Winter-Check: Admira Wacker

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Winter-Check: FC Admira Wacker Mödling

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So schnell kann es gehen.

Eben noch gefeierter Europacup-Teilnehmer, keine vier Monate später Abstiegskandidat.

Für FC Admira Wacker Mödling ist die Saison 2012/13 bisher eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Trotz des minimalen Vorsprungs von nur einem Punkt ans Tabellenende herrscht in der Südstadt keine Panik.

„Wir werden in der Liga bleiben, das garantiere ich“, verspricht Trainer Didi Kühbauer. Seine Zuversicht stützt sich ungehindert der Abgänge von Marcel Sabitzer und Philipp Hosiner auf die Qualität der Mannschaft.

Diese ist auch durchwegs gegeben, aber „wir müssen diese Qualität jetzt am Platz beweisen“, fordert der 41-Jährige. Und vor allem müssen die Abwehr-Probleme (42 Gegentore in 20 Spielen) in den Griff bekommen werden.

LAOLA1 hat die große Frühjahrsvorschau für den FC Admira Wacker Mödling:



UNTER DRUCK:

Richard Windbichler: Als Kapitän und Führungsspieler in die Saison gestartet, konnte der 21-Jährige die in ihn gesetzten Erwartungen im Herbst nicht erfüllen. Haarsträubende Fehler zogen sich wie ein roter Faden durch die Saison. In den letzten Spielen kam der Innenverteidiger sogar im defensiven Mittelfeld zum Einsatz – keine Partie wurde gewonnen. Im Frühjahr ist das Eigengewächs wieder in der Viererkette eingeplant.

 

Benjamin Sulimani: Zwei Tore und nur zwei Partien über die volle Distanz stehen am Konto des 24-Jährigen. Eine magere Ausbeute für einen Stürmer. Zu seiner Verteidigung muss jedoch erwähnt werden, dass ihn eine Meniskusverletzung rund zwei Monate außer Gefecht setzte. Dem ehemaligen Erste-Liga-Bomber blüht ein schwieriges Frühjahr. Angesichts der enormen Konkurrenz muss der Oberösterreicher Taten sprechen lassen – schließlich kämpft er auch um einen neuen Vertrag.

SCHLÜSSELSPIELER:

Lukas Thürauer: Der 25-Jährige ist in seinem zweiten Halb-Jahr im Admira-Dress endgültig angekommen. Der Niederösterreicher verpasste nur ein Bundesliga-Spiel, stand 1322 Minuten am Feld, war dabei Dreh- und Angelpunkt und erzielte drei Tore und bereitete zwei vor. Genießt zudem das Vertrauen von Trainer Didi Kühbauer Sein Spielwitz und seine Übersicht sind auch in den letzten 16 Runden gefragt, um die Südstädter wieder auf Kurs zu bringen.

 

Gernot Plassnegger: Mit 34 Jahren und 239 Bundesliga-Spielen zählt der Steirer zu den mit Abstand erfahrensten Kickern im Kader der Niederösterreicher. Der ehemalige Deutschland- und Griechenland-Legionär hat in seiner Karriere schon alle Höhen und Tiefen durchlebt. Und genau diese Erfahrungen sind gefordert, um die löchrige Abwehr zu führen. Wie wertvoll er ist, zeigt ein Blick auf die Statistik: Der Rechtsverteidiger ist der beste Boden-Zweikämpfer seiner Mannschaft, hat 63,1 Prozent seiner 214 Duelle gewonnen.

Die Vereins-Führung war bereits fleißig und konnte einige Weichen für die Zukunft stellen. So wurden  in dieser Saison schon die Verträge von Richard Windbichler, Daniel Drescher, Issiaka Ouedraogo, Stefan Schwab und  Max Sax verlängert. „Wenn sie sich für uns entschieden haben, kann nicht alles schlecht sein“, freut sich auch der Chefcoach. Ein Großteil des Kaders wird somit über die Saison 2012/2013 hinaus an die Südstädter gebunden sein. Langweilig wird Manager Alexander Friedl im Frühjahr dennoch nicht werden. Denn bei Stephan Palla, Gernot Plassnegger, Bernhard Schachner, Rene Seebacher, Patrik Jezek, Patrick Seeger und Benjamin Suliman endet der Kontrakt im Sommer.

Das sagen unsere Facebook-User: Wir haben unsere Facebook-User befragt, welche Platzierung Admira Wacker Mödling in der Endtabelle erreicht. Nur ein ganz kleiner Teil der Community glaubt an einen Abstieg der Niederösterreicher.

Tito ist im Winter von CF Gandia in die Südstadt übersiedelt. Und der Spanier hat in der Vorbereitung einen guten Eindruck hinterlassen. „Er ist ein sehr guter Techniker, hat einen guten linken Fuß, ist schnell, schlägt gute Flanken und ist ruhig am Ball. So kennt man das von den Spaniern“, spricht Kühbauer über seinen Neuzugang. Der 24-Jährige darf sich berechtigte Chancen auf den freigeworden Platz von Marcel Sabitzer in der Startelf machen. Daher sollte jeder Manager 5,10 Millionen, die er kostet, investieren.

