Bayern im CL-Rückspiel gegen Porto gefordert

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Der FC Bayern ist auf seiner Mission Triple erstmals in dieser Saison höchst gefordert.

Die Münchner gehen im Champions-League-Viertelfinale am Dienstagabend (ab 20:45 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker) mit einem 1:3-Rückstand ins Retourspiel gegen den FC Porto.

In der heimischen Arena soll die Aufholjagd gelingen, den Portugiesen ins offene Messer laufen wollen die Bayern aber nicht.

Kann Ibrahimovic das Aus verhindern?

Das zweite Viertelfinal-Rückspiel verspricht weniger Spannung. Der FC Barcelona steht nach einem 3:1 bei Paris St. Germain mit einem Bein im Halbfinale.

Die Franzosen stützen ihre Hoffnungen auf eine Wende im Camp Nou auf einen Ex-Star der Katalanen.

Exzentriker Zlatan Ibrahimovic ist nach abgesessener Europacup-Sperre bei PSG wieder dabei.

Zwei Leistungsträger kehren zurück

Bei den Bayern lichtete sich das Lazarett mit Arjen Robben, David Alaba und Co. ein wenig.

Kapitän Philipp Lahm meldete sich nach einem Infekt einsatzbereit, auch Bastian Schweinsteiger könnte in den Kader zurückkehren.

Mit dem am Knöchel verletzten Franck Ribery rechnet Trainer Pep Guardiola aber weiter nicht. Der Spanier geht optimistisch, aber auch realistisch in sein 100. Pflichtspiel bei den Bayern.

Ungewohnte Situation

"Ein 1:3 in der Champions League ist nicht einfach aufzuholen", meinte Guardiola. Er sei dennoch "komplett überzeugt", dass seine Elf alles versuchen werde, um zum vierten Mal in Folge ins Halbfinale einzuziehen. Geschafft werden soll dies jedoch nicht mit Brechstangenfußball.

"Wir dürfen nicht Kamikaze nach vorne laufen", sagte Angreifer Thomas Müller. Immerhin würde ein 2:0 reichen, was der Weltmeister als "kein fußballerisches Weltwunder" bezeichnete.

Dennoch steht der deutsche Rekordmeister vor einer Aufgabe, die in der Vergangenheit stets unlösbar für ihn war. Die Bayern schieden in K.o.-Runden des Europacups jedes Mal aus, wenn das Hinspiel auswärts mit zwei Toren verloren worden war. In dieser Ausgangslage fand sich der fünffache Meistercup- bzw. Champions-League-Sieger in der jüngeren Vergangenheit aber selten.

"Meine Helden"

Des Drucks, der auf den Schulter der Beteiligten lastet, war sich Guardiola bewusst. "Ich weiß, in welchem Verein ich bin. Es ist nicht genug, hier Meister zu sein. Es ist nicht genug, hier Pokalsieger zu sein. Nur das Triple ist genug. Das ist bei großen Vereinen so", unterstrich der ehemalige Barcelona-Coach.

Er wurde mitunter pathetisch. "Diese Spieler bleiben immer meine Helden. Für den Rest meines Lebens", merkte Guardiola an.

Zwei Porto-Spieler gesperrt

Porto landete einigermaßen ausgeruht in München. Am Wochenende schonte Trainer Julen Lopetegui beim 1:0 gegen Academica Coimbra neun Spieler der im Hinspiel siegreichen Mannschaft.

Fehlen werden dem portugiesischen Tabellenzweiten aber sicherlich die gesperrten Außenverteidiger Danilo und Alex Sandro.

Das letzte Mal, dass Porto in einem Champions-League-Halbfinale stand, war 2004. Damals holte das Team um Trainer Jose Mourinho auch die Trophäe.

Barca jagt ebenfalls Triple

Vor der siebenten Halbfinale-Teilnahme in den jüngsten acht Jahren steht indes der FC Barcelona. Die Katalanen überrollten PSG auswärts dank ihres Traumsturms Neymar, Luis Suarez und Lionel Messi.

Luis Enrique hat in seiner ersten Saison als Trainer des spanischen Großclubs ebenfalls ein Kunststück ins Auge gefasst, das bei Barcelona Guardiola im Jahr 2009 geschafft hatte: Das Triple.

Ein wichtiger Bestandteil könnte dabei Suarez sein. Der Uruguayer ging zuletzt in seiner Rolle als Mittelstürmer auf, traf im "Clasico" gegen Real, dann in Paris doppelt und sorgte auch beim 2:0 gegen Valencia am Wochenende für die frühe Führung.

Suarez in Topform

16 Tore stehen für Suarez in 23 Spielen seit Jänner zu Buche. "Ich fühle mich sehr wohl auf dem Spielfeld", kommentierte der Angreifer zuletzt seine Topform.

Suarez schaffte, was Ibrahimovic in der Saison 2009/10 unter Guardiola zum Verhängnis wurde: Messi als zentrale Spitze zu verdrängen. Der Argentinier zeigte sich in den vergangenen Wochen dank Toren am Fließband auch in seiner Rolle als rechter Flügelstürmer bestens aufgelegt.

Sorgen bereiten Trainer Enrique hingegen mitunter die defensiven Schwächen. So ortetet der 44-Jährige nach dem mühsamen Heimsieg gegen Valencia "unerklärbare Fehler".

PSG ohne Thiago Silva

Ibrahimovic will davon profitieren. An Motivation wird es dem Schweden nicht mangeln, ausgerastet ist der Starstürmer ohnedies. Auch das 3:1 gegen Nizza am Samstag sah Ibrahimovic aufgrund seiner nationalen Sperre von der Tribüne aus.

An seiner Stelle zeichneten sich zur Freude von Trainer Laurent Blanc Javier Pastore (2) und Edinson Cavani als Torschützen aus. "Durch Zlatan sind wir gefährlicher. Aber er alleine kann es nicht richten", betonte Blanc.

Ähnlich wie der Gegner wird sich Paris aber nicht nur auf seinen hochkarätigen Angriff verlassen können. Nicht unbedingt leichter machte die Aufgabe, dass Kapitän und Abwehrchef Thiago Silva die Reise aufgrund einer Oberschenkelverletzung nicht mitmachte. Ebenfalls fraglich war sein Nebenmann David Luiz, der im Hinspiel nicht die beste Figur abgegeben hatte.

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