Die wöchentliche Enttäuschung

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Da waren sie wieder, die enttäuschten Blicke.

Wie schon gegen Kapfenberg, Wacker Innsbruck und Wr. Neustadt.

Den Spielern der Austria war nach dem torlosen Remis gegen Mattersburg die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben. Erneut konnten die Veilchen aus ihrer spielerischen Übermacht kein Kapital herausschlagen.

15:4 Torschüsse, 826:471 Ballkontakte und dennoch nur ein Punkt gegen den Tabellenvorletzten.  Damit wurde es nichts mit dem ersehnten und erhofften ersten Heimsieg seit dem 2. Oktober (3:2 gegen Salzburg). Das vierte Remis daheim in Serie fühlte sich wie eine Niederlage an.

Die Frage nach dem Warum

„Das Spiel ist wie eine schiefe Ebene verlaufen. Ich bin enttäuscht, dass wir aus einer eklatanten Überlegenheit keinen Sieg errungen haben. Ich hätte mir gewünscht, dass eine so destruktive Spielweise wie die der Mattersburger von uns bestraft wird“, stellte Trainer Karl Daxbacher fest und verwies auf die Match-Statistik.

Die Frage nach dem Warum, konnten die Wiener wie schon in den Wochen zuvor nicht beantworten. „Wir wissen es nicht, sonst hätten wir schon etwas geändert“, meinte Florian Klein gegenüber LAOLA1.

„Das ist zu wenig“

Roland Linz, der erstmals seit dem Auswärtsmatch gegen Kapfenberg wieder in der Startformation stand, hatte auch keine Erklärung parat: „Das ist schwierig zu sagen. Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft. Im Endeffekt haben wir aber kein Tor erzielt, deswegen müssen wir mit dem Punkt leben. Das ist zuhause gegen Mattersburg natürlich zu wenig.“

Dennoch versuchte der Steirer die Ursachen für die magere Punkteausbeute gegen die vermeintlich „Kleinen“ zu beleuchten.

„Die meisten Mannschaften, die in die Generali Arena kommen, stellen sich hinten auf. Da ist es für uns schwierig durchzukommen. Es ist wenig Platz und wenig Raum“, erklärte der Goalgetter, der noch einer der auffälligsten Akteure im violetten Dress war und eine der wenige guten Möglichkeiten in der ersten Hälfte vorfand.

„Der Pass von Michi Liendl war super. Leider war der Ball sehr hoch und ich habe ihn nicht mehr runter drücken können – wenn er aufs Tor geht, ist er drinnen. Doch solche Situationen gibt es“, kommentierte Linz die Aktion.

Erstmals daheim ohne Tor

Dass man erstmals seit der vierten Runde am 13. August (5:0 gegen Kapfenberg)  zuhause ohne Gegentor blieb, machte niemanden so richtig glücklich - schließlich erzielte die Austria zum ersten Mal in dieser Saison in einem Heimspiel keinen Treffer.

„Zuletzt haben wir immer viele Gegentore bekommen, aber auch selbst getroffen. Heute war dies nicht der Fall. Es ist enttäuschend“, ärgerte sich Klein. Daxbacher ergänzte: „Spielen wir endlich einmal zu Null, gelingt uns selber kein Tor. Erzielen wir zwei Treffer, bekommen wir auch zwei. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Spiele.“

Daxbacher ortet Kräfteverschleiß

Für den  violetten Feldherren war aber nicht nur die erneut schwache Chancenverwertung Grund für das magere Remis, sondern auch der Kräfteverschleiß.

„Ich kann meinen Spielern grundsätzlich nichts vorwerfen. Man hat aber gesehen, dass bei einigen die letzte Spritzigkeit gefehlt hat. Barazite hat die letzten drei Jahre kaum gespielt. Jetzt hat er innerhalb eines Jahres schon 25 Pflichtspiele in den Knochen. Das merkt man.“

Den Vorwurf, zu wenig zu rotieren, konterte der 58-Jahrige wie folgt: „Wir haben keinen ausgeglichen Kader. Spieler wie Barazite, Junuzovic, Jun oder Margreitter sind nicht eins zu eins ersetzbar. In der Bundesliga und in der Europa League muss die beste Truppe auflaufen. Deswegen wird nur im ÖFB-Samsung-Cup rotiert.“

Margreitter verletzt

Durch die Verletzung von Georg Margreitter wird der Niederösterreicher aber jetzt auch in der Bundesliga zum Rotieren anfangen müssen. Der Innenverteidiger zog sich eine Bauchmuskelverletzung zu und blieb in der Pause in der Kabine.

Einziger kleiner Lichtblick an diesem Abend war die Verteidigung der Tabellenführung. Dank der Unentschieden in den Duellen Kapfenberg gegen Rapid und Admira gegen Ried blieb alles beim Alten.

Ein schwacher Trost . „Wir müssten weitaus mehr Punkte auf unserem Konto haben. Wenn es so weitergeht, stehen wir am Ende dann wieder da und sind Zweiter oder Dritter. Das will ich nicht und es würde mich ankotzen, wenn wir heuer nicht ganz oben stehen“, erklärte Liendl mit einem enttäuschten Blick…

Martin Wechtl

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