AC Milan stoppte den Torrausch von Messi und Co.

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Drei Favoriten im Viertelfinale der Champions League können bereits nach den Hinspielen für das Halbfinale planen.

Ausgerechnet Titelverteidiger und Topfavorit FC Barcelona allerdings muss noch zittern.

Der AC Milan stoppte am Mittwoch in Mailand den Torrausch der Katalanen und darf sich nach dem 0:0 im Rückspiel am 3. April in Barcelona Hoffnungen auf eine Überraschung machen.

Bayern München, Real Madrid und Chelsea liegen dagegen mit Auswärtssiegen ohne Gegentreffer voll auf Halbfinalkurs.

Real Madrid (3:0 beim Sensationsteam APOEL Nikosia) und Chelsea (1:0 bei Benfica Lissabon) haben am Dienstag vorgelegt, Bayern München feierte am Mittwoch mit dem Österreicher David Alaba einen 2:0-Sieg bei Olympique Marseille.

Die Franzosen sind für die Bayern damit im Rückspiel am Dienstag nur noch eine kleine Hürde auf dem anvisierten Weg ins Finale am 19. Mai in der heimischen Münchner Allianz-Arena. Im Halbfinale (17. und 25. April) wartet aber mit Rekordsieger Real Madrid eine große.

Bayern bleiben auf dem Boden

Doch daran wollen die Bayern trotz der idealen Ausgangsposition nach Treffern von Mario Gomez (44.) und Arjen Robben (69.) vorerst keine Gedanken verschwenden.

"Wir müssen nicht schon denken, wir spielen gegen Madrid, nein, nein. Wir haben noch ein Rückspiel gegen Olympique Marseille", erklärte Franck Ribery, der bei der Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte von seinen Landsleuten mit Pfiffen und Schmährufen bedacht worden war.

"Das ist mir egal", meinte Ribery, der rannte und rackerte, aber glanzlos blieb.

Schweinsteiger gesperrt

"Komplett ausblenden" müsse man die Vorfreude auf die zwei möglichen Kraftproben mit Real, betonte auch Bastian Schweinsteiger, der ein kurzes Comeback feierte und nach seiner dritten Gelben Karte im Rückspiel gesperrt ist.

Denn noch haben die Bayern die Chance auf drei Titel. Im Pokalfinale wartet am 12. Mai Borussia Dortmund, in der Meisterschaft setzen die Bayern die Jagd auf den mit fünf Punkten Vorsprung führenden Titelverteidiger aus Dortmund am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg fort.

"Wir haben schwere Wochen vor uns. Es kann eine große Saison werden", gab sich Robben zuversichtlich.

Abbiati hält Milan im Rennen

Barcelona stehen wohl noch schwere 90 Minuten bevor, um das zweite Halbfinale am 18. und 24. April zu erreichen. Milan könnte schon ein Unentschieden zum Aufstieg reichen.

Denn umjubelter Held am Mittwochabend in Mailand war nicht Weltfußballer Lionel Messi, sondern Milans Torhüter Christian Abbiati, der hinter einem Abwehrbollwerk einige Glanzparaden zeigte.

"Milans alte Garde sperrt den Floh ein. Messi auf Diät", titelte die "Gazzetta dello Sport" am Donnerstag.

Nach seinen fünf Toren beim 7:1 im Achtelfinal-Rückspiel gegen Leverkusen ging der Argentinier diesmal leer aus.

Messi hält weiter bei 12 Saisontreffern in der Königsklasse, auf die neue Rekordmarke von 13 Toren muss er noch warten. Bayern-Torjäger Mario Gomez schloss mit seinem elften Treffer sogar zu Messi auf.

"Sie sind in der Defensive sehr stark. Wir brauchen für das Rückspiel eine großartige Leistung", erklärte Messi.

Erstmals seit 29 Spielen kein Tor

Barcelona gelang erstmals seit 29 Champions-League-Spielen kein Tor, Josep Guardiola nahm es aber gelassen: "Wir kennen Milans Qualitäten, deshalb können wir mit dem 0:0 nicht unzufrieden sein", meinte der Trainer.

Wie alle Spanier beklagte Guardiola, dass der schwedische Schiedsrichter Eriksson Barca nach einem Einsatz von Abbiati einen Elfmeter verweigert habe.

"Das war ein superklarer Elfer", schimpfte Spaniens Sportblatt "Marca", "Mundo Deportivo" beklagte gleich zwei nicht gepfiffene Strafstöße für Alexis Sanchez und Puyol.

Italiener mit breiter Brust

Nach dem Unentschieden fahren die Italiener mit breiter Brust nach Katalonien. "Das 0:0 ist ein sehr gutes Ergebnis, das uns viel Selbstvertrauen für das Rückspiel gibt", meinte Milan-Coach Massimiliano Allegri.

"Ich bin optimistisch. Wir fahren nach Camp Nou, um dort unser Spiel zu machen", betonte Ibrahimovic. Auch Mittelfeldstar Clarence Seedorf zweifelt nicht an Milans Chancen. "Barca ist die stärkste Mannschaft der Welt, aber jede Ära geht einmal zu Ende", prophezeite der niederländische Nationalspieler.

Der Serie A-Spitzenreiter wittert seine Chance. Schließlich hatten die Mailänder in der Gruppenphase ein 2:2 in Barcelona geholt, und das würde auch diesmal reichen. "Milan lebt", jubelte die "Gazzetta dello Sport", "Bravissimo!" titelte der "Corriere dello Sport".

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