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Die größten heimischen Fußball-Blamagen

Die Historie des österreichischen Fußballs ist mit bitteren Niederlagen, großen Pleiten und riesigen Blamagen gepflastert.

Am Abend des 24. Juli 2012 wurde das neueste Kapitel zu dieser Trauergeschichte hinzugefügt.

Mit Red Bull Salzburg scheiterte der  österreichische Meister in der zweiten Runde zur Qualifikation für die Gruppenphase an seinem Pendant aus Luxemburg.

Amateure schlagen heimische Profis

F91 Düdelingen, eine aus Amateuren zusammengestellte Mannschaft, eliminierte den heimischen Liga-Krösus in dessen ersten Quali-Duellen des noch jungen Bewerbs. Der Europacup-Saison der Mannschaft von Neo-Coach Roger Schmidt wurde damit frühzeitig ein Ende gesetzt.

Doch war dies die größte Blamage in der jüngeren Geschichte des österreichischen Fußballs?

Rund 1500 Fans unserer LAOLA1-facebook-Seite haben in einer Blitzumfrage darüber nach dem Spiel abgestimmt. Hier das zwischenzeitliche Ergebnis (Stand 23:30):

1. Salzburgs CL-Aus gegen Düdelingen. 24. Juli 2012

Stimmen der LAOLA1-facebook-User: 77,0 Prozent


Die 0:1-Niederlage der Millionen-Truppe aus der Mozartstadt im Hinspiel auswärts gegen Düdelingen wurde bereits in die Kategorie „Blamage“ eingeordnet. Doch nach dem „Faux-pas“ in Luxemburg machte die Leistung beim 2:0-Sieg in Graz gegen Sturm Mut, sodass von einem Ausrutscher auf dem Weg zum Aufstieg gesprochen wurde. Doch es war der Anfang vom Ende. Im Rückspiel mussten die „Bullen“ einen 0:1- und 2:3-Rückstand drehen. Das 4:3 reichte am Ende wegen der Auswärtstorregel nicht. Sportlehrer Joachim hatte mit seinen Treffern – vor allem dem 1:0 im Hinspiel – großen Anteil daran.


2. 0:1 des ÖFB-Teams gegen die Färöer. 12. September 1990

Stimmen der LAOLA1-facebook-User: 13,4 Prozent


Österreichische Profis verlieren gegen Amateure? Da war doch was? Richtig, die Jahrhundert-Blamage des rot-weiß-roten Nationalteams gegen die Mannschaft von den Inseln namens Färöer. Die Truppe rund um Goalie Knudsen, der mit einer Zipfelmütze auf dem Kopf im Tor stand, fügte der Mannschaft von Teamchef Josef Hickersberger eine unvergessliche 0:1-Niederlage zu. Niemand dachte auch nur im Geringsten an eine Pleite, Fragen danach wurden als lächerlich abgetan, von einem zweistelligen ÖFB-Sieg war die Rede. Nielsen (62.) sorgte für den ersten Färöer-Sieg in einem Bewerbsspiel – in der ersten Partie überhaupt. Hickersberger trat danach zurück.


3. 1:2 Rapids im ÖFB-Cup-Finale vs. Stockerau. 30. Mai 1991

Stimmen der LAOLA1-facebook-User: 5,0 Prozent

Auch vor dieser Riesenblamage wurde nur noch über die Höhe des Sieges des Favoriten diskutiert. Doch für Österreichs Rekordmeister Rapid kam es erstens anders, und zweitens wie er dachte. Zwar ging das von Hans Krankl trainierte und mit Spielern wie Konsel, Schöttel, Pfeifenberger, Keglevits, Herzog und Fjörtoft bestückte Team in Führung, doch die Niederösterreicher drehten das Finale noch zur großen Sensation. Die größte Blamage für den Klub aus dem Westen Wiens.


4. 0:9 des ÖFB-Teams gegen Spanien. 27. März 1999

Stimmen der LAOLA1-facebook-User: 3,6 Prozent


Würde Österreich heute gegen Spanien in dieser Höhe verlieren, es wäre ähnlich blamabel, aber nicht ähnlich bitter wie damals – denn heute sind die Iberer die mit Abstand beste Mannschaft der Welt, die in den vergangenen vier Jahren zwei EM- und einen WM-Titel geholt hat. Damals erholten sie sich vom Gruppen-Aus bei der WM 1998  - und wie. Österreich lag beim EM-Quali-Spiel in Valencia bereits zur Pause 0:5 zurück, was Abwehrspieler Toni Pfeffer in der Halbzeit-Analyse zu eine der legendärsten Aussagen österreichischer Fußball-Geschichte veranlasste: „Hoch wer ma’s nimma gwinna!“ ÖFB-Teamchef Herbert Prohaska zog nach dem 0:9 die Konsequenzen und trat zurück.


5. 0:4 der Austria im Cup-VF gegen A. Lustenau. 19. April 2011.

Stimmen der LAOLA1-facebook-User: 1 Prozent


Wie der Erzrivale aus Wien-Hütteldorf haben auch die „Veilchen“ eine große Cup-Blamage hinter sich. Diese passierte dem Rekordsieger dieses Bewerbs vor nicht allzu lange Zeit: Im Viertelfinale des Jahres 2011 empfingen die Favoritner vor eigenem Publikum die zweitklassige Austria aus Lustenau. Die damalige Mannschaft von Trainer Karl Daxbacher, die zu diesem Zeitpunkt für den schönsten Fußball hierzulande gelobt wurde, musste sich mit einer Riesenblamage – einem 0:4 – aus dem Bewerb verabschieden. Die „Veilchen“ können sich trösten  - in Österreich sind sie mit solchen Pleiten wahrlich nicht allein.

 

Traurig, aber wahr: Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

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