Es kann nur einen geben!

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Titelrennen: Altach, WAC/St. Andrä oder LASK?

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Es geht wieder los!

Nach der Bundesliga, Champions League, Europa League und der Nationalmannschaft erwacht auch die Erste Liga aus dem Winter.

Die erste Runde im neuen Jahr bietet dabei gleich ein echtes Schlagerspiel, trifft doch Tabellenführer SCR Altach auswärts auf den Dritten LASK.

"Es ist eine richtungsweisende Partie", macht Walter Schachner keinen Hehl aus der Wichtigkeit dieser Begegnung.

Zwei Spitzenspiele in zwei Runden

Schließlich liegen die Linzer mit sechs Punkten Rückstand auf Platz drei der Tabelle, an der Spitze sonnen sich die Vorarlberger und WAC/St. Andrä punktegleich.

Die beiden treffen dann eine Woche später im direkten Duell aufeinander.

Ob sich Titel-Favorit Altach absetzen, ob WAC/St. Andrä für die große Überraschung sorgen oder ob der LASK doch noch am Ende vorne liegen kann, wird sich in den letzten 15 Runden weisen.

Wie denken die Trainer der Spitzenteams? LAOLA1 fragte nach:

 

SCR ALTACH

Trainer Adi Hütter will bald erstklassig sein

Platz 1, 41 Punkte, 43:21, +22

Sind aller guten Dinge drei? Wenn man dem Volksmund Glauben schenken darf, ja. Altach will dieser "Weisheit" um nichts nachstehen und im dritten Anlauf den Wiederaufstieg in die Bundesliga schaffen. Nach dem Abstieg 2009 scheiterten die Vorarlberger 2010 um drei Punkte an Wacker, ein Jahr später um lediglich einen an der Admira. 2012 soll nun endgültig die Rückkehr gelingen.

"Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt um aufzusteigen. Denn schlussendlich waren wir schon zwei Mal knapp dran", weiß Altach-Trainer Hütter um die Gunst der Stunde.

Ein Blick auf den Kader erklärt zum einen die Ambitionen, zum anderen auch die Tatsache, warum im Winter nichts verändert werden musste - Ausnahme: Stürmer Julian Erhart wurde an die Vienna verliehen. Aber wer Spieler wie Petr Vorisek, Hannes Eder, Alexander Guem, Mirnel Sadovic, Patrick Seeger, Patrick Scherrer, Harun Erbek oder Tomi im Kader hat, dem geht es als Trainer in der Ersten Liga ganz gut.

Die Sache mit dem Druck

Nichtsdestoweniger erwartet Hütter einen Dreikampf um den Titel, der bis zum Ende anhält. WAC/St. Andrä und den LASK im Laufe des Frühjahrs abzuschütteln, wäre für die Ländle-Kicker der Traum. Hütter sieht es aber realistischer: "Ich denke schon eher, dass es bis zum Schluss spannend bleibt."

Der Druck in Altach ist groß, das erklärte Ziel ist der Aufstieg. Das wissen auch die Mitkonkurrenten, vor allem WAC/St. Andrä, das den mentalen Vorteil ausnützen will. "Der WAC ist jene Mannschaft, die vielleicht nicht unbedingt aufsteigen muss. Sie betreiben ein gewisses Understatement und schieben den ganzen Druck auf uns und den LASK", erklärt Hütter.

Damit müssen die Vorarlberger wohl oder übel umgehen, wenn alle guten Dinge drei sein sollen...

LAOLA1-Prognose:

Altach hat einen Bundesliga-tauglichen Kader, hat ein Bundesliga-taugliches Umfeld (die Arena soll ausgebaut werden) und hat sich Bundesliga-tauglich vorbereitet. Die Vorarlberger haben vor der ersten Schlüssel-Partie gegen den LASK noch schnell ein Trainingslager auf Naturrasen eingeschoben - in Italien. Altach ist der Favorit, hat aber auch den großen Druck. Denn vor allem WAC/St. Andrä muss nicht zwingend in die Bundesliga, beim LASK erwartet es das Umfeld auch nicht unbedingt. Altach will und kann. Im Normalfall passiert es, ein Selbstläufer wird es sicherlich nicht. Vor allem wenn die Nerven nicht mitspielen...

