Chelsea auf Europa-Ebene wieder voll im Geschäft

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Der 21. 2. 2012.

Soeben hat Chelsea mit 1:3 in Neapel verloren. Verdient.

Hat Roman Abramovich den Traum vom Champions-League-Sieg, den er so beständig und finanzkräftig träumt, wieder ausgeträumt?

Beileibe nicht. Über sechs Wochen und einen Trainerwechsel später ist Chelsea wieder obenauf. Nach einem Herzschlag-Sieg nach Verlängerung gegen Napoli und dem Aufstieg gegen Benfica Lissabon winkt das Finale. Vor diesem steht aber noch die größte vorstellbare Hürde im Profifußball – der FC Barcelona.

Spannung bis zur letzten Minute

Bis der an die Stamford Bridge kommt, sind aber noch zwei Wochen Zeit. Vorerst regiert die Freude über den Aufstieg in West-London. Freude und vor allem Erleichterung. Denn am Ende wurde es noch knapp, obwohl Chelsea genug Gelegenheiten hatte, den Sack zuzumachen. Bis zur Nachspielzeit mussten die Fans zittern. Raul Meireles machte dem dann ein Ende – mit einem satten Schuss ins Kreuzeck.

Ein Schuss, mit dem sein Trainer Roberto di Matteo nicht ganz glücklich war: „Es war eine dieser Situationen, wo du dir denkst: Pass, pass, pass - und am Ende sagst du: gut gemacht.“

Vor allem über eines herrscht Konsens bei den meisten Akteuren von Chelsea: Man hätte einfach das zweite Tor erzielen müssen, um sich selbst und den Fans graue Haare zu ersparen. „Wir haben sehr viele Möglichkeiten ausgelassen“, tadelte Di Matteo seine Mannen.

"Du musst leiden"

Juan Mata sah das dagegen nicht so eng: „Wenn du das Semifinale erreichen willst, musst du leiden“, bereute der Spanier die zweite Halbzeit nicht.

Lang ersehnte Chance zur Revanche

Für Chelsea bietet sich nun die Chance zur Revanche gegen Barcelona. Im Halbfinale vor drei Jahren wähnten sich die Blues schon im Endspiel – bis Andres Iniesta in der Nachspielzeit zum 1:1 und damit zum Aufstieg traf.

Damit nicht genug - Chelsea wäre danach eigentlich noch ein Elfmeter zugestanden, aber der über 90 Minuten heillos überforderte Schiedsrichter ließ das Spiel weiterlaufen.

Frank Lampard machte keinen Hehl daraus, dass das Duell mit Barca ein besonderes wird: „Jeder hat offene Rechnungen mit Barca“. Roberto di Matteo brachte die Stimmung bei den Blues auf den Punkt: „Viele unserer Spieler haben eine Geschichte mit Barca. Sie fühlten sich vor drei Jahren sicherlich ungerecht behandelt.“

"Das beste Team der Welt"

Auch im Freudentaumel wurde nicht daran gezweifelt, dass die „Blaugrana“ der unbestrittene Favorit sind. „Sie sind das beste Team der Welt. Sie werden die Favoriten sein, aber wir haben viel Selbstvertrauen. Wir müssen in Topform sein, um sie zu schlagen und wir glauben, dass wir das schaffen können“, so Lampard, der mit seinem Elfmeter zum 1:0 den Grundstein zum Aufstieg legte.

Di Matteo hatte sogar schon ein Rezept gegen den Titelverteidiger parat: „Sie haben einige hervorragende Einzelspieler, die immer eine Gefahr darstellen, aber wir müssen auch auf unsere Stärken achten und unser Spiel spielen.“

Real auf Bayern konzentriert

In Madrid war man nach dem souveränen 5:2-Sieg gegen Sensationsteam APOEL Nikosia zwar nicht euphorisch, aber guter Dinge. Der Fokus war schon längst, nämlich seit dem 3:0-Auswärtssieg im Hinspiel, auf die nächste Runde gerichtet.

Diese hält mit Bayern keinen Jausengegner bereit, wie auch Kaka anerkennt: „Bayern wird ein schwieriger Gegner. Sie sind nicht nur heuer gut, sondern auch die letzten Jahre. Wir müssen vorbereitet sein, aber wir müssen auch selbstsicher sein.“

Real-Mastermind Jose Mourinho hat keine Angst, aber Respekt: „Bayern ist ein sehr starker Gegner. Es ist ein Team, das ich gut kenne, da es fast das selbe Team ist, gegen das ich als Inter-Coach vor zwei Jahren im Finale gespielt habe. Sie haben tolle Einzelspieler.“

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