Pro & Contra: Der KSV-Kader ist zu groß

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PRO

Jeder Trainer träumt von einem ausgeglichenen Kader, der genügend Alternativen bietet. Man kann es aber auch übertreiben. In Kapfenberg ist fast jede Position nicht nur doppelt, sondern dreifach besetzt. Das mag helfen, wenn zahlreiche Kicker verletzungsbedingt ausfallen, birgt aber viele Gefahren. Zahlreiche KSV-Profis haben den Anspruch, Stammspieler zu sein. Doch sie werden sich öfter als ihnen lieb ist, auf der Ersatzbank wiederfinden. Das wird für Unmut sorgen. Zudem ist Werner Gregoritsch praktisch dazu gezwungen, viel zu rotieren, um seine all Schützlinge in Sachen Spielzeit zumindest einigermaßen zufrieden zu stellen. Darunter leidet dann aber die Eingespieltheit der Mannschaft. Immer wieder sehen sich die Spieler mit anderen Nebenleuten konfrontiert. Darüber hinaus hindert der aufgeblähte Kader auch Talente von den Amateuren daran, den Durchbruch zu schaffen. Als Kadermitglied Nummer 26 ist es für einen 18-Jährigen fast schon unmöglich, auf sich aufmerksam zu machen. Weniger ist manchmal mehr…

Harald Prantl

CONTRA

Wie so oft im Leben ist alles eine Definitionssache. Sage und schreibe 36 Mann umfasst der offizielle Bundesliga-Kader des SV Kapfenberg. Bei näherer Betrachtung wird jedoch klar, dass sich darunter ein knappes Dutzend an jungen Amateur-Spielern befindet, was diese Zahl im Vergleich zur Konkurrenz nicht mehr so dramatisch hoch erscheinen lässt. Die Obersteirer verfolgen die Philosophie, ihre hoffnungsvollsten Talente gezielt an die Profis heranzuführen. Diese Durchlässigkeit macht sich durchaus bezahlt. In der Vorsaison gelang der zweiten Mannschaft souverän der Aufstieg in die Regionalliga, gleichzeitig durften beispielsweise Lukas Stadler, Mario Grgic oder Manfred Gollner Bundesliga-Luft schnuppern. Keine Frage: Nicht jedes KSV-Talent wird den Sprung zum gestandenen Bundesliga-Profi schaffen. Denn auch Werner Gregoritsch kann pro Runde maximal 14 Spieler einsetzen. Aber sein Rotationsprinzip garantiert vielen Akteuren Spielpraxis. Und solange diesem System weiterhin behutsam aufgebaute Rohdiamanten wie Deni Alar oder Michael Gregoritsch entspringen, ist rein gar nichts dagegen einzuwenden.

Peter Altmann

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