"Nicht wegen Neuer verloren"

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"Insgesamt war es ein bisschen zu wenig"

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Bayern München kann doch noch verlieren. Nach zwölf Pflichtspielsiegen zum Saisonauftakt verlor Deutschlands Fußball-Meister am Dienstag mit der 0:2-Niederlage in der Champions League auswärts gegen Arsenal seine makellose Bilanz. Im Kampf um den Aufstieg haben ÖFB-Star David Alaba und Co. aber in der Gruppe F nach wie vor die besten Karten.

Die Münchner dominierten in London über weite Strecken das Geschehen, ließen aber ihre Chancen ungenützt. Die auf schnelle Gegenstöße lauernden Gastgeber sorgten erst in der Schlussphase für die Entscheidung. Zuerst traf "Joker" Olivier Giroud (77.), nachdem Bayern-Goalie Manuel Neuer an einer Cazorla-Freistoßflanke vorbeigesegelt war, in der Nachspielzeit machte Mesut Özil (94.) endgültig den Sack zu.

"In der Champions League musst du perfekt sein"

"Das ist Champions League. Und in der Champions League musst du perfekt sein - das waren wir in manchen Punkten nicht", erklärte Bayern-Trainer Josep Guardiola. "Insgesamt war das vielleicht ein bisschen zu wenig", ergänzte Jerome Boateng, der mit Alaba die Innenverteidigung bildete.

Goalie Neuer wurden trotz des wohl spielentscheidenden Fehlers vor dem 0:1 keine Vorwürfe gemacht. "Wir haben nicht wegen Manuel Neuer verloren. Er hat auch vor der Pause super Bälle gehalten und wir hatten genug Chancen, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden", schilderte Guardiola seine Sicht.

Für die Engländer war es ein extrem wichtiger Sieg, sie holten die ersten Punkte und blieben damit im Aufstiegsrennen. "Es war ein Topspiel zwischen zwei klasse Teams. Wir haben unbedingt gewinnen müssen und es mit viel Disziplin geschafft", jubelte Arsenal-Trainer Arsene Wenger.

Giroud überwindet Formtief

Besonders freute den Langzeit-Coach der "Gunners" der Treffer des 29-jährigen Giroud. "Er hat sein Formtief überwunden und sich in den letzten zwei Wochen wieder seiner Bestform angenähert. Er ist ein Winner-Typ."

Arsenal liegt nach Punkten nun gleichauf mit Dinamo Zagreb, auf die Bayern und Olympiakos Piräus, das sich in Zagreb 1:0 durchsetzte, fehlen drei Punkte. Am 4. November sollten die Londoner daher im zweiten Teil des Duells mit den Bayern in München neuerlich punkten.

Teilerfolg für Dragovic

Mit Aleksandar Dragovic gab es für einen anderen ÖFB-Legionär einen Teilerfolg. Dynamo Kiew holte mit dem 24-Jährigen zu Hause gegen Chelsea ein torloses Remis.

"Wir waren sehr bissig und zweikampfstark, sind viel gelaufen, der Wille war deutlich zu spüren. Klar hatten wir bei den zwei Metalltreffern der Londoner Glück. Auf der anderen Seite hatten auch wir unsere Möglichkeiten und kurz vor Schluss einen echten Matchball. Das Unentschieden geht in Ordnung", resümierte Dragovic.

Schiri "schwach und naiv"

Kiew (5) ist damit in der Gruppe G weiter unbesiegt und als Zweiter auf einem Aufstiegsrang. Chelsea (4) liegt unmittelbar dahinter. Coach Jose Mourinho ärgerte sich über einen ausgebliebenen Elfmeterpfiff von Damir Skomina in der ersten Hälfte bei einem Foul an Cesc Fabregas. "Der Schiedsrichter hat einen Fehler gemacht. Da war er schwach und naiv", meinte der Portugiese.

Der Druck auf seine auch in der Liga als Zwölfter enttäuschende Mannschaft wird damit auch im Europacup größer, in zwei Wochen folgt die Retourpartie gegen Kiew. Gruppe-G-Spitzenreiter ist der FC Porto (7) nach einem 2:0 gegen Maccabi Tel Aviv (0). Goalie Iker Casillas stellte dabei mit seinem 51. Spiel in der Königsklasse ohne Gegentreffer einen neuen Bewerbrekord auf.

"Wendepunkt" bei Barca?

In der Gruppe E hält der FC Barcelona nach einem 2:0-Sieg bei BATE Borisow (3) bei sieben Zählern und ist im Plansoll. In Abwesenheit von Lionel Messi zeigten Neymar mit zwei Assists sowie Ivan Rakitic mit einem Doppelpack (48., 65.) auf.

Im Gegensatz zum bisherigen Saisonverlauf, in dem man in 13 Spielen schon 22 Gegentore kassiert hatte, hielten die Katalanen ihren Kasten diesmal sauber. "Ich hoffe, dass das jetzt eine Wendepunkt ist", sagte Barca-Trainer Luis Enrique.

4:4 gibt Kampl und Co. Kraft

Bayer Leverkusen (4) ist nach einem sehr interessanten Heim-4:4 gegen die AS Roma (2) Zweiter. Der Ex-Salzburger Kevin Kampl war an der Aufholjagd nach einem 2:4-Rückstand maßgeblich beteiligt, traf mit einem Schlenzer ins lange Eck zum 3:4 und hatte auch beim Ausgleich seine Beine im Spiel.

"Nach einem 2:4 kommt nicht jede Mannschaft so zurück. Das wird uns Kraft geben für die nächsten Spiele", meinte der 25-Jährige. In der Gruppe H bewahrte Zenit St. Petersburg mit einem 3:1 gegen Lyon die eigene weiße Weste, auch Valencia (6) ist nach einem 2:1 gegen Gent auf Aufstiegskurs.

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