Dragovic blieb nur Trost und Lob von Alaba

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In der Stunde seines bisher größten Erfolges hat David Alaba das Mitleid gepackt.

Österreichs Fußballer des Jahres ging nach dem 7:0-Kantersieg des FC Bayern München im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League auf den ins Leere starrenden Basel-Verteidiger Aleksandar Dragovic zu, umarmte ihn ausgiebig und flüsterte ihm tröstende Worte ins Ohr.

"Ich habe ihm gesagt, dass er den Kopf nicht hängen lassen soll", meinte der 19-Jährige.

"Er ist ein Weltklasse-Innenverteidiger"

An Dragovic ist es laut Alaba nicht gelegen, dass Basel in der Allianz Arena nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen wurde.

"Er ist ein Super-Profi. Sicher ist die Enttäuschung groß bei ihm, aber er ist ein Weltklasse-Innenverteidiger. Das hat man auch in diesem Match wieder gesehen, wie gut er rausspielen kann. Er ist so weit, dass er diese Niederlage wegstecken kann", erklärte der Bayern-Kicker.

Position nicht entscheidend

Über seine eigene, von allen Seiten gelobte Leistung verlor Alaba weniger Worte.

"Ich habe sehr viel Hilfe von meinen Mitspielern bekommen, dafür bin ich dankbar. Wir haben zusammen eine gute Arbeit geleistet."

Der Wiener wusste wie schon am Samstag beim 7:1 gegen Hoffenheim als Linksverteidiger zu überzeugen, obwohl er sich eher im zentralen Mittelfeld zu Hause fühlt.

"Aber ich bin froh, dass ich immer die Chance bekomme, zu spielen. Egal wo der Trainer mich hinstellt werde ich versuchen, mein Bestes zu geben."

"Haben immer an uns geglaubt"

Alaba hatte gegen Basel die Ehre, beim höchsten Champions-League-Sieg der Bayern und gleichzeitig beim höchsten Erfolg einer Mannschaft in der K.o.-Phase der Königsklasse dabei zu sein.

"Mit so einem hohen Sieg hat keiner gerechnet. Doch wir haben trotz des 0:1 im Hinspiel keine Gedanken ans Rausfliegen verschwendet, weil wir immer an uns geglaubt haben."

Bayern wieder Mit-Favorit

Einen Wunschgegner für das Viertelfinale hat Alaba nicht.

"Ich bin jetzt einmal froh, dass wir weiter sind."

Dass die Bayern nach dem Schützenfest von deutschen Medien gleich wieder als Mitfavorit auf den Champions-League-Titel gehandelt werden, hält der ÖFB-Teamspieler für "ein bisschen übertrieben", meinte aber auch:

"Wenn wir an unsere Stärken glauben, sind wir nur schwer zu bezwingen."

Dragovic gezeichnet

Im Gegensatz zu Alaba kann Dragovic die weitere Champions-League-Saison nur noch vor dem TV-Gerät mitverfolgen.

Der Ex-Austrianer war von dem Debakel sichtlich gezeichnet, entschied sich aber entgegen seiner Ankündigung vor dem Match doch zu einem Trikottausch mit Alaba.

"Er ist mein Freund, und er ist ja nicht schuld, dass wir 0:7 verloren haben", sagte der Wiener und zeigte sich selbstkritisch.

"Was wir heute abgeliefert haben, war nicht würdig. Ich kann mich nur bei den Fans entschuldigen."

Positive Seiten hervorheben

Der Wiener war auch bemüht, die positiven Seiten der Europacup-Saison für den FC Basel hervorzuheben.

"Bis auf dieses Match war es sehenswert, was wir in der Champions League abgeliefert haben. Keiner hat damit gerechnet, dass Basel ins Achtelfinale kommt. Das hat noch kein österreichischer Klub geschafft."

"Aus so einem Spiel können wir lernen"

Dragovic wertete die schwere Niederlage als einen wichtigen Entwicklungsschritt.

"Das war nicht unser Tag, aber aus so einem Spiel können wir lernen. Wir sind eine junge Mannschaft, müssen weiter an uns arbeiten und das Spiel so schnell wie möglich vergessen."

Nun rücken für den überlegenen Schweizer Tabellenführer wieder die nationalen Aufgaben in den Mittelpunkt.

"Wir wollen in dieser Saison versuchen, das Double zu holen. Und in der nächsten Saison wollen wir wieder in der Champions League spielen."

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