Bühne frei für Europas Eliteliga

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Das Warten hat ein Ende.

69 Tage sind vergangen, seit in den letzten Gruppenspielen die Achtelfinalisten der Champions League bestimmt wurden.

Die Spreu hat sich vom Weizen getrennt. 16 Vereine wetteifern noch um einen Platz im Endspiel im Londoner Wembley-Stadion am 25. Mai.

Juve muss in die "Höhle des Löwen"

Der Auftakt in die K.o.-Runde erfolgt am Dienstag mit Spielen des schottischen, italienischen und französischen Tabellenführers.

In Glasgow empfängt Celtic um 20:45 Uhr Juventus Turin, zur gleichen Zeit trifft im Mestalla der FC Valencia auf Paris St. Germain.

Im LAOLA1-LIVE-Ticker bist du live dabei und durch die Matchups perfekt eingestimmt. Bühne frei für Europas Eliteliga:

VALENCIA CF                          VS.                  PARIS SAINT GERMAIN

 

Der FC Valencia muss sich eigentlich freuen. Französische Teams haben die Fledermäuse nämlich besonders gerne zu Gast. In den letzten acht Heimspielen gegen Vereine aus der Ligue 1 gab es acht Siege. Insgesamt ist man überhaupt seit 17 Partien gegen Klubs aus Frankreich ungeschlagen. Einziger Haken: Paris St. Germain hieß der Gegner in einem Bewerbsspiel noch nie.

Dazu ist den Parisern ein durchaus beeindruckendes Comeback in der Königsklasse nach fast zehn Jahren gelungen. Kein Team holte mehr als die von PSG erspielten 15 Punkte in der Gruppenphase.

"Es ist sehr wichtig, das Achtelfinale erreicht zu haben, und das Mestalla kommt in solchen Momenten immer in Fahrt", unterstreicht Valencia-Sportdirektor Fernando Giner vor der Partie die Heimstärke seiner Mannschaft.

In puncto Offensivspiel lassen sich beide Teams nicht lumpen, was auf einen offenen Fight hoffen lässt. Valencia hatte eine Tordifferenz von +7, nur die Bayern und eben Paris (+11) konnten noch bessere Zahlen vorweisen.

In ihrer Heimat läuft es für die Mannschaft von Carlo Ancelotti nach Maß. Vier Siege en suite hievten den Klub zuletzt sicher auf Platz eins. Valencia hingegen rangiert derzeit nur auf Platz fünf in La Liga. Das würde derzeit nicht einmal einen Platz in der Champions-League-Qualifikation bedeuten.

Der Verbindungsmann: SOFIANE FEGHOULI

Eigentlich schien die Karriere des Sofiane Feghouli schon vorgezeichnet. Aufgewachsen in der Pariser Großgraumregion war sein Ziel, als Profi bei PSG zu landen. Doch in der Hauptstadt wollte man das Talent des Mittelfeldspielers nicht erkennen. "Ich war zwei Mal bei PSG auf Probe, aber ich war damals sehr klein im Vergleich zu den anderen und deswegen hat es nie geklappt". So führte sein Weg nach Grenoble, wo er mit 17 Jahren sein Profidebüt und in weiterer Folge den Aufstieg in die Ligue 1 feierte. Auch bei der Frage des Nationalteams sah es zunächst nach Frankriech aus. Nach einem Auftritt in der U21 wurde Feghouli sogar von Raymond Domenech für das A-Nationalteam vornominiert. Letztlich entschied er sich aber für Algerien, das Land seiner Eltern. In Valencia wurde er in seiner ersten Saison nach Almeria verliehen, ehe er in der vergangenen Saison bei den Fledermäusen richtig durchstartete. Heuer traf er jeweils drei Mal in Liga und Champions League, unter anderem auch gegen die Münchner Bayern.

VALENCIA STEIGT AUF, WEIL... (ein Kommentar von Christian Eberle):

...die "Fledermäuse" in dieser CL-Saison überzeugen. Wer die Gruppenphase mit den hochgelobten Bayern punktegleich abschließt, braucht auch keine Angst vor PSG zu haben. Tabellenplatz fünf in La Liga mag noch immer unzufriedenstellend sein, vor zehn Spieltagen lag man aber noch auf Rang zwölf. So gesehen befindet sich die Elf von Ernesto Valverde im Aufwind, wenngleich das Liga-Heimspiel gegen Real als Rückschlag gewertet werden muss. Doch seit dem 0:5 feierte Valencia zwei stolz erkämpfte Auswärtssiege und trotzte den Madrilenen und Barcelona je ein Remis ab. Paris kann kommen.