 

WAC/ST. ANDRÄ

Nenad Bjelica verspürt überhaupt keinen Druck

Platz 2, 41 Punkte, 49:33, +16

Der WAC/St. Andrä gilt neben Aufsteiger Blau-Weiß Linz als Überraschung dieser Saison. Die Kärntner mischen in ihrem zweiten Jahr in der Ersten Liga um den Titel mit, zu Beginn der Frühjahrssaison darf vom Aufstieg geträumt werden. Was heißt träumen?

"Der Aufstieg ist für uns genauso realistisch wie für Altach. Wir haben beide gleich viele Punkte, beide ein starkes Programm und es wird ein harter Kampf bis zum Schluss. Ich will den LASK allerdings nicht vergessen, denn mit einem Lauf kann er genauso mitmischen", schildert Nenad Bjelica die Ausgangsposition.

Im Frühjahr sollen die Leistungen bestätigt werden. "Wir hatten im Herbst eigentlich nie ein Tief. Wir wollen wieder kontinuierlich gute Leistungen bringen und attraktiven Fußball für unsere Fans anbieten", gibt der 40-Jährige die Marschroute vor. Die Lavanttaler haben im Winter zwei Neue geholt, den spanischen Abwehrspieler Jose Antonio Solano und Danijel Micic, vom Kapfenberger SV ausgeliehen.

Verstärkungen erhöhen Konkurrenzkampf

"Sie verstärken uns absolut. Wir hatten in der Defensive Probleme, 33 Tore in 21 Partien sind für einen Titelaspiranten zu viel. Deswegen haben wir uns in der Innenverteidigung verstärkt. Auch im Mittelfeld, das lässt den Konkurrenzkampf steigen und jeden Spieler bei seinem Einsatz 100 Prozent bringen", hofft Bjelica auf eine weitere Leistungssteigerung.

Bleibt die Frage: Wenn es sportlich klappen sollte, wäre WAC/St. Andrä auch vom Umfeld her bereit? "Die Bundesliga kommt aus organisatorischer und infrastruktureller Sicht noch zu früh, aber aus sportlicher wollen wir Platz eins holen. Wir wollen ganz vorne sein, müssen aber nicht unbedingt", weiß Bjelica, der den Druck vor allem auf Altach schiebt. "Wir haben keinen", lacht der ehemalige Deutsche-Bundesliga-Profi (Kaiserslautern) und Spanien-Legionär (u.a. Betis Sevilla).

Seine aktive Karriere beendete der Kroate in Klagenfurt - ist die Wörthersee-Arena eine Option nach einem eventuellen Aufstieg? "Wir wollen in Wolfsberg spielen, es könnte aber vielleicht auch die Möglichkeit geben, das eine oder andere Spiel in Klagenfurt zu bestreiten." Noch ist das aber Zukunftsmusik, Mitte Mai könnte die Fragestellung aber aktuell werden...

LAOLA1-Prognose:

Viele erwarteten im Herbst, dass die Kärntner einbrechen - taten sie aber nicht. Und werden sie auch nicht. Warum auch? Die Tormaschine der Liga verfügt über ein starkes Kollektiv mit dem besten Torjäger der Liga (Christian Falk, 16 Tore) sowie einem Trainer, der weiß, was er tut. Plus: Sie haben sich intelligent verstärkt. Altach muss aufpassen, denn die Lavanttaler haben tatsächlich keinen Druck - und sie werden wohl bis zum Schluss an den Vorarlberger Fersen kleben.

