Bender-Schock bei BVB, Chelsea im Kreuzfeuer

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Arsenal, Bayer Leverkusen und APOEL Nikosia haben am Mittwochabend aus sechs neun Aufsteiger ins Achtelfinale der Champions League gemacht.

Dass die "Gunners" als erster englischer Klub weiterkamen und nicht die in der Premier League besser dastehenden Rivalen Manchester City, Manchester United und Chelsea genoss Arsene Wenger.

"Ich muss vorsichtig sein, was ich sage, aber es überrascht mich schon", sagte der Elsässer nach dem 2:1 im Emirates Stadium gegen Borussia Dortmund und dem vorzeitigen Sieg in Gruppe F.

Schwere Zeit durchgemacht

Der 62-Jährige mit der Erfahrung von über 150 Partien in der "Königsklasse" erinnerte an den schwachen Saisonstart und gestand: "Ich bin glücklich, weil wir eine sehr schwierige Zeit durchgemacht haben."

In der ersten Hälfte hätte Dortmund seiner Elf noch Probleme bereitet, aber nach der Pause habe sie sich erholt, Tempo gemacht und das Passspiel besser funktioniert.

Und dazu kam Robin van Persie, der nach seinem Tor im "Hinspiel" (1:1) diesmal mit einem Doppelpack zur 2:0-Führung zum Matchwinner avancierte.

Lobeshymnen für Kapitän

"Robin spricht und redet über Fußball Tag und Nacht und ist immer komplett auf das jeweilige Spiel konzentriert. Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, er nutzt unser offensives Spiel über die Flügel und macht Tore. Ich hoffe, er bleibt uns lange erhalten", lobte Wenger den Niederländer, der in diesem Jahr bei 38 Treffern in 41 Pflichtspielen hält.

Die englisch Presse lobte den Oranje, der als Kapitän die Nachfolge des nach Barcelona abgewanderten Ces Fabregas angetreten hat, ebenfalls.

"Robin van Persie - ein Mann für jede Jahreszeit", schrieb "The Guardian".

Dortmund im Bender-Schock

Für den Dortmunder Sportdirektor Michael Zorc und andere im BVB-Lager waren - ob des Kieferbruchs von Sven Bender - das Resultat und die auf ein Minimum reduzierten Chancen zum Weiterkommen zweitrangig.

"Wir müssen erst einmal unsere Wunden lecken", meinte Zorc und Mittelfeldspieler Sebastian Kehl, dessen Kollege Bender im Zweikampf vom Schuh des Arsenal-Legionärs Thomas Vermaelen im Gesicht getroffen worden war, gestand: "Das war ein Schock!"

Nur vier Tage nach dem 1:0 in München gegen den FC Bayern herrscht Ernüchterung beim Meister.

Die Orgel spielt noch

Ohne Schützenhilfe Arsenals in der letzten Runde in Piräus gegen Olympiakos dürfte für die Borussia kaum etwas zu holen sein.

Es sei denn, die Westfalen schlagen Olympique Marseille zu Hause mit vier Toren Differenz. "Solange die Orgel spielt, ist die Messe nicht aus. Wir müssen versuchen, das Unmögliche möglich zu machen und die drei Prozent zu nutzen, die wir noch haben", meinte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Klopp sagte dazu: "Ich habe gute Gründe zu glauben, dass Arsenal in Piräus gewinnt. Arsene Wenger ist als fairster Trainer der Welt bekannt."

Chelsea im Kreuzfeuer

Im zweiten englisch-deutschen Duell ging Bayer Leverkusen daheim gegen Chelsea nach 0:1-Rückstand als 2:1-Sieger und neuer Tabellenführer im Pool E hervor.

Die "Blues" wurden auch vom Valencia CF überholt, der mit dem 7:0 im Mestalla-Stadion den höchsten Sieg in der "Königsklasse" feierten und den Rekord des Liverpool FC  (8:0 gegen Besiktas 2007) nur knapp verpassten.

Der Abramovich-Truppe blies am Donnerstag der Zeitungswind ins Gesicht. "Chelsea in einer Horror-Show", war im "Daily Star" zu lesen und der "Daily Mail" nahm den in der Kritik stehenden Trainer ins Visier: "Andre Villas-Boas auf den Knien".

Genugtuung für Ballack

Für den Ex-Chelsea-Spieler Michael Ballack wurde sein 100. Europacup-Spiel zum Genuss, auch wenn er einige große Chancen ausgelassen hatte.

"Wir haben vor allem in der zweiten Hälfte ein gutes Spiel gemacht und sind mit dem Resultat hochzufrieden. Wir müssen an uns glauben, es ist viel Potenzial vorhanden", sagte der Routinier.

"Wir waren ein Team auf dem Platz", resümierte Robin Dutt, der sich als Trainer zur Mannschaft zählte und ein glückliches Händchen bewies.

Der Schweizer Eren Derdiyok erzielte 1:33 Minuten nach der Einwechslung den Ausgleich zum 1:1. Den 2:1-Sieg besorgte in der 91. Minute Manuel Friedrich per Kopf.

Ein gefühlter Dreier

Wie einen Sieg feierte APOEL Nikosia im Pool G das 0:0 in St. Petersburg gegen Zenit.

"Vor drei Monaten hat davon niemand zu träumen gewagt, jetzt zählen wir zu den 16 besten Mannschaft in Europa und ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt", jubelte Trainer Ivan Jovanovic, dass seine Elf Geschichte geschrieben hat und als erster zypriotischer Verein im Achtelfinale steht.

Der italienische Zenit-Trainer Luciano Spalletti gewann der Nullnummer auch Positives ab. "Wir haben dem Gegner zu keiner einzigen Chance kommen lassen. Man darf nicht vergessen, dass APOEL bisher in jedem Spiel getroffen hat."

Barca kann Kräfte sparen

Im hochkarätigen Duell (H) der schon vorher qualifizierten Giganten besiegte der FC Barcelona ohne den verletzten Star Andres Iniesta in San Siro den AC Milan 3:2.

"Wir waren besser, es war ein wichtiger Sieg, weil wir unbedingt den ersten Platz wollten. Jetzt können wir in der letzten Runde Kräfte schonen und danach am 10. Dezember auswärts gegen Real Madrid in der Liga ausgeruhter antreten", sagte Barca-Coach Josep Guardiola, dessen Widerpart Massimiliano Allegri von seinen Mannen sagte, dass sie sich gut verkauft hätten.

"Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, unser Auftreten war auch für die Moral und die weiteren Spiele wichtig."

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