Im Zeichen der Verjüngungskur

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Wunschelf und Kaderbewertung SK Rapid Wien

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Trainer Peter Schöttel setzte bei Rapid in der Sommerpause das fort, was er vor einem Jahr angefangen hat.

Die Verjüngungskur schreitet stetig voran, große Talente kommen entweder aus dem eigenen Nachwuchs oder werden verpflichtet.

Mit Terrence Boyd (21), Gerson (20), Muhammed Ildiz (21) und Thomas Dau (20) wurden vier Spieler geholt, von denen alle unter 22 Jahre alt sind.

Hingegen ließ der Rekordmeister ins Alter gekommene Ergänzungsspieler wie Jürgen Patocka, Ragnvald Soma, Helge Payer, Christian Thonhofer und Rene Gartler ziehen. Einzig und alleine Atdhe Nuhiu wurde im Alter von 22 Jahren leihweise an Eskisehirspor abgegeben.

Der Kern bleibt im Großen und Ganzen aber gleich, was für die Hütteldorfer von Vorteil sein kann. Die kontinuierliche Arbeit wird weiter fortgesetzt.

Jede Position ist zumindest doppelt besetzt, was Schöttel die Suche nach seiner Startelf nicht gerade erleichtert.

LAOLA1 nimmt den Kader des SK Rapid Wien genau unter die Lupe:

TOR:

Im Tor gibt es keine großen Überraschungen. Lukas Königshofer, der sich in der vergangenen Saison mit starken Leistungen zur Nummer eins gemausert hat, steht auch weiterhin zwischen den Pfosten. Mit einer Fangquote von 78,0 Prozent war er ligaintern der zweitsicherste Torhüter hinter Salzburgs Alex Walke. Der 23-Jährige hat nun die Chance sich zu etablieren. Dahinter lauert weiterhin Jan Novota, der aber gegenüber dem Wiener klar im Hintertreffen ist. Viel mehr muss sich der Slowake auf einen Kampf um die Nummer zwei mit Rückkehrer Thomas Dau einstellen. Der erst 20-jährige Youngster stellte vergangenes Jahr bei der Vienna seine Klasse unter Beweis. Ihm ist auch zuzutrauen, dass er sich in den kommenden Spielzeiten für ein Duell mit Königshofer empfehlen kann.

LAOLA1-Bewertung: Auf dem Torwartsektor ist Rapid gut aufgestellt. Königshofer hat sich für höhere Aufgaben empfohlen und stellt einen sicheren Rückhalt dar. Mit Novota haben die Grün-Weißen noch einen dankbaren Ersatzmann parat, der zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird. Mit Thomas Dau haben sie zudem ein großes Talent in der Hinterhand, das Schritt für Schritt den Kampf um die Nummer eins annehmen soll.

 

ABWEHR:

Mit Kapfenbergs Gerson gelang Rapid in der Sommerpause ein wahrer Glücksgriff. Der erst 20-jährige Brasilianer überzeugte beim Absteiger und stand bei einigen Bundesligisten auf dem Zettel. Unter Trainer Peter Schöttel ist er gesetzt. Neben ihm streiten sich Harald Pichler und Mario Sonnleitner um den zweiten Teil in der Innenverteidigung, wobei der Kärntner die Nase vorne haben dürfte. Mit Brian Behrendt steht zentral ein deutscher Nachwuchsspieler bereit, der sich mit guten Leistungen bei den Amateuren einen Platz bei den Profis erkämpfen konnte. Rechts hat Michael Schimpelsberger seinen Platz sicher, obwohl der Versuch mit Christopher Trimmel als Verteidiger vielversprechend verlief. Er stellt somit immerhin eine Alternative dar. Links duellieren sich wie schon in der Vorsaison Markus Katzer und Thomas Schrammel. Aufgrund der erbrachten Leistungen 2010/11 genießt Katzer einen Vorteil.

LAOLA1-Bewertung: Mit der Aussortierung von Ragnvald Soma und Jürgen Patocka setzte Rapid das Verjüngungsprogramm auch in der Abwehr fort. Mit Gerson konnte ein Hoffnungsträger engagiert werden, mit Pichler/Sonnleitner steht das erfolgreiche Duo der Vorsaison zur Verfügung. Auch auf den Flanken sorgt der Konkurrenzkampf für Spannung.

MITTELFELD:

Markus Heikkinen wird wohl seine letzte Saison für die Hütteldorfer bestreiten, da sein Vertrag im Sommer 2013 ausläuft. Will er seinen Platz im defensiven Mittelfeld behaupten, ist jedoch eine Leistungssteigerung von Nöten. Rückkehrer Muhammed Ildiz ist die Entdeckung der Vorbereitung und genießt aufgrund seiner Übersicht und Technik großes Vertrauen. Zum Leidwesen von Thomas Prager und Stefan Kulovits, die in dieser Spielzeit auf mehr Einsatzzeit hoffen. Auf rechts hat Christopher Trimmel den Vorteil, dass er sowohl defensiv als auch offensiv einsetzbar ist. Im Mittelfeld ist jedoch seine angestammte Position, was wiederum Guido Burgstaller auf die Bank verbannen könnte. Zentral führt kein Weg an Kapitän Steffen Hofmann vorbei. Links hat Lukas Grozurek seine Talentprobe bereits abgeliefert. Mit ihm kann länger geplant werden, während ein Wechsel von Christopher Drazan noch nicht vom Tisch ist. Zudem stehen mit Boris Prokopic und den jungen Talenten Dominik Wydra, Louis Schaub und Kristijan Dobras weitere Alternativen zur Verfügung.

LAOLA1-Bewertung: Das Mittelfeld bleibt auch weiterhin das Prunkstück Rapids. Jede Position ist zumindest doppelt besetzt, der eine oder andere namhafte Spieler wird sich wohl auf der Bank wiederfinden. Diese Tatsache, viele Alternativen und junge nachrückende Talente kurbeln zudem den Konkurrenzkampf an.



ANGRIFF:

Mit Rene Gartler und Atdhe Nuhiu ließ Rapid im Sommer gleich zwei Stürmer ziehen. Mit Terrence Boyd wurde aber der Wunschspieler aus Dortmund geholt, der spätestens mit seinem Traumtor gegen AS Roma seine Duftmarke hinterließ. Sein starker Auftritt könnte ihm in die Startelf verholfen haben. Deni Alar wird sich nicht kampflos geschlagen geben und wird nach seinen neun Treffern im Vorjahr seine Chancen bekommen und sich je nach Gegner mit Boyd abwechseln. Ansonsten können auch Guido Burgstaller, Christopher Trimmel und Lukas Grozurek an vorderster Front eingesetzt werden, wenn es von Nöten ist. Möglichkeiten sind in mehrfachen Varianten verfügbar.

LAOLA1-Bewertung: Mit Terrence Boyd könnte Rapid ein Glücksgriff gelungen sein, doch auch er muss sich erst beweisen. Deni Alar lauert spätestens nach seinem Durchbruch dahinter. Bei allen Angreifern handelt es sich um junge Spieler, die ihre Abgebrühtheit erst beweisen müssen.



Anmerkung: Wie schon im Frühjahr gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

Alexander Karper

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