Der unterschätzte neue Weg

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Wunschelf und Kaderbewertung SK Rapid Wien

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Für die Transferpolitik musste Rapid bisher viel Kritik, Hohn und Spott einstecken.

Mit Stefan Kulovits, Markus Heikkinen und Markus Katzer wurden langjährige Leistungsträger aus Leistungs- und/oder Kostengründen vor die Türe gesetzt, auch Gerson und Thomas Prager hatten keine Zukunft mehr in Grün-Weiß. Lukas Königshofer soll den Verein noch verlassen.

Der Sparkurs wurde allerdings nicht beinhart durchgezogen, mit Thanos Petsos wurde schlussendlich doch noch ein gelernter Sechser für Barisic' System geholt.

Mit Greuther Fürth sammelte der 22-Jährige bereits Erfahrung in der deutschen Bundesliga. Ansonsten liegt der Fokus auf der Jugend, die sich einmal mehr in der Bundesliga beweisen soll.

Petsos blieb aber die einzige fixe Verpflichtung, alle anderen kamen auf Leihbasis, wie etwa Samuel Radlinger und Christopher Dibon oder aber nach Leihgeschäften wieder zurück zu ihrem Stammverein, wie Stephan Palla und Brian Behrendt.

Geführt wird die neu formierte Truppe von Trainer Zoran Barisic, der erstmals als Chefbetreuer in eine Saison geht. Sein System lehnt der Wiener an ein 4-3-3 an, das jedoch schnell einmal an ein 4-2-3-1 erinnern kann.

LAOLA1 nimmt den Kader des SK Rapid Wien genauer unter die Lupe:

TOR:

Torhüter bei Rapid kommen und gehen. Im Vorjahr ging noch Lukas Königshofer als Nummer eins in die Saison, im Frühjahr war er nicht mehr gesetzt und nun strebt er einen Wechsel an. Der Weg schien frei zu sein für Jan Novota, der sich im Frühjahr im Tor etablierte, ohne bisher groß zu glänzen. Der Slowake wird wohl zu Saisonbeginn zwischen den Pfosten stehen, auf Dauer sollte sich jedoch Jungspund Samuel Radlinger durchsetzen. Der von Hannover 96 ausgeliehene Keeper gilt als eines der größten Talente des Landes und soll bei Rapid den nächsten Schritt machen. Die Anlagen dazu hat er, schließlich durchlief er auch die ÖFB-Nachwuchs-Nationalteams. Der dritte im Bunde ist der erst 17-jährige Marko Maric. Dem Youngster wird eine große Zukunft vorausgesagt, schließlich ist er die Nummer eins in seiner Altersklasse in Kroatien und wird im August an der FIFA U17-WM teilnehmen.

LAOLA1-Bewertung: Novota war bisher ein braver Backup, zu einer gefestigten Nummer eins fehlt ihm jedoch einiges. Auch wenn er vorerst das Rapid-Tor hüten wird, gehört die Zukunft Radlinger und Maric, die als große Talente gefördert gehören.


ABWEHR:

In der Viererkette sollte es vorerst keine großen Überraschungen geben. Mit Mario Sonnleiter ist einer der Leader der Mannschaft und der zweitbeste Zweikämpfer am Boden der abgelaufenen Saison in der Innenverteidigung gesetzt. Neben ihm sollte Christopher Dibon, der nach seiner Leidenszeit in Salzburg auf Einsätze brennt, forciert werden. Mit Harald Pichler steht ein verlässlicher Backup bereit, der schon in der Vergangenheit oft seinen Mann in der Zentrale stand. Von den beförderten Amateuren können Brian Behrendt und Maximilian Hofmann in der Innenverteidigung aushelfen. Rechts wird wie schon in der Vorsaison der zum Defensivspieler umfunktionierte Christopher Trimmel gesetzt sein, zumindest bis der wegen eines Achillessehnenrisses aufallende Michael Schimpelsberger zurückkehrt. Links ist nach dem Abschied von Markus Katzer endlich Platz für Thomas Schrammel, der sich immer wieder hinten anstellen mussste. Er liefert sich einen Zweikampf mit Admira-Rückkehrer Stephan Palla. Zudem ist auch der griechisch-deutsche Neuzugang Thanos Petsos eine Alternative auf den Außenbahnen. Von den Youngstern ist Lukas Denner ein Kandidat für die Außenposition.

