"Haben uns Frust abgespielt"

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Moniz: "Müssen zu Hause eine Macht werden"

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Salzburg baute am Sonntag beim 3:0-Heimsieg gegen Wiener Neustadt die Tabellenführung auf den ersten Verfolger Admira auf drei Punkte aus.

Die Mozartstädter gaben mit diesem klaren Erfolg zudem die richtige Antwort auf die bittere Europa-League-Pleite am Donnerstag in Paris gegen PSG.

„Wir haben uns mit diesem Spiel den Frust vom Donnerstag abgespielt. Das war das Wichtigste“, zeigt sich Bullen-Trainer Ricardo Moniz nach der Partie erleichtert.

Vor allem freut er sich aber über den Erfolg im eigenen Stadion, konnte man doch in den vorherigen drei Heimspielen jeweils nur ein Unentschieden erreichen.

„Wir haben dem Publikum endlich das gegeben, was es verdient. Wir müssen zu Hause eine Macht werden.“

Moniz fordert mehr von Leitgeb

Dass sich ausgerechnet der von ihm kritisierte Christoph Leitgeb für den 3:0-Endstand verantwortlich zeigte, stellt den Trainer nur teilweise zufrieden: „Es freut mich richtig für Leitgeb, dass er ein Tor gemacht hat. Aber so eine Leistung wie heute muss er acht bis zehn Mal bringen. Er spielt auf einer Position, wo er Tore machen muss.“

Besonders angetan zeigte sich Moniz von Franz Schiemer, der nicht nur wegen eines wuchtigen Kopfballs an die Latte eine starke Leistung bot: „Dass Fränky verteidigen kann und kopfballstark ist, wissen wir. Aber heute hat er auch Impulse nach vorne gegeben. Er hat sehr gut das Spiel verlagert und war im Spielaufbau der erste Mann.“

„Jetzt habe ich mit Rasmussen und Schiemer zwei Varianten für die Position vor der Abwehr“, überlegt Moniz weiter.

Maierhofer: „Legen uns die Latte sehr hoch“

Stefan Maierhofer ebnete mit seinem frühen Führungstor den Weg zum Sieg des Vizemeisters. Dementsprechend zufrieden war der ehemalige England-Legionär mit der Leistung von sich und seiner Mannschaft.

„Wir haben von der ersten Minute an gezeigt, dass wir zu Hause spielen und klar dominiert. Wir wollten nach dem Spiel in Paris einiges wieder gutmachen. Wir haben viele Chancen kreiert. Vielleicht hätten wir noch das eine oder andere Tor mehr machen können, aber im Endeffekt gibt es nur drei Punkte.“

Der großgewachsene Angreifer will sich aber auf diesem einen guten Spiel nicht ausruhen: „Wir wollen uns weiterentwickeln, besser werden und kreativer spielen. Wir legen uns selbst die Latte sehr hoch. Der Trainer gibt uns immer wieder neue Vorgaben und die versuchen wir von Spiel zu Spiel umzusetzen.“

Wenig Arbeit für Gustafsson

Salzburg-Schlussmann Eddie Gustafsson erlebte einen sehr ruhigen Arbeitstag: „Ich habe nicht so viel zu tun bekommen, aber man muss trotzdem das ganze Spiel über konzentriert bleiben. Es war auch für mich ein schwieriges Spiel.“

Der Schwede sah das temporeiche Spiel seines Teams als Schlüssel zum Erfolg gegen die Neustädter: „Wir haben uns mit schnellen Kombinationen nach vorne gespielt.  Der Gegner musste immer nachlaufen und wir kamen zu vielen Chancen.“

Stöger: „Waren ein angenehmer Sparring-Partner“

Für Neustadt-Trainer Peter Stöger war die Partie in Salzburg naturgemäß keine schöne. Er musste von der Seitenlinie aus beobachten, wie seine Truppe gegen die übermächtigen Salzburger sang- und klanglos unterging.

„Wir waren ein angenehmer Sparring-Partner für die Salzburger nach dem schweren Europa-Cup-Match in Paris. Wir haben nichts gemacht, was für sie unangenehm wurde. Beim ersten Tor wurde Maierhofer zum Beispiel nicht gestört. Wir haben es ihnen viel zu leicht gemacht.“

„Dann ist es auch ganz klar, dass du gegen eine Mannschaft, die Qualität und individuelle Klasse besitzt, so ausschaust. Wir sind mit diesem Ergebnis gut bedient“, so der enttäuschte Neustadt-Betreuer.

Auf die Frage, ob seine Mannschaft überhaupt bundesligatauglich sei, reagierte Stöger gereizt: „Wir haben jetzt acht Runden gespielt und ich werde jetzt schon zum dritten Mal oder vierten Mal zu diesem Thema befragt. Es sind noch immer zwei Teams hinter uns und deren Trainer sind noch nie gefragt worden.“

„Wir haben einen Kader zusammengestellt, mit dem wir hoffen, den Verbleib in der Liga zu schaffen“, stellt Stöger klar.

„Möchte, dass sich die Spieler etwas zutrauen“

 „Wenn wir ein Spiel 0:3 verlieren, kann ich damit leben. Ich möchte aber sehen, dass sich die Spieler etwas zutrauen. Ich will sehen, dass sich ein Prskalo traut in eine Eins-Eins-Situation zu gehen. Und wenn er hängen bleibt, bleibt er eben hängen. Aber wenn er sich nicht traut, wird er sich nicht weiterentwickeln“, formuliert Stöger klare Anforderungen an sein Team.

Der Neustadt-Trainer hat nach der Niederlage gegen den Vizemeister noch lange nicht aufgegeben: „Unser Gegner ist nicht Salzburg. Unsere Gegner sind Kapfenberg und Mattersburg und da haben wir auswärts Paroli geboten.“

Für die Neustädter geht es nächsten Samstag im Heimspiel gegen Ried weiter: „Da sieht es vielleicht schon wieder ganz anders aus.“

Das muss es wohl auch, will Stöger keine lästigen Fragen mehr bei Pressekonferenzen beantworten.

 

Susanne Brunnmair / Patricia Kaiser

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