PARIS ST. GERMAIN STEIGT AUF, WEIL... (ein Kommentar von Andreas Terler):

... wer die Pflicht so souverän absolviert, kann im Achtelfinale noch lange nicht bei der Kür angelangt sein. PSG hat, mit dem nötigen Kleingeld aus Katar, ein echtes Klasseteam aus dem Boden gestampft. Erst im Winter kamen mit Top-Talent Lucas Moura und Ikone David Beckham zwei weitere Spieler dazu. Es bleibt abzuwarten, ob der Engländer auch noch für Überraschungsmomente sorgen kann. Carlo Ancelotti bewahrt, mit der Erfahrung von zwei CL-Triumphen, die nötige Ruhe und wenn "Ibracadabra" nach zwei Vorlagen und fünf Toren dort weitermacht, wo er aufgehört hat, kann erst recht überhaupt nichts schiefgehen.

CELTIC FC                          VS.                  JUVENTUS TURIN

 

55 Punkte auf dem Konto und auf dem besten Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung. Diese Aussage gilt für beide Teams.

Celtic führt die schottische Tabelle in Abwesenheit des Erzrivalen Rangers mit riesigem Vorsprung an und leistet sich so gut wie keine Ausrutscher. Auch Juve ist in der Serie A das Maß der Dinge, wenngleich die "Alte Dame" zuletzt mit einer Niederlage gegen Sampdoria und Unentschieden gegen Parma sowie Genoa leichte Schwächen offenbarte.

Nichtsdestoweniger gehen die Turiner als klarer Favorit in dieses Duell. Nicht zuletzt, weil sie ihre Gruppe ungeschlagen auf Platz eins beendeten und Titelverteidiger Chelsea daheim überraschend klar mit 3:0 bezwangen.

Die wohl größte Sensation der bisherigen CL-Saison geht jedoch auf die Kappe der "Bhoys". Der 2:1-Heimsieg gegen den eigentlich unschlagbaren FC Barcelona just zum 125. Geburtstag des Klubs hat sich seinen Platz in den Geschichtsbüchern schon jetzt gesichert. Unvergesslich der vor Freude weinende Edel-Fan Rod Stewart nach dem Abpfiff.

Das letzte Duell der beiden Teams in der Königsklasse ging übrigens in der Gruppenphase 2001/02 über die Bühne. Es waren zwei grandiose Spiele. Juve feierte einen 3:2-Heimsieg, anschließend revanchierten sich die Schotten mit einem 4:3-Erfolg im Celtic Park. In beiden Partien auf dem Feld: Der nunmehrige Celtic-Trainer Neil Lennon.

Der Verbindungsmann: VICTOR WANYAMA

"Er hat die Eigenschaften eines jungen Patrick Vieira", sagt Andrea Pirlo über den 21-Jährigen, der bereits im Alter von 15 Jahren erstmals in einem (inoffiziellen) Länderspiel für die kenianische Nationalmannschaft auflief. Das sehen auch die Verantwortlichen bei der "Alten Dame" so, ist Juventus doch einer der zahlreichen Top-Klubs, die den Mann fürs defensive Mittelfeld künftig nur zu gerne in ihren Reihen sehen würden. 2007 folgte Wanyama seinem Bruder McDonald Mariga, aktuell von Inter Mailand an den FC Parma verliehen, nach Schweden zu Helsingborg, kehrte aber nach nur einem Jahr wieder nach Kenia zurück. Erst in Belgien - bei Beerschot - konnte er im Profi-Geschäft Fuß fassen. Im Sommer 2011 sicherte sich schließlich Celtic die Rechte an dem Jungen aus Nairobi. Binnen kurzer Zeit avancierte der 23-fache Internationale in Glasgow zum Stammspieler und Publikumsliebling.

CELTIC STEIGT AUF, WEIL... (ein Kommentar von Andreas Terler):

...Celtic durch die Erfolge gegen Barcelona und Spartak in der Gruppenphase erst Lunte gerochen hat. Der Biss, der Wille und die nötige Konzentration ließ die "Bhoys" zu Spitzenleistungen auflaufen. Erst recht vor heimischem Publikum. Angetrieben von ihren frenetischen Fans muss und wird die Vorentscheidung im Hinspiel fallen. Wenn ein Team den Fußballkampf nie aufgibt, ist es Celtic. Und genau damit wird die "Alte Dame" nicht zurechtkommen.

JUVENTUS STEIGT AUF, WEIL... (ein Kommentar von Harald Prantl):

...dieses Juventus das Sieger-Gen hat. Wer sich in einer Gruppe mit Titelverteidiger Chelsea und Shakhtar Donetsk ungeschlagen durchsetzt, kann mit Celtic keine Probleme haben. Seit fast drei Jahren haben die Turiner im Europacup kein Spiel mehr verloren und das wird auch so bleiben. Die Sympathisanten der Schotten mögen sich an ihre Sensation gegen Barca klammern, aber das hier ist nicht die Gruppenphase, das ist bitterer Ernst. Und da werden sich die "Bianconeri" aufgrund ihrer wesentlich höheren Qualität durchsetzen.

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