 

LASK

Walter Schachner will es "noch biegen"

Platz 3, 35 Punkte, 34:23, +11

Sechs Punkte fehlen dem LASK auf das Spitzenduo der Ersten Liga. In der ersten Runde nach der Winterpause empfangen die Linzer zu Hause Altach (bisherige Saisonergebnisse: 0:2, 0:2), einen Spieltag später duellieren sich die Vorarlberger mit dem Zweiten WAC/St. Andrä. Läuft es für den LASK ideal (und das bedingt einen Auswärtssieg des Erzrivalen BW Linz am Freitag in Kärnten), dann könnten die Oberösterreicher nach zwei Runden einen Punkt hinter den beiden Spitzenreitern liegen.

"Wir sind der Außenseiter, aber wir wollen das noch biegen. Die Mannschaft ist heiß, sie wartet auf das erste Punktspiel", lässt Trainer Walter Schachner die Linzer Fans hoffen, auch wenn gegen Altach mit Luis Henrique (gesperrt) der Regisseur fehlt sowie möglicherweise mit Robert Schellander und Benjamin Freudenthaler (angeschlagen) die linke Seite komplett ausfällt.

"Ich verlange von der Mannschaft hundertprozentigen Einsatz, ich will gewinnen. Wir haben die sieben Wochen Vorbereitung sehr gut abgeschlossen. Nun liegt es eben an den Jungen, einzuspringen", erklärt Schachner.

Reichel holte Brasilianer

Zwei dieser Jungen werden wohl die neuen Brasilianer Rafinha (21/Stürmer) und Silvio (21/rechtes Mittelfeld) sein, die der LASK im Winter neben drei anderen Spielern (Cardozo, Bytyci, Koller) verpflichtete. "Die Brasilianer hat keiner von uns gekannt, Peter-Michael Reichel war drüben, hat dort eine Connection aufgebaut. Die Brasilianer kommen via Kooperation. Generell ist es so: Wenn welche gut sind, bleiben sie, wenn nicht, dann kann man sie wieder zurückgeben. Ich muss aber über diese beiden sagen: so, wie sie sich in der Türkei im Trainingslager bewegt haben, werden wir und die Fans Freude haben."

Die Linzer setzen sich selbst nicht unter Druck, wollen sich in erster Linie steigern, wie Schachner schildert: "Wir wollen aufsteigen, aber wir haben es nie als Pflicht ausgegeben. Unser unmittelbares Ziel ist es, unsere gute Vorbereitung umzusetzen, attraktiver zu spielen und eine Entwicklung voranzutreiben. Dann wird man sehen, wo man steht." Wer ist Titel-Favorit? "Altach ist für mich der Top-Favorit, gemeinsam mit WAC/St. Andrä, denn diese Mannschaft hat bewiesen, wie stark sie ist, vor allem zu Hause."

15 Runden sind in der Ersten Liga noch zu spielen. Der LASK weiß um den wichtigen Auftakt ins Frühjahr und will diesen auch nutzen, um aus dem Titel-Zweikampf noch einen Dreikampf zu machen. Denn noch ist der sofortige Wiederaufstieg durchaus im Bereich des Möglichen.

LAOLA1-Prognose:

Es ist ziemlich einfach: Ist der LASK nach zwei Runden an Altach und WAC/St. Andrä dran, dann ist auch der Titel weiter nicht auszuschließen. Doch in Summe braucht es im Frühjahr im Gegensatz zum Herbst mehr Kontinuität, weniger Heimniederlagen (drei) und vor allem Punkte in den direkten Duellen gegen das Spitzenduo. Ob sich die Neuzugänge gleich so einleben, wie gewünscht, ist eine andere Frage. Zudem haben die Linzer ihren Erzrivalen im Genick (Schachner: "Es wäre eine kleine Katastrophe, sollte Blau-Weiß vor uns landen"). Der Trainer sieht den LASK als Außenseiter auf den Titel. Das ist er auch. Ausgeträumt ist der Titel-Traum noch nicht, es spricht allerdings mehr für die anderen beiden Kandidaten.

 

Bernhard Kastler

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