Von Celtic bis Bayern: Die bisherigen Triple-Täter

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Aller guten Dinge sind drei, heißt es im Volksmund.

Aller guten Dinge sind drei, das gilt auch im europäischen Vereinsfußball.

Der FC Barcelona hat es geschafft, die Saison mit dem einzig wahren Triple - bestehend aus Champions League, Meisterschaft und Pokal - abzuschließen und schrieb damit Geschichte.

Den Katalanen gelang es als erster Mannschaft, dieses Kunststück ein zweites Mal zu vollbringen.

Wer dem erlesenen Kreis der Triple-Täter noch angehört und was die jeweiligen Mannschaften auszeichnete:

Celtic F.C. (1966/67)

Billy McNeill war Kapitän der „Lisbon Lions“

Die Mannschaft von 1966/67 wird als größte Elf der Geschichte des Celtic Football Clubs gesehen. Seit dem dem 2:1-Finaltriumph über Inter in Lissabon ist das Team unter seinem Spitznamen „Lisbon Lions“ bekannt. Es waren allerdings die Italiener, die durch einen verwandelten Elfer von Sandro Mazzola früh in Führung gingen. Doch die Schotten steckten nicht auf, zeigten erfrischenden Offensiv-Fußball und schafften durch Tore von Tommy Gemmell (63.) und Stevie Chalmers (84.) noch das Comeback gegen die Catenaccio-Künstler aus Mailand. Die Fußballwelt feierte den Triumph als Sieg des Fußballs.

Das Besondere an der Mannschaft von Trainer Jock Stein: Alle bis auf einen Kaderspieler wurden in einem 15-km-Umkreis vom Celtic Park geboren (Bobby Lennox kam etwa 50 km im südwestlich von Glasgow gelegenem Saltcoats zur Welt). Die Schottische Meisterschaft sicherten sich die „Bhoys“ mit einem 2:2 am vorletzten Spieltag im Ibrox Park bei den Rangers. Das Cup-Finale gegen Aberdeen entschied Celtic durch einen Doppelpack von Willie Wallace mit 2:0 für sich. Dazu holten die Grün-Weißen auch noch den Liga-Pokal und den Glasgow-Cup.

Ajax Amsterdam (1971/72)

Cruijff (Bild: 1980) prägte das Team

1969 scheiterten die Niederländer noch im Landesmeister-Finale am AC Milan, Anfang der 70er Jahre gab es kein Vorbeikommen mehr an Ajax. Stefan Kovacs, der 1971 die Trainer-Agenden von Rinus Michels übernahm, setzte dessen Vision von "Totaalvoetbal" (Totaler Fußball) in Perfektion um und gewann dreimal in Folge die wichtigste Vereinstrophäe.

Besonders erfolgreich verlief die Saison 1971/72, in der die Mannschaft aus der Grachtenstadt als zweite überhaupt das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Landesmeister-Cup für sich entschied. Auf dem Platz wurde die Truppe von Superstar Johan Cruyff angeführt, auch Arie Haan und Johan Neeskens gehörten zu den Leistungsträgern. Ebenfalls Teil der erfolgreichsten Ajax-Ära aller Zeiten: Der Steirer Heinz Schilcher, seines Zeichens von 1992 bis 2006 Manager des SK Sturm.

PSV Einhoven (1987/88)

Van Breukelen, der Pokal & eine Spielszene

Bereits 1986 und '87 sicherte sich die Philips Sport Vereniging die heimische Eredivisie. Der ganz große Coup sollte jedoch 1988 erfolgen, obwohl Kapitän Ruud Gullit den Klub im Sommer vor der Saison in Richtung Milan verließ. Mit dem neuen Spielführer Eric Gerets, Mittelfeldspieler Sören Lerby und Libero Ronald Koeman verfügte das Team immer noch an Klasse. Zudem ging ein noch junger Guus Hiddink in seine erste volle Profi-Spielzeit als Trainer.

Die Meisterschaft holte PSV frühzeitig und souverän, der Cup-Triumph gelang mit einem 3:2 nach Verlängerung über Roda Kerkrade. Die europäische Krone folgte am 25. Mai im Stuttgarter Neckar-Stadion gegen Benfica. Nach 120 torlosen Minuten entschied ein Elferschießen das Match: Während alle Eindhoven-Akteure trafen, vergab bei den Portugiesen mit Antonio Velos der sechste Schütze. Im Viertelfinale schaltete PSV übrigens Rapid aus.

Manchester United (1998/99)

Freud und Leid ganz nah' beieinander

Nur noch die wenigsten wissen, dass Manchester United 1997/98 titellos blieb und daher unter großem Druck stand. Die Mannen von Sir Alex Ferguson hieltem diesem bravourös stand und blieben bis zuletzt in allen drei Bewerben im Rennen um den Titel. Während die Premier League durch einen 2:1-Erfolg am letzten Spieltag gegen Tottenham fixiert wurde, behielten die Red Devils im FA-Cup-Endspiel gegen Newcastle mit 2:0 die Oberhand.

