Messi: "Wir sind in Topform und wollen den Titel"

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Mit der Erinnerung an einen denkwürdigen Sieg und einem einsatzfähigen Robert Lewandowski ist der FC Bayern nach Katalonien aufgebrochen.

Im Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Barcelona tritt Deutschlands alter und neuer Meister am Mittwochabend (20.45 Uhr/live ZDF und Sky) in der ungewohnten Rolle des Außenseiters an. Vor allem der blaurote Traumsturm flößt den Münchnern Respekt ein.

Während bei den Bayern mit Franck Ribery und Arjen Robben die zwei wichtigsten Offensivkräfte weiterhin wegen Verletzungen passen müssen, darf der Gegner auf seine südamerikanischen "Maschinen" ("Mundo Deportivo") vertrauen.

Der Argentinier Lionel Messi, der Uruguayer Luis Suarez und der Brasilianer Neymar haben in dieser Saison 108 der 159 Pflichtspieltore von Barcelona erzielt.

"Ein außergewöhnlicher Sturm"

Am Wochenende traf das Trio beim 8:0 gegen Cordoba gemeinsam sechsmal. In der Königsklasse hat Barcelonas Sturmtrio mit dem Kürzel "MSN" in den bisher zehn Partien zusammen 20 Mal getroffen. Das macht einen Schnitt von zwei Toren pro Partie.

"Das ist schon ein außergewöhnlicher Sturm, der da auf uns zukommt", war sich Bayern-Verteidiger Jerome Boateng bewusst. Der deutsche Weltmeister sah diesbezüglich die ganze Mannschaft gefordert.

"Wir wissen, dass es im Camp Nou schwer wird. Aber wir sind der FC Bayern. Wir fahren dahin, um etwas mitzunehmen", betonte Boateng. Dies schafften die Bayern gegen Barcelona im Frühjahr 2013 in aufsehenerregender Manier.

Nach einem 4:0 in München und einem 3:0 in Barcelona qualifizierten sich die Münchner damals für das Endspiel, in dem auch Dortmund geschlagen wurde.

"Wir sind in Topform"

Neben Ribery und Robben fehlt von der damaligen Erfolgself der Bayern auch der ebenfalls verletzte ÖFB-Star David Alaba. Barcelona präsentierte sich in den vergangenen Wochen auch ganz anders als vor zwei Jahren.

Damals trabte Lionel Messi nach einer Muskelverletzung angeschlagen über das Münchner Spielfeld und verfolgte die Retourpartie frustriert von der Bank aus. Derzeit ist der vierfache Weltfußballer hingegen in blendender Form und im Angriff nicht allein auf weiter Flur.

Mit Neymar und Suarez hat der immer öfter als Vorbereiter glänzende Messi Nebenleute mit ausgeprägtem Torinstinkt. Insbesondere Suarez, der vergangenen Sommer mit zweifelhaftem Ruf für rund 80 Millionen Euro von Liverpool kam, ist Barcelonas Spielweise geradliniger und direkter als zuvor. Der 28-Jährige ist ein klassischer Torjäger, ein Arbeiter im und um den Strafraum.

"Luis hat sich sehr schnell eingefügt. Wir sind nun in Topform und wollen den Titel holen, wenn wir schon so knapp davor stehen", sagte Messi bei einem seiner raren Pressetermine vor rund 200 Medienvertretern am Dienstag.

"Beide Seiten haben großartige Spieler"

Vergleiche zum Duell von 2013 wollte er nicht ziehen: "Wir waren nicht erfreut, wie wir gegen sie verloren haben. Aber die Mannschaften sind jetzt andere." Als Favorit wollte Messi die Katalanen nicht sehen.

"Beide Seiten haben großartige Spieler, die solche Spiele gewöhnt sind. Aber natürlich ist es wichtig, zu Hause ein gutes Resultat zu erreichen", meinte Messi mit Blick auf das Rückspiel in München am kommenden Dienstag.

Thema war natürlich auch Barcelonas Ex-Coach und nunmehriger Bayern-Trainer Pep Guardiola. Dass sein ehemaliger Förderer Barcelona in- und auswendig kenne, liege auf der Hand: "Aber wir wissen auch, wie er gerne spielt."

Guardiola im Duell der Trainerbänke um nichts nachstehen will dessen ehemaliger Mitspieler Luis Enrique. Nach anfänglichen Schwierigkeiten durfte sich der Asturier zuletzt sogar über den Vergleich mit seinem in Katalonien verehrten Vorgänger freuen. In Meisterschaft, Cup und Champions League liegt Barcelona noch immer auf Triple-Kurs. Dieses Kunststück gelang Guardiola im Jahr 2009.

Lewandowski-Einsatz fraglich

Vor sechs Jahren eliminierten die Blauroten auf dem Weg ins Champions-League-Endspiel im Viertelfinale Jürgen Klinsmanns Bayern. Im damaligen Hinspiel gewannen die Hausherren im Camp Nou mit 4:0.

Es war die einzige Europacup-Niederlage der Bayern in bisher acht Partien gegen Barcelona. Immerhin fünf hat der deutsche Rekordmeister gewonnen.

Nummer sechs könnte auch Robert Lewandowski ermöglichen. Der polnische Stürmer dürfte nur eine Woche nach einem Kiefer- und Nasenbeinbruch im Cupspiel gegen Dortmund mit einer Schutzmaske einlaufen.

"Alles okay, ich habe keine Angst", sagte Lewandowski vor dem Abflug aus München. Die finale Entscheidung über den Einsatz des Bundesliga-Torschützenkönigs wird am Spieltag fallen. Erst muss der Arzt sein "Okay" geben, dann Lewandowski. Die letzte Entscheidung muss Guardiola treffen.

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