Chelsea will die Revanche für 2009

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Der Stachel sitzt immer noch tief.

Mit einem Traumtor in der Nachspielzeit hatte Andres Iniesta Chelsea 2009 ins Tal der Tränen gestürzt.

Sein Ausgleich zum 1:1 im Halbfinal-Rückspiel der Champions-League rettete dem FC Barcelona seinen Finalplatz und die Chance auf den späteren Titel.

Drei Jahre danach will Chelsea auf derselben Bühne Revanche nehmen. Das Halbfinal-Hinspiel geht am Mittwoch (ab 20:15 Uhr live im LAOLA1-Ticker) in London über die Bühne.

Chelsea im Aufwind

Titelverteidiger Barcelona gilt als klarer Favorit, Chelsea hat seit der Trennung von Trainer Andre Villas-Boas aber eine kleine Renaissance erlebt.

Vor Wochen noch als "Altherrentruppe" abgestempelt, haben John Terry, Frank Lampard, Didier Drogba und Co. unter Interimscoach Roberto Di Matteo nur eines ihrer vergangenen zwölf Pflichtspiele verloren und dabei neun Siege gefeiert. Zuletzt wurde Tottenham Hotspur im FA-Cup-Halbfinale mit 5:1 abgefertigt.

Chelsea steht bereits zum sechsten Mal im CL-Halbfinale, gewonnen haben die "Blues" die prestigeträchtigste Trophäe im europäischen Fußball aber noch nie.

Messi größte Gefahr

Um die Chance auf eine Sensation gegen Barca zu wahren, gilt es vorerst Lionel Messi zu stoppen. Der Argentinier hat in den vergangenen 14 Pflichtspielen 26 Tore erzielt. In der Champions League hat der Weltfußballer mit 14 Treffern bereits einen neuen Saisonrekord markiert.

Zudem fehlen Messi mit 63 Saisontoren in allen Bewerben nur noch vier Treffer auf die internationale Bestmarke von Bayern-München-Legende Gerd Müller, der 1972/73 67-mal erfolgreich war.

"Sie haben nicht nur den besten Spieler der Welt in ihren Reihen", erinnerte Chelsea-Regisseur Lampard. "Barcelona hat sehr viele Spieler, die einem wehtun können." Iniesta etwa, das haben die Londoner 2009 an der Stamford Bridge am eigenen Leib verspürt.

Schock in der Nachspielzeit

Chelsea wähnte sich nach einem 0:0 im Hinspiel nach einem Traumtor von Michael Essien bereits im Finale, bis Iniesta in der dritten Minute der Nachspielzeit nach Querpass von Messi von der Strafraumgrenze zuschlug.

"Ich kann mir vorstellen, dass das noch immer schmerzt. Sie werden extrem motiviert sein, das wäre bei uns nichts anderes", versicherte Iniesta. Außenverteidiger Dani Alves goss vor der Neuauflage noch ein wenig Öl ins Feuer: "Chelsea hat verloren, weil sie Angst gehabt haben."

Ovrebö beendete seine Karriere ein Jahr danach

Skandal um Schiedsrichter

Die Londoner hatten schnell einen anderen Schuldigen für ihr Out gefunden: Schiedsrichter Tom Henning Övrebö, der nach einigen strittigen Entscheidungen sogar Morddrohungen erhielt.

Nach Schlusspfiff tat sich vor allem Drogba hervor, den Norweger zu beflegeln. Der Stürmerstar fasste eine Vier-Spiele-Sperre aus und will sich am Mittwoch auf seine Art an Barca revanchieren. Er dürfte als Solospitze den Vorzug gegenüber Fernando Torres erhalten.

Viermal sind einander die beiden Teams bisher in der K.o.-Phase gegenüber gestanden, nur im Achtelfinale 2005 setzte sich Chelsea durch.

Barcelona ist seit 16 CL-Spielen ungeschlagen und strotzt vor Selbstvertrauen. 14 ihrer vergangenen 15 Pflichtspiele haben die Katalanen gewonnen, am Sonntag folgt der mit Spannung erwartete "Clasico" gegen Real Madrid (LIVE auf LAOLA1).

Chelsea spielt am Samstag bei Arsenal darum, auch kommende Saison in der Königsklasse vertreten zu sein. Derzeit liegen die "Blues" in der Liga nur auf Rang sechs.

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