Glückliche Londoner mauern sich zum Aufstieg

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Chelsea feiert die Heldentat von Barcelona. Trotz 0:2-Rückstands und knapp eine Stunde nur zu Zehnt spielend, schafften die "Blues" im Camp Nou gegen den FC Barcelona noch die Wende.

Nach dem hart erkämpften 2:2 dürfen die Londoner nach dem verlorenen Endspiel von 2008 wieder vom Gewinn der prestigeträchtigsten europäischen Club-Trophäe träumen. Im Finale am 19. Mai in München wartet entweder der FC Bayern München oder Real Madrid.

Matteos Chancen steigen

In England feierte man die Abwehrschlacht der nach dem Ausschluss von Kapitän John Terry dezimierten Londoner - und den interimistisch im Trainersessel sitzenden Roberto di Matteo. Dieser hat nun beste Aussichten, Chelsea auch nach Saisonende weiter zu betreuen.

"Can Nou believe it?", titelte das Boulevardblatt "The Sun". Der "Mirror" wollte das Erreichte erst gar nicht begreifen: "Das hätte einfach nicht passieren dürfen."

Der Brasilianer Ramires brachte Chelsea mit dem Anschlusstreffer aus dem Nichts in der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte wieder ins Rennen. Der Madrilene Fernando Torres zerstörte in der Nachspielzeit der zweiten dann endgültig die Hoffnungen der Katalanen.

Kaum Offensivaktionen von Chelsea

Dazwischen stand eine Spielhälfte lang eine extreme Mauertaktik. Chelsea verteidigte praktisch mit neun Mann am Strafraum, nur der unermüdliche Didier Drogba und der für diesen eingewechselte Torres sorgten für gelegentliche Entlastung.

"Wir hatten heute alle Probleme, auf die man bei einem Fußballspiel stoßen kann. Dass wir uns gegen Barcelona trotzdem durchgesetzt haben, ist unglaublich", sagte Di Matteo nach der Partie.

Der Italiener hatte beim aktuellen Tabellensechsten der Premier League Anfang März Andre Villas-Boas beerbt und die "Blues" mit Siegen im Achtelfinale gegen Napoli (4:1 n.V.) und im Viertelfinale gegen Benfica Lissabon (1:0, 2:1) ins Halbfinale der Königsklasse geführt.

"Wir hatten auch ein wenig Glück"

Mit der Eliminierung von Barcelona schaffte der Ex-Profi der Londoner aber sein Meisterstück. Dass seiner Mannschaft dabei auch die Glücksgöttin Fortuna zur Seite stand, wollte der 41-Jährige gar nicht abstreiten.

"Wir hatten auch ein wenig Glück, aber das braucht man eben, um diesen Titel zu holen", sagte Notnagel Di Matteo, der Clubbesitzer Roman Abramowitsch nun endlich den erstmaligen Titelgewinn in der Champions League bescheren könnte.

Um in München zu bestehen, wird jedoch erneut eine Extraleistung vonnöten sein. Die Zeichen dafür stehen zumindest personell ungünstig, fehlen Chelsea im Endspiel mit Terry, Ramires, Branislav Ivanovic und Raul Meireles doch vier Stammkräfte.

Aussetzer von Terry

Vor allem die Rote Karte für Terry (37.) war für einen Profi seiner Klasse an Dummheit kaum zu überbieten. Englands Teamverteidiger nahm das Blackout auch voll auf seine Kappe. "Ich hätte das nicht tun sollen", sagte Terry nach seinem Kick gegen Alexis Sanchez.

Von seinen Teamkollegen sowie Trainer Di Matteo ("Jeder macht einmal einen Fehler") gab es für Terry nach dem Finaleinzug natürlich keine Schelte. Zu groß war die Freund über das Erreichte.

Dass der destruktive dabei über den attraktiven Fußball gesiegt hatte, machte für Chelseas Spieler natürlich keinen Unterschied. "Ich weiß, dass die Leute schönen Fußball sehen wollen. Aber 50 Minuten mit zehn Mann zu spielen und nach einem 0:2 noch zurückzukommen - das war unglaublich", meinte Mittelfeldmann Frank Lampard.

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