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ADMIRA HAT IM WINTER ÜBERREAGIERT

PRO - Ein Kommentar von Bernhard Kastler

Keine Frage, die Admira befindet sich im Kampf gegen den Abstieg. Wer als Drittletzter nur einen Punkt Vorsprung auf die beiden Schlusslichter hat, kann das nicht leugnen. Aber sechs Neuzugänge in der Wintertransferzeit? Das ist für mich übertrieben! Klar ist, in der Abwehr musste gehandelt werden. Das Defensivverhalten war im Herbst einfach nicht ausreichend, da war ein Nachbessern von Nöten. Selbiges gilt für den Abgang von Marcel Sabitzer. Zwei oder drei Spieler hätten es für die Südstädter aber getan, denn sechs Neue müssen erst einmal integriert werden. So könnte sich mitunter auch das Mannschafts-Gefüge verschieben, was für das Frühjahr nicht unbedingt förderlich ist. Eine solche Anzahl an Neuzugängen ist für die restlichen Spieler auch nicht unbedingt ein echter Vertrauensbeweis. Plus: Kontinuität hat sich im Kampf gegen den Abstieg in der Bundesliga in den vergangenen Jahren immer mehr ausgezahlt als Einkaufswut. Der Admira wird das zwar nicht zum Verhängnis, weil ihr Kader (auch jener, der vorher schon da war) deutlich über jene von Wacker und Neustadt zu stellen ist, aber „weniger ist mehr“ wäre wohl das bessere Motto im Winter gewesen.


CONTRA - Ein Kommentar von Harald Prantl

Didi Kühbauer ist keiner jener Trainer, die übertrieben gerne einkaufen. Und wer das Gefüge in der Südstadt kennt, weiß auch, dass dem Coach sicher keine Spieler vor die Nase gesetzt werden, die er nicht unbedingt will. Sechs Spieler sehen zwar nach viel aus, ist es in Wahrheit aber gar nicht. Jeder einzelne Neuzugang kann begründet werden. Jürgen Macho? Ein neuer Tormann war längst überfällig. Daniel Lucas Segovia? Goalgetter Philipp Hosiner ging Ende August. Tito? Marcel Sabitzer musste ersetzt werden. Christoph Schösswendter? Die Innenverteidigung im Herbst mal in Aktion gesehen? Daniel Gremsl und Matus Mikus? Kostengünstige Investitionen in die Zukunft, die den Kader auffüllen. Insgesamt sind das also maximal vier Veränderungen in der Startelf. Überreagieren geht anders.



  • 9 – Wer neuen Spieltage in Serie keinen Sieg einfährt, darf sich nicht wundern, wenn er plötzlich mit dem Thema Abstieg konfrontiert wird. Von der zwölften bis zur 20. Runde blieben die Niederösterreicher sieglos, holten in dieser Phase nur einen Punkt.
  • 24 – Dass die gegnerischen Stürmer ihren Spaß mit der Admira-Verteidigung hatten, unterstreicht der Fakt, dass die Südstädter 24 ihrer 42 Gegentore durch Angreifer erhielten.
  • 38 – Und noch ein Wert, der die Abwehrschwäche dokumentiert. 38 Gegentore resultierten aus einer Aktion im eigenen Strafraum – Ligaspitze.
  • 71 – Der Ball landet im Netz, doch zuvor geht die Fahne des Assistenten hoch – der Treffer zählt wegen einer Abseitsstellung nicht. Diese Szenen gibt es im Fußball häufig. Häufig standen auch die Admiraner im Abseits: 71 Mal – auch hier ist man Spitzenreiter.
  • 74 – Die Abwehr mag die Achillesferse der Südstädter sein, in der Luft macht aber niemand Peter Pöllhuber etwas vor. Der baumlange Verteidiger hat 74 Kopfball-Duelle gewonnen und ist mit 78,4 gewonnenen Duellen der Herr der Lüfte der Bundesliga.

DAS LAOLA1-FAZIT:

Geht alles mit rechten Dingen zu, werden die Niederösterreicher auch die Klasse halten können – Wunderdinge wie in der letzten Saison darf man sich aber nicht erwarten. Denn wenn man die Südstädter mit den Konkurrenten Wacker Innsbruck und Wiener Neustadt vergleicht, wird man zum Schluss kommen, dass sie einfach das größte Potenzial im Kader besitzen. Ob dieser Prozess schneller oder langsamer über die Bühne geht, wird von der Defensiv-Leistung abhängig sein. Offensiv braucht man sich keine Sorgen zu machen. Die Kühbauer-Elf hat schon jetzt so viele Tore erzielt, wie Wacker und Neustadt zusammen (31). Wichtig wird ein guter Start ins Frühjahr sein. Gleich zu Beginn wartet ein Sechs-Punkte-Spiel gegen Neustadt. Bei einem optimalen Verlauf ist heuer auch noch Platz sechs drinnen. Auf diese Position fehlen aktuell vier Punkte. Mehr darf man nicht erwarten.


Martin Wechtl

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