LAOLA1-Sommercheck: Rapid

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Saisonvorschau: SK Rapid Wien

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Seuchenjahr, Platzsturm, Trainerwechsel, Umbruch - was musste Rapid nicht alles zu Beginn der vergangenen Saison verarbeiten.

Trotz anfänglicher Probleme schaute schlussendlich aber der zweite Platz in der Meisterschaft heraus, die verjüngte Mannschaft begeisterte wieder die Fans und empfahl sich für Höheres.

Die Devise im grün-weißen Lager lautet somit: "Wir müssen dieses Jahr den nächsten Schritt setzen."

Die Grundlage dafür wurde bereits geschaffen. Die Leistungsträger konnten durch die Bank gehalten werden, erfahrene Profis mussten jungen Wilden weichen.

Zudem holte man sich mit Terrence Boyd, Gerson, Muhammed Ildiz, Thomas Dau und den beförderten Amateuren Brian Behrendt, Louis Schaub und Kristijan Dobras gezielte Verstärkungen ins Boot (Wunschelf & Kaderbewertung).

In der Vorbereitung wurde jene Ruhe bewahrt, die man ein Jahr davor gerne gehabt hätte. Das Training wurde ins Happel-Stadion verlegt, während der Stadionumbau/Sanierung/Ausbau noch Sorgen macht.

Alles in allem herrscht in Hütteldorf aber wieder Aufbruchstimmung.

LAOLA1 hat die große Saisonvorschau für den SK Rapid Wien:



SHOOTINGSTAR:

Louis Schaub: Gerade einmal 17 Jahre jung und schon im engeren Kreis von Trainer Peter Schöttel. Die Dichte im Mittelfeld ist hoch, aber die ersten Einsätze könnten nach der Beförderung von den Amateuren drin sein. Wie schnell es gehen kann, zeigte sich an den Beispielen Lukas Grozurek und Dominik Wydra. Schaub gilt als großes Talent, mit großer Übersicht und viel Spielverständnis. Kapitän Steffen Hofmann ist voll des Lobes für den "schlauen" Spieler und spielt gerne mit ihm zusammen. Wenn das keine Ehre ist. Auch Trainer Schöttel weiß, was er an ihm hat.


UNTER DRUCK:

Thomas Prager: Keiner weiß es besser als der Mittelfeldspieler selbst, dass in seiner zweiten Saison bei Rapid eine Steigerung von Nöten ist. Verletzungspech ließ ihn nie in einen Rhythmus kommen, zudem war die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld stets vorhanden. Daran wird sich auch dieses Jahr nicht viel ändern. Mit Muhammed Ildiz rückte ein neuer Konkurrent nach. Der 26-jährige Wiener stellt höhere Ansprüche an sich selbst und will an gute Zeiten anschließen. Das Potenzial dazu hat er allemal, nun muss er es auch wieder am Platz unter Beweis stellen.


STAR:

Steffen Hofmann: Der Kapitän bleibt der unangefochtene Leader im Team von Trainer Peter Schöttel. Auch nach einer durchschnittlichen Saison, in der ihn die Nachwirkungen einer Schambeinentzündung vor einige Probleme stellte. Ohne Schmerzen ist dem 31-Jährigen die Freude am Spiel und der Ehrgeiz wieder anzusehen. Leicht möglich, dass er es noch einmal allen beweisen will. Sein Vertrag läuft im Sommer 2013 aus, doch der deutsche Routinier denkt nicht ans Aufhören. Dass mittlerweile die Last auf mehrere Schultern verteilt wird, sollte für den Regisseur alles andere als ein Nachteil sein.

 



Auf der To-do-Liste ganz oben steht die Vertragsverlängerung von Kapitän Steffen Hofmann (31) - nicht zum ersten Mal. Während die Entscheidung 2010 lange Zeit auf sich warten ließ, sollte das Halten des Regisseurs diesmal nur Formsache sein. Zumindest wenn man den Worten des Deutschen, der noch lange nicht ans Aufhören denkt, Glauben schenken darf. Mehr Probleme könnte da schon der angestrebte Stadion-Umbau bereiten. Bisher ist nur Geld für eine Sanierung vorhanden, Geldgeber für einen Ausbau halten sich dezent zurück. Das Projekt kommt auf Rapid in großen Schritten zu, auch hier ist eine Klärung der Sachlage von Nöten. Prinzipiell ist es nach dem Umbruch vor einem Jahr weiterhin notwendig an einem Strang zu ziehen. Sowohl in der Führungsetage als auch in der Zusammmenarbeit mit den Fans - schließlich soll auch sportlich der nächste Schritt gesetzt werden - was gleichbedeutend mit einem Titel ist.

Das sagen unsere Facebook-User: Wir haben unsere Facebook-User befragt, welche Platzierung Rapid in der kommenden Saison erreicht. 44 Prozent glauben, dass die Hütteldorfer "Mission 33" perfekt machen.

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MANAGER-SCHNÄPPCHEN

Muhammed Ildiz: Der technisch versierte Mittelfeldspieler greift bei Rapid neu an. In der Vorbereitung überraschte er nach seiner Rückkehr von Wacker Innsbruck nicht nur Trainer Peter Schöttel, sondern überzeugte mit Führungsqualitäten, spielerischer Rafinesse und meldete Anspruch auf ein Leiberl an. Nach großem Verletzungspech könnte für "Momo" im Herbst die große Stunde schlagen. Um lediglich 5,5 Millionen ist er für jeden Manager leistbar.

