"In Österreich ist es dafür so schön wie noch nie"

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In den vergangenen Tagen und Wochen sah sich der Fußball-Sektor bei Red Bull einmal mehr Kritik ausgesetzt.

Während jene an den diversen Leihdeals zwischen Leipzig und Salzburg in den gewohnt geordneten Bahnen verlief, sorgte das schwedische Massenblatt "Aftonbladet" im Vorfeld des CL-Playoff-Duells mit Malmö (Dienstag, 20:45 Uhr) per deplatziertem Kommentar für Kopfschütteln.

"Das hat schon eine Grenze überschritten, was der von sich gegeben hat", bekam etwa auch Christian Schwegler davon Wind.

Spieler lässt Hetze kalt

Salzburg verweigerte jenem Vertreter des Blattes, der Montag mit der Mannschaft in Österreich landet, so lange die Akkreditierung für das Hinspiel, bis sich dieses offiziell entschuldigt hat. (Entschuldigung erfolgt)

In Skandinavien gehören solche Kolumnen offenbar dazu, hierzulande berührt das die Spieler trotzdem nicht. Die Worte aus dem hohen Norden beeindrucken den österreichischen Meister ganz und gar nicht.

"Es ist mir wirklich egal, was die schreiben. Wir wollen am Platz die Antwort geben und dann können sie schreiben, was sie wollen."

Wie Stefan Ilsanker denken auch seine Kollegen. Der Druck steigt dadurch nicht. "Der gehört sowieso dazu", weiß der CL-erprobte Massimo Bruno.

"Mich lässt das auch kalt", sagt ebenso Schwegler. Der Schweizer findet nur für das sportliche Duell auf dem Platz "scharfe" Worte: "Wir müssen einfach in jeder Aktion am Feld gnadenlos sein."

"Kritk ungerechtfertigt"

Dass Malmö auch noch für sein Heimspiel kein Red Bull ausschenkt, quittiert Ilsanker mit einem Lächeln: "Das ist dann einfach nur ziemlich schade für die Fans."

Wer bei einem der Red-Bull-Klubs arbeitet, für den ist Kritik ein ständiger Begleiter.

Franz Schiemer ist bereits seit 2009 ein "Bulle", die ständigen Nebengeräusche stören den Verteidiger allerdings nach wie vor nicht.

„Das nervt nicht, das ist für uns überhaupt kein Problem. In den Medien sind immer viele Dinge zu lesen und man muss auch als Spieler mit Kritik umgehen können", zeigt sich der 28-Jährige als Vollprofi.

Goalie Peter Gulacsi, früher bei Liverpool unter Vertrag, lobt indes den Weg, den Red Bull im Fußball verfolgt.

"Ich finde die Kritik nicht berechtigt, wenn man sich das große Ganze ansieht. Es geht ja nicht nur um die Teams wie Salzburg, das in die Champions League will. Hier gibt es etwa eine unglaubliche Akademie. Es wird viel Arbeit reingesteckt, nämlich auch, um im Fußball etwas entstehen zu lassen und Spieler zu entwickeln."

Klubs wie Manchester City und Paris St. Germain hätten aber ebenso Möglichkeiten "und zwar noch größere".

Sympathie-Welle in Österreich

Eine gute Nachricht gibt es aber offenbar: Denn während Salzburg vor einem Europacup-Duell noch nie so viel Gegenwind verspüren musste, haben sich hier die Sympathiebekundungen quer durch Österreich spürbar vermehrt.

Nicht nur machen sich dabei bei internationalen Spielen Zuschauer aus ganz Österreich auf die weite Reise nach Salzburg. Auch in der Fremde hat sich das Bild offenkundig verbessert.

"Es war national noch nie so schön wie jetzt. Wir fahren in die Stadien und die Kinder jubeln uns zu, das hat es auch noch nie gegeben", weiß Schiemer, was sich vergangene Saison bereits langsam abzeichnete.

Die internationalen Erfolge in der Europa League trugen ihren großen Teil dazu bei. Ein Einzug in die CL-Gruppenphase würde das wohl noch steigern, die Kritiker aber wohl auch nicht verstummen lassen.

Das gehört eben dazu.

 

Bernhard Kastler

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