Sturm hat Borisow "zerlegt" und will "i-Punkt" holen

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Europacup-Millioneneinnahmen sind Österreichs Meister Sturm Graz schon jetzt sicher.

Wie hoch diese sind, liegt allerdings an den Schützlingen von Chefcoach Franco Foda.

Im Hinspiel des Qualifikations-Play-off zur Champions League am Dienstagabend (20.45 MESZ im LIVE-Ticker) im 40.000 Zuschauer fassenden Minsker Dinamo-Stadion gilt es, sich gegen Weißrusslands Serienmeister BATE Borisow eine gute Ausgangsposition für die Entscheidungspartie am 24. August in der UPC-Arena zu schaffen.

"Wir haben den Gegner zerlegt"

Die Grazer haben sich akribisch auf das wichtige Duell vorbereitet. Foda hat Borisow gemeinsam mit seinem Co-Trainer Thomas Kristl im Heimspiel gegen Belschyna Babrujsk (1:0) unter die Lupe genommen, dazu war Kristl auch am Freitag bei der zweiten BATE-Saisonniederlage auswärts gegen den FK Minsk (0:1) vor Ort.

"Wir haben den Gegner zerlegt, auseinandergenommen, ganz genau analysiert - es wird also keine Überraschungen für unsere Spieler geben", sagte Kristl.

Chancen 50:50

Die Chancen schätzte er wie sein "Chef" mit 50:50 ein. In den Beobachtungsreisen sind die Stärken und Schwächen des weißrussischen Tabellenführers erkennbar gewesen.

"Es wartet eine sehr harte Aufgabe auf uns. Die Mannschaft ist sehr spielstark, spielt sehr geradlinig, schaltet schnell um von Defensive auf Offensive, hat aber Probleme nach hinten, da werden wir den Hebel ansetzen", gab Kristl seine Erkenntnisse preis. Gegen Minsk hatte sich der Deutsche als "Geheimspion" unter die Zuschauer gemischt, um eine Täuschung in Sachen Aufstellung und Trikotnummern zu vermeiden.

Moral gestärkt

Die Sturm-Kicker brachen am Montagvormittag mit einer AUA-Chartermaschine nach Minsk auf und hatten viel Optimismus im Gepäck. "Mich stimmt nicht das Resultat optimistisch, sondern wie wir phasenweise gespielt haben", sagte Stürmer Roman Kienast im Rückblick auf den 1:0-Heimsieg gegen Rapid am Samstag in der Meisterschaft.

Der erste Bundesliga-Saisonerfolg ist genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Dessen war sich auch Coach Foda bewusst. "Der Sieg hat die Moral gestärkt und Selbstvertrauen gebracht", betonte der Deutsche.

Jetzt werde alles daran gesetzt, die Möglichkeit zu nutzen, in die Champions League einzuziehen. "Das wäre nicht nur für den Verein, sondern für ganz Österreich wichtig", meinte Sturms Cheftrainer.

Wolf gesperrt

Seine Truppe sei auf einem guten Weg. "Wir haben diese Phase der Qualifikation bravourös erreicht, jetzt ist es wichtig, in Weißrussland ein gutes Ergebnis zu erzielen", sagte Foda.

Beide Teams, die jeweils einen wichtigen Spieler - Wolf bzw. Bressan - aufgrund einer Sperre vorgeben müssen, wissen genau, wie es sich anfühlt, in der Champions-League-Gruppenphase zu stehen. Die Grazer waren in ihrer Hochzeit in den Saisonen 1998/99, 1999/2000 und 2000/01 Stammgast in der "Königsklasse".

Haas ist gierieg

Mario Haas war auch damals schon dabei. "Ich bin sehr gierig darauf, noch einmal in die Champions League zu kommen. Es wäre der absolute Wahnsinn, diese Hürde zu nehmen. Das wäre für die ganze Steiermark außergewöhnlich", meinte der Stürmer-Routinier.

Das Saisonziel habe man mit der Europa-League-Gruppenphase bereits erreicht. "Jetzt wollen wir aber noch eine Stufe höher steigen", sagte Haas.

"Können jetzt noch den i-Punkt holen"

Weißrusslands Champion der vergangenen fünf Jahre hatte 2008/09 die Ehre gehabt, als erstes weißrussisches Team in der Eliteliga dabei zu sein. Der Verlierer muss sich mit der Europa-League-Gruppenphase zufriedengeben, der finanzielle Unterschied ist rein an Startgeld mit 7,1 Millionen Euro im Gegensatz zu 1 Million Euro (plus 2,1 Mio. nach dem Ausscheiden im CL-Play-off) allerdings beträchtlich.

"Wir haben viel erreicht, können jetzt noch den i-Punkt holen. Die 7,1 Millionen Euro kann jeder Verein gut gebrauchen, aber wir haben mit der Europa League budgetiert", sagte Sturm-Präsident Gerald Stockenhuber.

Schlechte Auswärtsbilanz

Bei der vom Norweger Svein Oddvar Moen geleiteten Partie kommen übrigens wieder zwei zusätzliche Torrichter zum Einsatz. Beide Teams haben zahlreiche "vorbelastete" Spieler in ihren Reihen:

Bei den Grazern wären bei einer weiteren Gelben Karte im Rückspiel Goalie Gratzei, Standfest, Feldhofer, Hölzl, Weber und Muratovic nicht dabei, auch bei den Hausherren droht fünf Akteuren eine Sperre.

Im bisher einzigen Duell mit einer weißrussischen Mannschaft hatte sich Sturm 2008 in der 2. Runde des UI-Cups gegen Schachtjor Soligorsk (2:0/h, 0:0/a) durchgesetzt. Die Auswärtsbilanz der Grazer im Europacup ist aber nicht gerade rosig, in den jüngsten sieben Partien gab es keinen vollen Erfolg (drei Unentschieden, vier Niederlagen).

Mögliche Aufstellungen:

BATE Borisow - SK Sturm Graz

Minsk, Dinamo-Stadion, 20.45 Uhr,  SR Svein Oddvar Moen/NOR

Borisow: Gutor - Jurewitsch, Filipenko, Simic, Bordatschew - Rudik, Gordejtschuk, Olechnowitsch, Nechajtschik, M. Waladsko - Skawysch

Ersatz: Tschesnowskij - Rodjonow, Patotski, Baga, Kontsewoj, A. Waladsko

Fraglich: Rodjonow (angeschlagen)

Es fehlen: Bressan (gesperrt), Pawlow, Schitow, Lichtarowitsch (alle
verletzt)

Sturm Graz: Gratzei - Standfest, Dudic, Burgstaller, Pürcher/Popchadse - Hölzl, Weber, Säumel, Bukva - Kienast, Szabics

Ersatz: Cavlina, Schachner - Popchadse/Pürcher, Ehrenreich, Feldhofer, Muratovic, Haas, Bodul, S. Foda, Klem

Fraglich: Kainz (angeschlagen)

Es fehlen: Wolf (gesperrt), Koch, Weinberger (beide verletzt), Neuhold, Stangl, Maric (alle nicht im Kader)

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