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Grandioser Weidenfeller als Held der Borussia

Roman Weidenfeller war für Borussia Dortmund eine der Schlüsselfiguren auf dem Weg ins Finale der Champions-League.

Jürgen Klopp bezeichnete ihn mit einem Seitenhieb Richtung Teamchef Joachim Löw als besten Tormann, der nie in einer Nationalmannschaft gespielt hat.

Seine Klasse und Nervenstärke hat der 32-Jährige auch am Dienstagabend im Hexenkessel Bernabeu-Stadion mit seinen drei entscheidenden Paraden gegen Real Madrid unter Beweis gestellt.

Kultfigur dank Englisch-Mängel

Weidefeller scheint oft unterschätzt, bei seinen BVB-Fans genießt er nicht zuletzt dank eines legendären Englisch-Interviews nach dem Meistertitel im Mai 2011 Kultstatus.

"I think we have a grandios Saison gespielt", hatte Weidenfeller damals dem Sender "Dubai Sports" mitgeteilt.

Ein Satz, der seitdem in großen schwarzen Lettern auf einer gelben Wand in der BVB-Geschäftsstelle verewigt ist.

"Wunder! Wahnsinn! Weidenfeller!"

Am 25. Mai wird Weidenfeller nun wieder Bekanntschaft mit dem Englischen machen, im Finale im Londoner Wembley-Stadion.

"Finale hört sich so an, dass man es eigentlich noch nicht glauben kann", sinnierte der Dortmunder Goalie mit glücklich strahlenden Augen. "Aber wir haben es geschafft. Es ist einfach geil."

Weidenfeller setzte in Madrid seine bärenstarke Königsklassen-Saison fort. Ob in der Anfangsphase gegen Gonzalo Higuain und Cristiano Ronaldo oder kurz vor dem Schlusspfiff gegen Karim Benzema - immer war er auf dem Posten.

Machtlos musste er dennoch Gegentore durch Benzema (83. Minute) und Sergio Ramos (88.) hinnehmen. "Wunder! Wahnsinn! Weidenfeller!", pries die "Bild" den Borussia-Schlussmann.

Kehl frohlockt

Im Überschwang des großen Glücks dachte Weidenfeller zusammen mit Mittelfeldmann Sebastian Kehl und Sportdirektor Michael Zorc auch an dunklere Stunden der Vereinshistorie zurück.

"Wir haben uns eben in den Armen gelegen und haben uns ganz kurz gezwickt, dass das wirklich die Realität ist.Dass wir damals in Aachen den Abstieg verhindert haben, genauso wie wir heute im Champions-League-Finale stehen - das ist der pure Wahnsinn", frohlockte der nach Kehl zweitdienstälteste BVB-Profi.

Gerade einmal sechs Jahre liegt das Spiel gegen Aachen zurück, als sich Dortmund im April 2007 durch ein 4:1 neues Leben im Abstiegskampf einhauchte.

Bei Löw nicht hoch im Kurs

Dass er nach Oliver Kahn beim 1:0 des FC Bayern München im Jahr 2001 nicht als zweiter deutscher Tormann ohne Gegentreffer im Madrider Fußball-Tempel blieb, war Weidenfeller herzlich egal.

Ebenso die Gelbe Karte wegen Spielverzögerung kurz vor dem Schlusspfiff, denn eine Sperre im Finale zieht diese Verwarnung nicht nach sich.

Bei Teamchef Löw, der zusammen mit seinem Assistenten Hansi Flick in Madrid dabei war, steht der verlässliche Weidenfeller trotz solcher Auftritte nicht hoch im Kurs.

Zum einen ist er mittlerweile im fortgeschritteneren Fußballeralter, zum anderen erfreut Löw die Spielweise der starken Konkurrenz wie Manuel Neuer, Rene Adler oder Ron-Robert Zieler offensichtlich deutlich mehr.

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