ost, keine Aufstiegsmöglichkeit.

Weiters ist festgelegt, dass der Neunte einer abgelaufenen Erste-Liga-Saison gegen einen Regionalliga-Meister und die beiden übrigen Meister der dritthöchste Stufe jeweils in Play-offs um einen Platz in der zweithöchsten Leistungsklasse spielen.

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