Unvergessen bleibt vor allem das Endspiel in der Champions League. United lag gegen den FC Bayern mit 0:1 zurück und hatte Glück, als die Münchner zweimal Aluminium trafen. Scheinbar tot, wendete sich in den Schlussminuten das Blatt. Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjaer gelang mit ihren Treffern in der Nachspielzeit die nicht mehr für möglich gehaltene Wende, der "Henkelpott" wanderte nach Manchester. Dieses Spiel gilt als Paradebeispiel für die "Fergie Time", dem englischen Pendant zum Bayern-Dusel.

FC Barcelona (2008/09)

Freude frischgebackener Triple-Sieger

Der FC Barcelona war seit Jahren eines der heißesten Teams Europas. Im Sommer 2008 folgte jedoch ein Umbruch, der eine neue Ära einläuten sollte. So verließen unter anderem die Top-Stars Ronaldinho, Deco und Gianluca Zambrotta die Katalanen, Lilian Thuram beendete seine Karriere ganz. Dafür stießen unter anderem Samuel Eto’o, Gerard Pique und Sergio Busquets (zuvor im B-Team) zur Mannschaft. Das Trainer-Ruder übernahm ein gewisser Pep Guardiola, der zuvor die zweite Mannschaft betreute.

Die Meisterschaft holte Barca mit neun Punkten Vorsprung auf Real (unter anderem gab es einen mittlerweile Legendären 6:2-Clasico-Erfolg im Bernabeu), im Copa del Rey Finale ließ man Bilbao (4:1) keine Chance. In der CL brauchte es einen Nachspielzeit-Treffer Andres Iniestas im Halbfinal-Rückspiel bei Chelsea, um überhaupt ins Endspiel einzuziehen. Dort gelang ein souveräner 2:0-Erfolg (Eto’o, Messi) über ManUnited. Später holte Barca noch den europäischen und den spanischer Supercup sowie die Klub-WM. Lionel Messi, der Ronaldinhos Rückennummer 10 übernahm, stieg in dieser Spielzeit endgültig zum absoluten Weltstar auf und wurde im Dezember 2009 erstmals mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet.

Inter Mailand (2009/10)

Mourinho und Moratti – ein Erfolgsgespann

Milan machte eine Schwächephase durch und Juve hatte sich vom Zwangsabstieg 2006 noch nicht erholt. So war Inter jahrelang national die dominante Kraft, so auch 2010. Um auch international reüssieren zu können, wurden im Sommer vor der Triple-Saison einige Schlüsseltransfers getätigt: Diego Milito, Thiago Motta, Wesley Sneijder, Lucio und Samuel Eto’o (und auch Marko Arnautovic) wurden allesamt „Nerazzurri“.

Sowohl in der Serie A (zwei Punkte Vorsprung) als auch im Coppa-Finale (1:0) konnte die Roma knapp distanziert werden. Im CL-Endspiel kam es zum Aufeinandertreffen mit den Bayern. Durch eine geschickte Konter-Taktik und einen überragenden Milito (35.,70) gewann Inter 2:0 im Santiago Bernabeu und holte als erstes italienisches Team das Triple. Es war das letzte Spiel von Jose Mourinho. Mit ihm ging vorerst auch der Erfolg.

FC Bayern München (2012/13)

Ribery, Tymoshchuk, Schweini & 3 Trophäen

Im Jahr zuvor schwer geschlagen und mit dem "Vize-Triple" an der Ehre gepackt, drehten die Bayern 2012/13 auf und dominierten Fußball-Europa. 25 Punkte Vorsprung trennten die Münchner in der Bundesliga vom ersten "Verfolger" aus Dortmund, im DFB-Pokal setzten sich die Bajuwaren durch einen 3:2-Erfolg über den VfB Stuttgart die Krone auf.

Auch in der Champions League drückten die Mannen von Jupp Heynckes der Konkurrenz ihren Stempel auf, unvergessen die beiden Halbfinal-Machtdemonstationen gegen den FC Barcelona (3:0 und 4:0). Das Endspiel gegen den BVB war deutlich umkämpfter. Nachdem Manuel Neuer den FCB in der Anfangsphase im Spiel hielt, trafen Mandzukic und Gündogan (Elfmeter). Für die Entscheidung sorgte ausgerechnet Arjen Robben, im "Finale dahoam" noch tragischer Held, mit seinem Treffer in der 89. Minute. Aus heimischer Sicht unglaublich: David Alaba füllte bei den Bayern eine tragende Rolle aus und war maßgeblich am erfolgreichsten Jahr der Klubgeschichte beteiligt.

 

Máté Esterházy / Christoph Nister

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