Ein Lustenauer Torhüter-Dilemma in mehreren Akten

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Da staunte Austria Lustenau nicht schlecht.

Innerhalb von wenigen Wochen kamen dem Tabellenführer der Ersten Liga gleich drei Torhüter abhanden.

Auf einer Position, wo andere Klubs ein Luxusproblem haben, schaute Trainer Helgi Kolvidsson vergangene Woche durch die Finger.

Mit einer Not-Verpflichtung versuchte man nun Schadensbegrenzung zu betreiben. Damit nicht noch einmal ein Feldspieler in den Genuss der Keeper-Rolle kommt.

Trennung von Mendes, Kofler verletzt

Aber zurück zum Anfang. Ende September trennten sich die Vorarlberger vom ins Alter gekommenen Christian Mendes.

Der 39-jährige Brasilianer war bis dahin noch als dritter Goalie tätig und kümmerte sich nebenbei um das Training der Schlussmänner.

Die Nummer eins musste dann wenige Wochen später w.o. geben. Rückenprobleme zwangen Alexander Kofler zu einer Zwangspause.

Eigentlich kein Problem, schließlich hatte Austria Lustenau mit Lukas Hefel ja noch einen Torhüter in der Hinterhand, der ins kalte Wasser geworfen werden konnte.

Hefel sieht bei starkem Debüt Rot

Mit gerade einmal 18 Jahren feierte dieser im Spitzenspiel gegen SV Grödig seinen ersten Liga-Einsatz für den bis dato souveränen Spitzenreiter.

Hefel lieferte ein eindrucksvolles Debüt ab, inklusive eines gehaltenen Elfmeters von Mersudin Jukic in der 38. Minute.

Bis zur 77. Minute, als ihm ein Torraub an David Witteveen zum Verhängnis wurde. Rote Karte. Nicht nur für die Lustenauer ein Schock.

Denn schnell wurde allen Beteiligten bewusst, dass man die Reise nach Salzburg ja nur mit einem Torhüter angetreten hatte.

Elferkiller Stückler als Notlösung

Aus der Not wurde eine Lösung namens Christoph Stückler geboren. Ein Feldspieler, der sich durch den Mangel an Alternativen die Handschuhe überstreifen musste.

Zwar nur für die restlichen 13 Minuten, allerdings hatten diese in diesem kuriosen Spiel noch allerhand Überraschungen parat.

Der eigentlich als Verteidiger aufgebotene Akteur brachte sogar das Kunststück zustande, einen Elfmeter von Tai zu halten. Bei einem Freistoß von Lexa zum spielentscheidenden 1:0 schaute er allerdings nicht so gut aus.

Austria Lustenau verlor damit nicht nur das Spitzenspiel und drei wichtige Punkte in der Tabelle, sondern auch den letzten fitten Torhüter.

Pösendorfer soll Lücke füllen

Da Kofler zwar am Weg der Besserung ist, ein Einsatz gegen St. Pölten aber voraussichtlich noch zu früh kommt, und Hefel ein Spiel gesperrt wurde, musste der Markt sondiert werden.

Vereinsinterne Nachbesetzungen aus der Jugend kamen nicht in Frage, also wurde mit Rene Pösendorfer ein vereinsloser Keeper engagiert, der zuletzt beim GAK fing und Meister wurde.

So schnell kann es gehen. Während drei Goalies binnen kürzester Zeit ausfielen, stieg ein anderer vom AMS zum interimistischen Einser-Torhüter auf.

Einen wird es freuen: Christoph Stückler. Die Wahrscheinlichkeit, dass er noch einmal einspringen muss, ist gewaltig gesunken.


Alexander Karper

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