Drei Gründe, warum Juve die Bayern stoppt

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„Das wird Krieg!“

Mit diesen markigen Worten sorgte Juve-Spieler Mirko Vucinic vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League zwischen Juventus Turin und dem FC Bayern München für ein ordentliches Rauschen im deutschen Blätterwald.

Rummenigge kritisiert Vucinic

Beim frischgebackenen Deutschen Meister zeigte man logischerweise keinerlei Verständnis für diese Aussage.

"Ich mag das Wort Krieg im Zusammenhang mit Fußball gar nicht - und erst recht nicht, wenn es von einem Spieler aus Montenegro kommt. Das war sehr unglücklich", tadelte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den 29-jährigen Stürmer.

Jetzt kann man zu dieser martialischen Rhetorik stehen, wie man will, die Grundaussage dahinter ist klar: Kampflos wird sich die „Alte Dame“ nicht geschlagen geben. Die Turiner sind heißer als heiß und wollen sich für die Demütigung in München revanchieren.

Voller Einsatz als Voraussetzung

Doch „bis zum letzten Atemzug zu rennen“, wie Vucinic verspricht, und den „Bayern ein Höllen-Spektakel“ zu bieten, wie Trainer Antonio Conte es ausdrückt, wird nicht reichen, das kann höchstens als Voraussetzung für ein Weiterkommen gesehen werden.

In erster Linie brauchen die „Bianconeri“ Tore. Zwei, um genau zu sein. Und die würden sie auch erst in die Verlängerung retten. Aber auch wenn Juventus mit dem Rücken zur Wand steht, glauben viele Fans und Experten und Italien an ein Weiterkommen.

"Es ist noch überhaupt nichts entschieden. Diese Mannschaft hat schon des Öfteren bewiesen, dass sie zu großen Spielen in der Lage ist. Ich glaube daran, dass sie das Ding noch drehen können", sagt etwa Torwart-Legende Dino Zoff.

Dieses Vertrauen kommt nicht von ungefähr. LAOLA1 kennt drei Gründe, warum Juventus Turin doch noch die Überraschung schafft und ins Halbfinale der UEFA Champions League aufsteigt:

Alaba ließ die Bayern früh jubeln

Der Spielverlauf

Die Bayern waren im Hinspiel klar überlegen, dominierten die Gäste aus Italien bisweilen nach Belieben. Dabei kam den Münchnern aber auch der mehr als günstige Spielverlauf zugute.

Jeder, der schon einmal selbst auf dem Platz gestanden ist, weiß, dass ein Führungstreffer – und dazu noch zu so einem frühen Zeitpunkt – in einem wichtigen Spiel viele Energien freisetzen kann. Den Gegner hingegen lähmt so ein Schock in den meisten Fällen.

Genau das ist am 3. April in der Allianz Arena nach dem abgefälschten Schuss von David Alaba nach 25,02 Sekunden auch passiert. Die Bayern agierten wie aus einem Guss, während der Motor der „alten Dame“ gehörig stotterte.

So etwas wird in Turin nicht mehr passieren. Im Gegenteil, Juventus wird von Beginn weg versuchen, das Spiel an sich zu reißen und das ohnehin schon frenetische Publikum noch mehr anzustacheln.

Vor allem über die Flügel Kwadwoh Asamoah und Simone Padoin, die im Hinspiel nicht zum Einsatz kamen, wird die Mannschaft von Conte Druck erzeugen. Sollte den Heimischen wie den Bayern vor einer Woche dazu ein schnelles Tor gelingen, ist alles möglich.

Zu Hause ist Juve eine Macht

Die Heimstärke

Seit Juve das neue Stadion hat, sind die Piemonteser zu Hause eine Macht. In 45 Heimspielen verließen sie den Platz nur zweimal als Verlierer. Dem gegenüber stehen 32 Siege bei elf Remis und einem Torverhältnis von 94:27.

In der Champions League liest sich die Statistik noch besser: In vier Spielen gab es drei Siege und ein Unentschieden, zehn Tore wurden erzielt, nur einmal musste Gianluigi Buffon hinter sich greifen.

Auf die benötigten Tore können die Juve-Fans auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zählen. Nur zweimal blieb die „alte Dame“ im Juventus Stadium ohne Torerfolg. In der vorigen Spielzeit kam man gegen Siena nicht über ein 0:0 hinaus, mit demselben Resultat trennte man sich am 13. Spieltag der diesjährigen Serie-A-Saison von Lazio Rom.

Vucinic soll für die Tore sorgen

Die Schlüsselspieler

Anders als in München werden sich Andrea Pirlo, Claudio Marchisio und Mirko Vucinic nicht als Schatten ihrer selbst präsentieren und es den Bayern nicht so leicht machen wie im Hinspiel. Dass das Hinspiel von den Akteuren selbst als „schlechteste Saisonleistung“ bezeichnet wurde, kommt nicht von ungefähr. Die Stars brennen auf eine Revanche und ein angeknockter Boxer ist bekanntlich am gefährlichsten.

Pirlo schöpft dabei vor allem Kraft aus den Erfahrungen, die er selbst mit dem AC Milan in der Champions League gesammelt hat. „In Istanbul haben wir im Finale von 2005 schon mit 3:0 geführt, wir haben eigentlich schon gewonnen, dann kam diese Aufholjagd von Liverpool und am Ende haben wir im Elfmeterschießen verloren“, weiß der Mittelfeldstratege, dass im Fußball alles möglich ist. „Ganz zu schweigen von La Coruna. Da haben wir das Hinspiel mit 4:1 für uns entschieden, nur um dann in Spanien 0:4 unterzugehen."

Spielt das Mittelfeld wie erwartet, wird auch Vucinic, der wie eingangs erwähnt durch seine martialischen Aussagen in den Fokus der Medien geriet, seine Chancen vorfinden und zum Abschluss kommen.

„Er ist der gefährlichste Mann bei Juve. Er ist ein Freigeist, ein Schöpfer vor dem Tor, er kann aus dem Nichts ein Tor machen", schwärmt Zoff in höchsten Tönen vom Montenegriner.

Ein Schöpfer als Aufstiegsgrund. Klingt doch gleich besser als die ganze Kriegsrhetorik.

 

Fabian Santner

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