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THESE: RAPID BRAUCHT STEFFEN HOFMANN NICHT MEHR

PRO - Ein Kommentar von Martin Wechtl

Keine Frage, Steffen Hofmann hat dem österreichischen Fußball seinen Stempel aufgedrückt. Der mittlerweile 31-Jährige war über Jahre hinweg das Um und Auf bei Rapid, erzielte in 291 Bundesliga-Partien beachtliche 80 Tore. Die grün-weiße Formel war einfach: Spielte der Deutsche gut, spielte Rapid gut. Doch Zeiten ändern sich. Bereits in der letzten Saison wurde ihm Druck genommen, haftete im neuen System von Trainer Peter Schöttel nicht mehr die ganze Last des Spielaufbaus auf seinen Schultern. Und man agierte trotzdem erfolgreich. Auch die Einsatzzeiten beweisen, dass sich die Wiener sukzessive von ihrer „Hofmann'schen Abhängigkeit“ abnabeln. Stand der Kapitän in seiner überragenden Saison 2009/10 noch 3.154 Minuten am Platz, waren es 10/11 verletzungsbedingt nur mehr 1.958 Minuten und 11/12 2.680 Minuten. Klar, Steffen Hofmann bereichert Rapid. Klar, Steffen Hofmann kann noch immer eine Begegnung im Alleingang entscheiden. Klar ist aber auch, dass es in der Zwischenzeit  auch ohne den zweifachen Fußballer des Jahres geht.

CONTRA - Ein Kommentar von Alexander Karper

Rapid braucht Steffen Hofmann wie einen Bissen Brot – und das seit Jahren. Auch wenn der zweifache Fußballer des Jahres zuletzt aufgrund von Verletzungsanfälligkeit nicht an seine Leistungsgrenze gehen konnte, hat sich an seiner Wichtigkeit für die Hütteldorfer nichts geändert. Mit 31 Jahren zählt der Regisseur noch lange nicht zum alten Eisen, eine Vertragsverlängerung im kommenden Sommer sollte nur Formsache sein. Alleine die Präsenz des Deutschen auf dem Platz ist für das Team unverzichtbar – für die Fans ist und bleibt er sowieso „SHFG – Steffen Hofmann Fußballgott“. Zudem ist ihm, nachdem er die Nachwirkungen seiner langwierigen Verletzungen vollkommen abgeschüttelt hat, ein erneuter Durchbruch zuzutrauen. Seine Qualitäten, Spiele im Alleingang zu entscheiden, hat er nicht verloren, zudem ist er einer der wenigen Routiniers, die der Mannschaft noch Halt verleihen. Dass die Last auf mehrere Schultern verteilt wird, kann für den Mittelfeld-Strategen nur von Vorteil sein. Somit kann er sich noch mehr auf sein Spiel konzentrieren.



  • 13 – Auf so viele Schultern verteilten sich in der Saison 2011/12 die Treffer der Hütteldorfer. Torgefahr ist im Team von Peter Schöttel somit durchaus vorhanden, den großen Knipser suchte man bisher aber vergebens. Deni Alar belegte mit neun Toren ligaintern lediglich den achten Rang.
  • 30 – Die in den vergangenen Jahren oft kritisierte Defensive setzte in der vergangenen Spielzeit ein Ausrufezeichen und ließ nur 30 Gegentreffer zu. Damit ist Rapid zusammen mit RB Salzburg Liga-Spitze. Die Leistungsträger konnten gehalten werden, zudem soll Gerson der Viererkette noch mehr Stabilität verleihen.
  • 542 – So viele Schüsse wurden von Rapid auf gegnerische Bundesliga-Torhüter abgegeben. Bei den Grün-Weißen wird somit scharf geschossen. Insgesamt gab man zehn Torschüsse mehr als der Doublesieger Salzburg ab, allerdings rangieren die Wiener in punkto Trefferquote nur auf Rang sechs.

  • 16.365 – Trotz des schwierigen Jahres mit Platzsturm, Maßnahmen-Katalog und Umbruch halten die Fans ihrem Verein die Treue. 16.365 Zuschauer besuchten im Schnitt das Hanappi-Stadion - damit schlägt Rapid die Konkurrenz um Längen. Durch die Erfolge und Platz zwei ist ein Abbruch dieses Trends nicht abzusehen.

DAS LAOLA1-FAZIT:

Das zweite Jahr unter Trainer Peter Schöttel wird zeigen, in welche Richtung sich Rapid künftig entwickeln wird. Fakt ist, dass Ausreden in dieser Saison keinen Platz mehr haben. Nachdem sich die Mannschaft letztes Jahr noch im Umbruch befand und trotzdem überraschend den zweiten Platz erreichte, geht es jetzt um die Bestätigung und noch mehr. Der nächste Schritt würde in diesem Fall den Meistertitel bedeuten, aber auch der Cup ist ein Thema. Zudem dürfen sich die Hütteldorfer nach einem Jahr Absenz wieder international beweisen, was eine Doppel-Belastung mit sich bringt. Die Mannschaft ist hungrig und besteht verstärkt aus jungen, zum Großteil einheimischen, Talenten, die Schritt für Schritt an die erste Mannschaft herangeführt werden und den Konkurrenzkampf steigern sollen. Doch der Rekordmeister steht immer unter Druck. Wenn der Erfolg in dieser Saison ausbleibt, könnte es schnell wieder in die andere Richtung gehen. Platz zwei sollte aber auch diese Saison wieder möglich sein.

 

Alexander Karper

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