LAOLA1-Bewertung: Mit 39 Gegentoren kassierte Rapid in der Vorsaison gleich viele wie Salzburg, nur Austria hatte weniger. Darauf gilt es aufzubauen. Sonnleitner verleiht der Abwehr Halt, mit Dibon kam eine namhafte Verstärkung. Zudem herrscht innen wie außen ein gesunder Konkurenzkampf.


MITTELFELD:

Die Abgänge von Stefan Kulovits und Markus Heikkinen fallen zwar von der Routine her ins Gewicht, allerdings spielten sie zuletzt keine tragenden Rollen mehr. Für das von Trainer Zoran Barisic forcierte 4-3-3-System wurde mit Thanos Petsos der lang erwartete Sechser verpflichtet, der immerhin schon Erfahrung in der deutschen Bundesliga sammeln konnte. Zudem ist Branko Boskovic - sofern fit - gesetzt und kann sich auch offensiver in Szene setzen. An dieser Konkurrenz muss sich der 19-jährige Dominik Wydra durchbeißen, der bis zu Petsos Verpflichtung die ganze Vorbereitung auf dieser Position bestritt. Auch Brian Behrendt durfte sich schon im defensiven Mittelfeld beweisen. Davor führt zentral kein Weg an Kapitän Steffen Hofmann vorbei, der die Vorbereitung nur mit kleinen Problemen hinter sich brachte und wieder neu angreifen will. Ansonsten verfließen die Übergänge zwischen Mittelfeld und Angriff ein wenig, da in diesem System viele Spieler universell einsetzbar sind. Guido Burgstaller kann etwa zentral ebenso aushelfen wie eine Dreierkette weiter vorne als "falsche Neun". Louis Schaub, auf dem große Hoffnungen ruhen, soll als zukünftiger Thronerbe von Hofmann aufgebaut werden. Auch Harald Pichler ist ein defensiver Backup. Auf den Außenbahnen kann Christopher Trimmel rechts vorwandern, Lukas Grozurek ist auf der linken Seite besser aufgehoben. Zudem stehen mit Eldis Bajrami und Mario Pavelic weitere Alternativen bereit, die von den Amateuren in den Profikader drängten.

LAOLA1-Bewertung: Mit Hofmann und Boskovic sind zwei Führungsspieler hauptverantwortlich für die Kontrolle im Mittelfeld. Mit Petsos sollte ein guter Kauf geglückt sein, Wydra und Schaub gehört die Zukunft. Auf den Außenbahnen hat man zudem Spieler, die bereits ihre Qualitäten unter Beweis gestellt haben. Der Konkurrenzkampf tobt, auch wenn Rapids Zentrale schon einmal namhafter bestückt war.


ANGRIFF:

Wie im Mittelfeld ist auch im Angriff schwer vorhersehbar, wie sich Barisic entscheidet. Mit Deni Alar wird Stürmer Nummer eins nach einem Achillessehnenriss wohl erst wieder im Frühjahr einsteigen können, nominell stünde mit Terrence Boyd, der seiner Form im Frühjahr hinterherhinkte, nur ein wahrer Angreifer zur Verfügung. Große Hoffnungen ruhen auf Marcel Sabitzer, der sowohl an vorderster Front als auch über die Seiten gefährlich werden kann und seine Torgefahr schon letzte Saison unter Beweis stellte. Shootingstar Dominik Starkl wird sich nach einem Knöchelbruch erst langsam wieder herantasten können. Doch damit nicht genug. Eine der wahrscheinlichsten Aufstellungsvarianten sieht Louis Schaub im Angriff vor, ebenso wie Guido Burgstaller als "falsche Neun" oder Lukas Grozurek. Somit sieht es auch an vorderster Front nicht so düster aus, wie von vielen prophezeit.

LAOLA1-Bewertung: Geht man rein von klassischen Stürmern aus, hätte Rapid ein Problem. Aufgrund der verschwimmenden Grenzen zwischen Mittelfeld und Angriff gibt es aber einige Konstellationen, die Gegnern weh tun können. Trotzdem: Ein Stürmer mehr wäre kein Fehler gewesen.


Anmerkung: Wie schon im Frühjahr gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

Alexander Karper

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